Embedded Systems 2.0

Deutsche Akademie der Technikwissenschaften startet Projekt „Cyber-Physical Systems“

19.02.2010 | Redakteur: Johann Wiesböck

„Nach unserer Einschätzung hat Deutschland gute Chancen, Leitanbieter in wichtigen Zukunftsfeldern zu werden – auch bei Cyber-Physical Systems,“ Henning Kagermann, Präsident acatech

Im Milliardenmarkt der Eingebetteten Systeme hat Deutschland eine starke Position erobert. Diese bei der nächsten Generation, den Cyber-Physical Systems, zu halten, wir nicht einfach. Deshalb hat die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech ein „Integriertes Forschungskonzept Cyber-Physical Systems“ auf den Weg gebracht.

Wie Deutschland den Generationenwechsel eingebetteter Systeme meistern kann, erläutern Henning Kagermann, Präsident acatech, Paul S. Otellini, CEO Intel, gemeinsam mit Reinhold Achatz, Forschungsdirektor Siemens, und Wolf-Dieter Lukas, Ministerialdirektor im Bundesministerium für Bildung und Forschung, und Manfred Broy, Technische Universität München, bei einem Pressegespräch am 18. Februar in München.

Weitaus die meisten Prozessoren steuern nicht Computer und Notebook, sondern eingebettetesoftwareintensive Systeme – allein in einem modernen Mittelklassewagen sind es rund 70. Das Neue in diesem Technologiebereich: Die Eingebetteten Systeme werden zunehmend miteinander vernetzt.

Verschmelzung der realen physischen Welt und digital-virtuellen Welten

Eingebettete Systeme erheben nicht nur Daten und verarbeiten sie vor Ort, sondern leiten Daten auch weiter, kommunizieren mit anderen eingebetteten Systemen und mit Zentralrechnern. Sie werden Teil des Cyberspace und bilden als physikalische Objekte die neuen ‚Cyber-Physical Systems’. Es geht also um die Verschmelzung der realen physischen Welt und digital-virtuellen Welten.

Eine Ahnung von der zunehmenden Allgegenwart und Vernetzung im Sinne eines Internets der Dinge erhalten die Verbraucher bereits in der Unterhaltungselektronik – von der Playstation über Smartphones bis zum iPad. Cyber-Physical Systems ermöglichen aber auch ganz neue industrielle Anwendungen mit hohem wirtschaftlichem Potenzial, etwa selbststeuernde Logistiksysteme, neue Systeme zur Verkehrssteuerung oder aber auch intelligente Stromnetze (Smart Grids).

Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet sind unkoordiniert

Der Anteil von Software an Innovation und Wertschöpfung wächst, damit wachsen allerdings auch die Anforderungen an Sicherheit und Qualität, etwa in puncto Ausfallsicherheit. „Im Bereich Embedded Systems haben wir noch nicht den Blick für das Gesamtsystem. Forschung und Entwicklung auf diesem komplexen Gebiet sind zu unkoordiniert. Sie sind über zu viele Branchen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen hinweg verstreut“, sagte acatech Präsident Henning Kagermann.

„Wir sehen die Embedded-Computing-Initiative der acatech als Ausdruck für deutschen Erfindergeist. Die deutsche Elektronikindustrie hat mehr als 150 Jahre lang eine sehr hohe Messlatte für den technologischen Fortschritt gesetzt.“ Paul S. Otellini, Präsident und CEO Intel Corporation.
„Wir sehen die Embedded-Computing-Initiative der acatech als Ausdruck für deutschen Erfindergeist. Die deutsche Elektronikindustrie hat mehr als 150 Jahre lang eine sehr hohe Messlatte für den technologischen Fortschritt gesetzt.“ Paul S. Otellini, Präsident und CEO Intel Corporation.

Die Akademie führt in dem Projekt Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen, um ein Benchmarking der Position Deutschlands zu erarbeiten, Vorschläge für Leitprojekte zu unterbreiten, Forschungsziele zu priorisieren und die enorme wirtschaftliche Bedeutung eingebetteter Systeme und der Cyber-Physical Systems anhand nachprüfbarer Indikatoren herauszustellen.

Bei der Erarbeitung des Konzepts kann die Akademie auf die Vielzahl an Initiativen aufbauen, etwa des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (SPES 2020, IKT 2020 im Rahmen der High-Tech-Strategie), Zentralverbands Elektrotechnik und Elektronikindustrie ZVEI (Nationale Roadmap EMBEDDED SYSTEMS) und der EU-Plattform ARTEMIS.

acatech will die bereits vorhandenen Initiativen vernetzen

Die acatech Geschäftsstelle in München
Die acatech Geschäftsstelle in München

Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften möchte in dem ‚Integrierten Forschungskonzept Cyber-Physical Systems’ die vorhandenen Initiativen vernetzen. Ziele des Projekts sind ein schlüssiges Konzept für Forschung und Entwicklung und konkrete Schritte, die starke Position Deutschlands im Bereich Embedded Systems auszubauen.

Henning Kagermann: „Nach unserer Einschätzung hat Deutschland gute Chancen, Leitanbieter in wichtigen Zukunftsfeldern zu werden. Diese Chancen sehen wir insbesondere im Bereich der Elektromobilität, bei der Zukunft intelligenter Energienetze (Smart Grids), aber auch bei den weitgehend im Verborgenen arbeitenden Cyber-Physical Systems.“

 

Nutzen für Deutschland

 

Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

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