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Informatiker arbeiten am Internet der Zukunft

 

08.09.2009 | Redakteur: Martina Hafner

 

Informatiker der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) erforschen und entwickeln in den Germany Laboratories (G-Lab) an einer neuen serviceoffenen und mobilen Internet-Architektur.


„Wir möchten den Innovationsstau mit unserer Forschung unterbrechen, indem wir Endgeräte intelligenter an das globale Computernetz ankoppeln“, Prof. Thomas Schmidt, HAW Hamburg.
„Wir möchten den Innovationsstau mit unserer Forschung unterbrechen, indem wir Endgeräte intelligenter an das globale Computernetz ankoppeln“, Prof. Thomas Schmidt, HAW Hamburg.
HAMcast heißt die Technologie, die für das Internet der Zukunft in Hamburg entwickelt und getestet wird. HAMcast steht für „Hybrid Adaptive Mobile Multicast“. Mittels ihr soll in den kommenden drei Jahren vorgeführt werden, wie neue nützliche Dienste in einer offenen, innovationsfreudigen Internet-Architektur etabliert werden können.
HAMcast ist ein Projekt im Rahmen des Projekts G-Lab (German Lab) in dem sechs deutsche Universitäten und Institute gemeinsam erforschen, welche Anforderungen neue Dienste und Applikationen an das Netzwerk stellen werden und wie eine neue Architektur gestaltet werden könnte, um die Vielfalt der existierenden und sich in Entwicklung befindlichen Dienste bestmöglich unterstützen zu können. Für das HAMcast-Projekt erhalten die Internet-Technologen um Prof. Thomas Schmidt von der HAW Hamburg eine halbe Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Endgeräte intelligenter an das Netz anbinden

Das heutige Internet wurde vor mehr als 30 Jahren erfunden und ist laut der Wissenschaftler in die Jahre gekommen. Es verbindet derzeit Millionen von Programmen, die über das Internet Protokoll (IP) kommunizieren. Als Grundlage für den Datenaustausch dient Programmierern eine niedrigstehende Kommunikationsschnittstelle, die das Internet Protokoll mit den Anwendungen fest verknüpft.
Die wachsende Vielfalt neuer Protokolle und Dienste, z.B. IPv6, Mobilität und Gruppenkommunikation, macht laut der Wissenschaftler einen protokollneutralen Einsatz der Schnittstellen für die Anwendungsentwickler zunehmend komplexer. Applikationen seien damit fehleranfälliger geworden. Als Konsequenz würden neue Anwendungen oft lieber unflexibel und mit geringer Servicequalität entwickelt, um spätere Risiken im Netzwerkbetrieb zu vermeiden. So sei ein Teufelskreis der Innovationsstarre entstanden.
„Wir möchten den Innovationsstau mit unserer Forschung unterbrechen, indem wir PCs und andere Endgeräte intelligenter an das globale Computernetz ankoppeln“, so Projektleiter Prof. Dr. Thomas Schmidt aus der Informatik der HAW Hamburg. „Peer-to-Peer Techniken sollen dabei genauso zum Standarddienst werden wie mobile Vermittlungsverfahren.“ Gemeinsam mit Partnern wollen die Wissenschaftler zeigen, wie der Gruppenkommunikationsdienst des Internets (Multicast) in einer neuen, serviceoffenen und mobilen Internet-Architektur für alle Anwender nutzbar werden kann.
Multicast bietet die Möglichkeit, Informationen im Internet ohne Server preiswert und schnell zwischen Programmen zu teilen. Dieser Dienst wird von populären Neuentwicklungen wie dem Internet-Fernsehen (IPTV) und Online-Spielen, aber auch von Konferenzsystemen oder dem Katastrophenschutz benötigt. Ideen hierzu existieren seit 25 Jahren, aber bisher hat die Unbeweglichkeit der Internet-Schicht Multicast an einer globalen Verbreitung gehindert.
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