Strategy Analytics

China überholt Japan 2009 als Automobil-Produktionsstandort

18.12.2007 | Redakteur: Thomas Kuther

Die Marktbeobachter von Strategy Analytics erwarten, dass China 2009 als Automobil-Produktionsstandort an Japan vorbeiziehen und 2011 die USA überholen wird. Insgesamt werden einheimische und ausländische Hersteller dann im Reich der Mitte 12,6 Mio. Fahrzeuge fertigen – also fast doppelt soviel wie 2006, als es 6,7 Mio. waren.

Der Trend ist klar: Der Schwerpunkt des globalen Automobilmarkts verschiebt sich nach Osten. Dementsprechend wächst dort auch die Nachfrage nach elektronischen Bauteilen. Die Analysten von Strategy Analytics untersuchen in ihrem aktuellen Marktreport die weltweite Nachfrageentwicklung für elektronische Steuereinheiten und gehen dabei auch auf Chancen ein, die sich für Automobilzulieferer ergeben.

So wird der Weltmarkt für Automobilelektronik laut Strategy Analytics bis 2014 auf 220 Mrd. US-$ anwachsen (2006 waren 143 Mrd. US-$). Der Markt für elektronische Steuereinheiten (Electronic Control Unit, ECU) wird dann ein Volumen von 69 Mrd. US-$ haben (2006: 42 Mrd. US-$). Bereits 2006 wurden in Japan, Südkorea, China und Indien mehr ECUs nachgefragt als von europäischen Herstellern.

In sieben Jahren wird der Anteil der weltweit nachgefragten ECUs für die Automobilproduktion des asiatischen Wirtschaftraums von heute 36 auf 41% gestiegen sein. Heimische Zulieferer müssen den Blick gen Osten richten denn dort wartet unter anderem die Chance, die Rentabilität der hier stagnierenden Produktlinien zu steigern. Der Zulieferer Bosch beispielsweise investiert seit Jahren massiv in Korea vor allem wegen der starken Automobilindustrie vor Ort.

Marktverschiebung nach Osten

Der Schwerpunkt des globalen Automobilmarkts verschiebt sich nach Osten. Volkswagen kündigte Anfang November an, seine Präsenz im südostasiatischen Raum zu verstärken. Neben dem Engagement globaler Player in Asien wachsen dort auch lokale Hersteller rapide. 2014 werden asiatische Automobilhersteller für 42% der globalen Fahrzeugproduktion verantwortlich sein (heute bereits 39%).

2009 zieht China als Automobil-Produktionsstandort an Japan vorbei, 2011 an den USA: Von einheimischen und ausländischen Herstellern zusammen werden dann dort 12,6 Mio. Fahrzeuge gefertigt
2009 zieht China als Automobil-Produktionsstandort an Japan vorbei, 2011 an den USA: Von einheimischen und ausländischen Herstellern zusammen werden dann dort 12,6 Mio. Fahrzeuge gefertigt

Vor allem US-Hersteller werden Anteile verlieren. Ein Trend, der dem Zulieferermarkt richtungsweisende Entscheidungen abverlangt, denn mit der Produktion verschiebt sich auch die Nachfrage nach elektronischen Systemen. Ein zentraler deutscher Wirtschaftszweig muss sich nun überlegen, wie die traditionell eher schwachen Beziehungen in die asiatischen Märkte und zu asiatischen Herstellern verbessert werden können. Der aktuelle Marktreport „Automotive System Demand 2005 to 2014: Demand Moves East“ von Strategy Analytics liefert Anhaltspunkte für die Entwicklung geeigneter Strategien.

Trends frühzeitig erkennen

Safety-Anwendungen haben das größte Wachstumspotenzial: Für elektronische Systeme in diesem Bereich prognostiziert Strategy Analytics in seinem aktuellen Report für den Zeitraum 2006 bis 2011 jährliche Wachstumsraten von 13%.

Bezogen auf die Herkunftsregion der Hersteller bestätigt sich der Trend: Die ECU-Nachfrage aus NAFTA-Ländern wird etwas zurückgehen, die Nachfrage europäischer Hersteller bleibt konstant und Asien verzeichnet Wachstum
Bezogen auf die Herkunftsregion der Hersteller bestätigt sich der Trend: Die ECU-Nachfrage aus NAFTA-Ländern wird etwas zurückgehen, die Nachfrage europäischer Hersteller bleibt konstant und Asien verzeichnet Wachstum

Ein Großteil dieses Wachstums wird durch gesetzliche Regelungen generiert, z.B. Vorschriften zum Einsatz von Reifendruck-Warnmeldern in Nordamerika oder zu standardbasierten Notrufsystemen (eCall) in Europa. Aber auch die Marktreife neuartiger Fahrerassistenzsysteme (Advanced Driver Assistance System, ADAS) wie Abstandsregeltempomaten, Spurhalteassistenten oder adaptives Kurvenlicht, trägt zur Steigerung der Nachfrage bei. Den größten Anteil zur Wertschöpfung tragen immer noch elektronische Steuereinheiten im Bereich Antriebssysteme bei. In 2006 machten sie allein 35 % des Marktes für elektronische Systeme im Automotive-Bereich aus. Vor allem das wachsende öffentliche Bewusstsein für Klimaschutzbelange spielt für die Bedeutung dieses Segments eine wichtige Rolle.

Nachfrageunterschiede nutzen

Während Strategy Analytics fortschrittlichen elektronischen Telematik- und Safety-Systemen weltweit eine sehr gute Entwicklung attestiert, punkten Zulieferer in den schnell wachsenden asiatischen Ländern eher mit klassischen Systemen. In Indien oder China versprechen Elektronik-Komponenten für Sicherheits- oder Komfort-Features, die in älteren Märkten längst zum Standard gehören, attraktive Wachstumsraten. In den jungen Märkten versuchen sich Hersteller bei ihrer zunehmend anspruchsvolleren Klientel durch Airbags, elektronische Bremsen oder Keyless Entry von den Wettbewerbern zu differenzieren. Elektronische Systeme, deren Absatz sich in den Heimatmärkten der Zulieferer also auf einem gewissen Level eingependelt hat, können in asiatischen Wachstumsmärkten noch einmal für eine Erhöhung der Rentabilität sorgen.

Die vollständige Studie mit 168 Seiten inklusive detaillierter Aufschlüsselungen der recherchierten Marktzahlen kann auf der Website von Strategy Analytics bestellt werden. Im Einzelnen sind Übersichten enthalten, die wertvolle Entscheidungshilfen für die strategische Planung sein können, z. B. Übersichten der Nachfrage, geordnet nach bestimmten Typen elektronischer Systeme, Übersichten der Nachfrage, geordnet nach Automobiltypen, die Nachfrage, geordnet nach Regionen sowie die durchschnittlichen Verkaufspreise von Systemen in diesen Regionen.

Die Marktentwicklung einzelner Komponenten der elektronischen Komplettsysteme beleuchtet Strategy Analytics in den aktuellen Reports „Automotive Semiconductor Demand 2005 - 2014 Markets and Applications“ und „Automotive Sensor Demand 2004 - 2013“, die ebenfalls über die Strategy Analytics erhältlich sind.

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