Emulation

Malware-Museum präsentiert die Computerviren der Vergangenheit

09.02.16 | Autor: Sebastian Gerstl

Ambulance, einer der bekannteren frühen Dos-Viren: Fährt der Krankenwagen über die Bildzeile, ist der Text weg; aus den Lautsprechern tönt derweil die Sanker-Sirene.
Ambulance, einer der bekannteren frühen Dos-Viren: Fährt der Krankenwagen über die Bildzeile, ist der Text weg; aus den Lautsprechern tönt derweil die Sanker-Sirene. (Bild: The Malware Museum / Mikko Hypponen)

Malware ist keine moderne Erscheinung, schon die PCs der 80er und 90er Jahre waren von lästiger, schädlicher oder gar erpresserischer Schadsoftware geplagt. Im online zugänglichen Malware-Museum können sich Besucher in einer sicheren, emulierten Umgebung einen Eindruck von alten DOS-Schädlingen verschaffen.

In seinem frei zugänglichen Online-Archiv stellt der finnische IT-Sicherheitsexperte Mikko Hyppönen eine Sammlung typischer Malware aus, wie sie in den 80er und 90er Jahren auf infizierten DOS-PCs anzutreffen war. Die gewählten Beispiele laufen in einer Browserversion des Emulators DOSBox. Sie sind damit für den eigenen Rechner vollkommen unschädlich, so dass sich Besucher ungefährdet einen Eindruck dieser historischen Computerviren verschaffen können.

Zerstörerisch, albern oder massiv lästig: Auch zu DOS-Zeiten zeigten sich Computerviren in den unterschiedlichsten Formen. Im Malware-Museum kann nun historische Malware der 80er und 90er Jahre sicher in emulierter Form betrachtet werden.
Zerstörerisch, albern oder massiv lästig: Auch zu DOS-Zeiten zeigten sich Computerviren in den unterschiedlichsten Formen. Im Malware-Museum kann nun historische Malware der 80er und 90er Jahre sicher in emulierter Form betrachtet werden. (Bild: The Malware Museum / Mikko Hypponen)

Moderne Malware ist in erster Linie darauf ausgelegt, dem Nutzer Daten zu stehlen oder ihn in der einen oder anderen Form zu erpressen. Die zur Schau gestellten Schädlinge der Vergangenheit wirken dagegen weniger kriminell, sondern eher lästig: Da wandern animierte Sprites über den Bildschirm, kreischen piepsige Melodien aus den Lautsprechern, oder der Bildschirm ist auf einmal gespiegelt.

Viele Coder der 80er und 90er Jahre wollten mit ihren Viren nur auf schelmische Weise ihre Programmierkünste zur Schau stellen - was nicht heißen soll, dass diese Viren nicht auch Schaden anrichten konnten. Der Virus Q Casino hielt beispielsweise die Festplatte – genau genommen die FAT –als Geisel und zwang den Nutzer, eine virtuelle Slotmachine zu spielen. Wenn nach 5 Versuchen nicht zufällig die richtigen drei Symbole erspielt wurden, konnte man sich von seinen Daten verabschieden. Und dann war da noch "Ambulance", der Virus, in dem ein kleiner Krankenwagen über den Bildschirm fuhr und Zeile für Zeile verschwinden ließ. Die klassischen Computerviren machten auf sich aufmerksam, ließen den Anwender wissen, dass ihr Rechner infiziert war – ganz im Gegensatz zu moderner Malware, die meist im Verborgenen operiert.

Aktuell befinden sich 78 emulierte Virenbeispiele und ein Showcasing-Video im Malware-Museum, das wahrscheinlich in Zukunft noch um weitere Beispiele ergänzt werden wird.

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