Meilensteine der Elektronik

Analog Devices und die Analogtechnik von morgen

10.01.17 | Redakteur: Richard Oed

Stefan Steyerl: Director Sales Automotive und Director Sales Central Europe bei Analog Devices
Stefan Steyerl: Director Sales Automotive und Director Sales Central Europe bei Analog Devices (Bild: Analog Devices)

In der Elektronik und im Halbleiterbereich zeichnen sich für die Zukunft neue Anwendungen und Geschäftsfelder ab. Stefan Steyerl von Analog Devices erläutert diesen Wandel.

Seit über 50 Jahren steht Analog Devices (ADI) als Halbleiterhersteller für herausragende Innovationen in der Analogtechnik und ist heute einer der Marktführer in diesem Segment. Dabei deckt das weltweit agierende Unternehmen mit seinen Lösungen und Produkten eine Vielzahl von Anwendungsfeldern ab und entwickelt sich stetig weiter.

Mit Stefan Steyerl, Director Sales Automotive und Director Sales Central Europe bei Analog Devices sprachen wir lange über neue Anwendungsgebiete, Fachkräftemangel und die neuesten Trends in der Elektronik.

Wo sehen Sie Analog Devices mittel-/langfristig in Ihrer Branche positioniert?

Wie unser Name schon sagt, sind wir eine Firma mit einem sehr starken Fokus auf der Analogtechnik und sind hier einer der Marktführer. Diesen Bereich sehen wir auch in der Zukunft als sehr interessant an, denn die Welt ist nun einmal analog. Auch wenn viel über den Wandel zu Digital gesprochen wird ist immer auch eine Schnittstelle zur analogen Welt vorhanden. Dafür sehen wir uns mit unserer Technologie sehr gut gewappnet und werden mit unseren Produkten und Lösungen auch langfristig einer der Marktführer bleiben.

Sieht man sich die Analysen der Marktforschungsinstitute an, dann erkennt man, dass die Wachstumsrate im analogen Halbleiterbereich mit einem durchschnittlichen Wachstum in der Größenordnung von 10 Prozent eine der Größten ist.

Auch beim vorherrschenden Trend zur Digitalisierung ist unser Ziel, dass wir uns aus der Analogtechnik heraus mehr in den Systembereich bewegen und es ist ganz klar die Zielsetzung von Analog Devices, einer der führenden Anbieter von Systemlösungen zu werden und dabei die Schnittstelle zwischen der realen zur digitalen Welt abzubilden.

Welche neuen Märkte und Anwendungsfelder wird Analog Devices künftig mit Produkten und Services adressieren?

Von der Technologieseite her ist dies das Internet der Dinge (IoT) und speziell hier in Deutschland die Industrie 4.0. Für beides bieten wir bereits Lösungen für viele Applikationen an. In Zukunft werden wir tiefer in vertikale Systeme einsteigen und dort vollständige Lösungen anbieten, auch zusammen mit den entsprechenden Software- und Treiberthematiken. Zusätzlich werden wir unseren Kunden, wenn erwünscht, neue Services zur Analyse der angefallenen Daten anbieten.

Wenn wir uns speziell Europa anschauen, so ist für Analog Devices der Automotive-Bereich, in dem wir jetzt schon sehr gut positioniert sind, sehr wichtig. In Zukunft wird es dabei verstärkt um Themen wie autonomes Fahren mit der Sensorik außerhalb, aber auch innerhalb, des Fahrzeuges, gehen. Bereiche wie Elektrifizierung oder Batteriemanagement, in denen wir heute schon aktiv sind, werden an Bedeutung gewinnen.

Aber man benötigt ebenfalls neuere Sensortechnologien wie z.B. AMR (Anisotrop-Magneto-Resistive) Magnetsensoren, ein Bereich, auf den wir besonders stark setzen, um genaue Positions- und Winkelmessungen durchzuführen. Diese Sensoren sind ebenfalls für viele industrielle Applikationen relevant.

Des Weiteren sind im Infrastrukturbereich die Themen Smart Building und Smart Factory interessante Segmente, was auf der Technologieseite dann wieder stark mit IoT zusammenhängt. Ebenso wird der Bereich Gesundheit verstärkt kommen, hier denke ich beispielsweise an das Überwachen von Vitalparametern.

Wir gehen aber auch den Weg, und versuchen bestehende Technologien in anderen Bereiche zu nutzen. Ein Beispiel ist hier unsere MEMS Technologie und der von uns auf der electronica 2016 vorgestellte MEMS-Switch, der schneller ist als herkömmliche Schalter auf Relaisbasis, Testkosten reduziert und längere Lebenszyklen für das Endequipment verspricht.

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