Blue Hospital

Wie das Krankenhaus der Zukunft aussehen könnte

01.11.12 | Autor / Redakteur: Johannes Dehm* / Hendrik Härter

Das Krankenhaus der Zukunft: Die VDE-Studie Blue Hospital beschreibt, wie Kliniken künftig gestaltet werden sollten
Das Krankenhaus der Zukunft: Die VDE-Studie Blue Hospital beschreibt, wie Kliniken künftig gestaltet werden sollten (Foto: Rainer Sturm, pixelio.de)

Wie lässt sich in Zukunft Wirtschaftlichkeit und Patientenversorung vereinbaren? Das Positioinspapier "Blue Hospital" des VDE beschreibt die Klinik der Zukunft: effizient, smart und ökologisch. Wir stellen Ihnen das Projekt vor.

Wie lassen sich im Krankenhaus zukünftig die Themen Ökologie und Gesundheit sinnvoll verbinden und mehr Energieeffizienz und Ressourcenschonung, mehr Wirtschaftlichkeit und Qualitätssteigerungen erzielen? Antworten darauf gibt das VDE-Positionspapier „Blue Hospital“, das von einer interdisziplinär besetzten Expertengruppe der VDE Initiative MikroMedizin erarbeitet wurde.

Das „Blue Hospital“ ist eine Weiterentwicklung der Green-Hospital-Konzeption. Ziel ist es, Synergien und den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen zu nutzen, um die Patientenversorgung und die Wirtschaftlichkeit von Krankenhäusern nachhaltig zu optimieren. Eine Zahl macht das besonders deutlich: Deutsche Krankenhäuser könnten bundesweit jährlich über 600 Mio. Euro Energiekosten und dabei mehr als 6 Mio. Tonnen CO2 einsparen.

Balance zwischen Patientenversorung und Wirtschaftlichkeit

Das Spektrum der erforderlichen Technologien und Maßnahmen reicht von klassischen Energiesparkonzepten über die Emissionsminderung und integrierte Lösungen für den umfassenden, nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit wertvollen Ressourcen bis zu optimierten Arbeitsprozessen. Durch das Zusammenspiel von moderner Gebäudeautomation, effizienten klinischen Pfaden und intelligenter Gebäude-, Medizin-, Informations- und Kommunikationstechnik lassen sich laut VDE nicht nur Energieeinsparungen von bis zu 40%, sondern deutlich mehr Patientenkomfort, Effizienzsteigerungen und damit Wettbewerbsvorteile erzielen.

Das oberste Ziel des Blue-Hospital-Konzepts besteht darin, die medizinische Patientenversorgung bei gleichzeitiger Einbeziehung der wirtschaftlichen Effizienz des Krankenhauses zu verbessern. Aus dem unternehmerischen Konzept und der Strategie des Krankenhauses gilt es dabei zunächst die Kapazitätsplanung abzuleiten. Um eine optimierte Ergebnisqualität zu erzielen, ist darüber hinaus die Reproduzierbarkeit der Struktur- und Prozessqualität sicherzustellen.

Dazu soll mit Hilfe von Bedarfsanalysen und entsprechenden Bewertungen eine Beratung zu optimal aufeinander abgestimmten Produkten, Prozessen und Dienstleitungen erfolgen. Sowohl die Größe als auch die innere Struktur, wie Anzahl und Art der Funktionsräume, Patientenzimmer oder Nebenräume, müssen so geplant werden, dass möglichst wenig Ressourcen verbraucht werden.

Modernes Prozessmanagement in der Klinik

Neben der Sicherung der Ergebnisqualität werden auf der zweiten Ebene des Blue-Hospital-Konzepts notwendige Änderungen der Prozesse und Dienstleistungen einschließlich der klinischen Behandlungspfade aufgezeigt. Wie im modernen Prozessmanagement, so soll im Krankenhaus die sogenannte Pull-Organisation die traditionelle Push-Organisation ersetzen: Wenn man die Prozesse aus der Perspektive der geplanten Entlassung organisiert, zieht das sicher frei werdende Bett für neue Patienten. So soll bereits mit der Aufnahme eines Patienten durch ein interdisziplinäres Team der geplante Diagnostik- und Therapieprozess über alle beteiligten Abteilungen und Akteure geplant werden.

Das Konzept-Blue-Hospital bietet vor diesem Hintergrund die Chance, mit strukturellen Maßnahmen einen Kulturwechsel herbeizuführen, Barrieren für qualitäts- und prozessorientierte Denk- und Handlungsweisen abzubauen und die seit einigen Jahren viel diskutierten transparenten „Behandlungspfade“ tatsächlich zu realisieren. Umdenken ist dringend gefordert, da die Effizienz eines Krankenhauses wesentlich durch eine optimale Auslastung aller Teilbereiche beeinflusst wird.

Für den Aufbau einer modernen Prozessorganisation unerlässlich ist eine geeignete architektonische Auslegung des Krankenhauses. Ergänzend dazu sind die in der Grafik gezeigten drei Module zu nennen: die Informations- und Kommunikationstechnik, die Medizin- und Labortechnik und die notwendige Gebäude- und Energietechnik.

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