Große Bitkom-Umfrage

Der Kampf gegen Krankheiten erfolgt digital

05.11.15 | Redakteur: Hendrik Härter

Digitale Techniken werden künftig in der Medizin und Gesundheitswesen eine immer wichtigere Rolle spielen.
Digitale Techniken werden künftig in der Medizin und Gesundheitswesen eine immer wichtigere Rolle spielen. (Bild: Clipdealer)

Digitale Techniken helfen im Kampf gegen Krebs und IT-gestützte Diagnoseverfahren unterstützen Mediziner: Der Bitkom-Verband hat 102 Experten von Pharmaunternehmen in einer Studie befragt, wie sie Medizin und Gesundheitswirtschaft in den nächsten 10 Jahren sehen.

Wie werden digitale Techniken in den kommenden 10 Jahren Medizin und Gesundheitswirtschaft beeinflussen oder sogar verändern? Dieser Frage ist die Bitkom nachgegangen. In einer repräsentativen Studie, die der Digitalverband anlässlich der hub conference in Auftrag gegeben hat. Befragt wurden 102 Experten, vom Geschäftsführer bis zum Vorstand von Pharmaunternehmen, rund um das Thema E-Health.

Krebs soll digital geheilt werden können

Einig sind sich die Experten darin, dass digitale Techniken einen großen Nutzen für Gesundheit und medizinische Versorgung bringen werden. Acht von zehn Befragten erwarten, dass sie entscheidend dazu beitragen werden, Krankheiten wie Krebs zu besiegen.

Sieben von zehn (69 Prozent) sind überzeugt, dass sie helfen, die Lebenserwartung der Menschen zu verlängern. Und ebenso viele denken, dass dank digitaler Technologien Krankheiten besser vorgebeugt und so die Einnahme von Medikamenten reduziert werden kann. „Dank digitaler Technologien werden wir länger und gesünder leben, gleichzeitig werden die Kosten der medizinischen Versorgung reduziert“, sagt Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Digitalverbands Bitkom.

„Heute messen wir per Fitnesstracker unsere Vitalwerte und motivieren uns so zu mehr Bewegung. Oder wir prüfen unsere Herzleistung mit einer App, die uns bei Unregelmäßigkeiten warnt. Die Chancen der Digitalisierung für die Medizin sind noch lange nicht ausgeschöpft.“

Großes Potenzial bietet zum Beispiel die Individualisierte Medizin. Darunter versteht man vor allem Therapien, die mit von Big-Data-Techniken passgenau auf den Patienten zugeschnitten werden. So können Faktoren wie Erbgut, Lebensstil, Geschlecht und Alter beispielsweise in der Behandlung von Krebserkrankungen berücksichtigt werden, was Nebenwirkungen verringern und Heilungschancen deutlich verbessern kann.

60 Prozent der befragten Experten gehen davon aus, dass die Herstellung individueller Arzneimittel in zehn Jahren verbreitet sein wird. „Heute bekommen Patienten meist Medikamente von der Stange. In Zukunft werden sie mit maßgeschneiderten Arzneimitteln behandelt“, erzählt Rohleder.

IT-gestützte Diagnoseverfahren

Eine bedeutende Rolle werden außerdem IT-gestützte Diagnoseverfahren spielen, sogenannte „Decision Support Systeme“. Dabei handelt es sich um Computer, die mit medizinischen Datenbanken verbunden sind und diese in Sekundenschnelle auswerten können. So können sie Ärzten helfen, Krankheitsbilder schneller oder präziser zu erkennen und geeignete Therapien vorschlagen. Hintergrund: Täglich werden weltweit an die 6000 Fachartikel über medizinische Abhandlungen veröffentlicht. Damit das gesamte Wissen ausgewertet werden kann, sind entsprechende Computer notwendig. 76 Prozent der Befragten sagen, dass dieses Szenario in zehn Jahren verbreitet sein wird.

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