Rollator 2.0

Smarte Gehhilfe – Der Rollator wird intelligent

14.06.17 | Autor / Redakteur: Wilma Mert / Hendrik Härter

FriWalk, der Friendly Robot Walker, analysiert Gangmuster und bringt ältere Menschen über soziale Kontakte in Bewegung – sozusagen Rollator und Personal Trainer in einem.
FriWalk, der Friendly Robot Walker, analysiert Gangmuster und bringt ältere Menschen über soziale Kontakte in Bewegung – sozusagen Rollator und Personal Trainer in einem. (Bild: Siemens)

Eine smarte Gehhilfe erkennt beginnende Gesundheitsgefahren am Gang und animiert als persönlicher Trainer ältere Menschen dazu, sich mehr zu bewegen. Wie das funktioniert und wie Mediziner und Patienten vom Rollator 2.0 profitieren können, lesen Sie hier.

Jeder Mensch hat eine besondere, individuelle Gangart. Selbst aus großer Entfernung gelingt es uns, bekannte Personen allein an ihrem Gang zu erkennen. Der Gang verrät auch einiges über den Gesundheitszustand. Ob ein Gangbild pathologisch oder gesund ist, lässt sich optisch nicht immer eindeutig erkennen.

Ein gängiges technisches Hilfsmittel für die medizinische Diagnose sind speziell entwickelte Laufteppiche. Der Patient geht mehrmals über den Laufteppich und Sensoren messen den Druck, mit dem jemand auftritt. Computer errechnen aus den verschiedenen Belastungsphasen Details zum Gangbild.

Doch laut Josef Birchbauer von Siemens Corporate Technology hat diese Methode einige Nachteile: „Es entsteht eine künstliche Situation. Der Patient steht unter Beobachtung und hat das Gefühl über einen Laufsteg zu gehen. Das verändert das normale Gangmuster. Zudem ist ein Laufteppich kostspielig und in der Länge auf wenige Meter begrenzt“, sagt der Experte für Bilddatenanalyse.

Neues System für Ganganalyse

Eine bessere Lösung verspricht ein neues System für die Ganganalyse, das Forscher aus sechs europäischen Ländern im Rahmen des EU-Projekts ACANTO (A CyberphysicAl social NeTwOrk) entwickeln. FriWalk = Friendly Robot Walker besteht aus einem vierrädrigen Rollator, der mit Tiefensensoren und Kameras ausgestattet ist.

Zusätzlich trägt der Nutzer für die klinische Analyse spezielle Schuheinlagen mit Drucksensoren. FriWalk ermittelt die genaue Position der Füße am Boden, ihre Ausrichtung und Druckkraft. Aus diesen Parametern werden semantische Informationen wie Schrittlänge und -breite sowie der Gehrhythmus abgeleitet.

„Wir verarbeiten 15 bis 20 Bildfrequenzen pro Sekunde, so entsteht ein virtueller Laufteppich, auf dem man die Fußabdrücke am Boden mit ihrer Druckverteilung und auch den Bewegungsverlauf der Füße in der Luft erkennt“, erklärt Birchbauer.

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