Smarte Kleidung

Eingebettete Intelligenz soll den Textilmarkt erobern

03.07.13 | Redakteur: Franz Graser

Funktionale Kleidung mit eingewebten Sensoren könnte sich als Standard etablieren – vergleichbar mit sensorfähigen Mobiltelefonen, die heute bereits zur Alltagskultur gehören.
Funktionale Kleidung mit eingewebten Sensoren könnte sich als Standard etablieren – vergleichbar mit sensorfähigen Mobiltelefonen, die heute bereits zur Alltagskultur gehören. (Bild: Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration)

Das von der EU geförderte Forschungsprojekt SimpleSkin erforscht neue Ansätze für die Produktion von smarten Textilien und Funktionskleidung. So können zum Beispiel Sensoren in einem T-Shirt die Vitalfunktionen des Trägers messen.

„In SimpleSkin wollen wir intelligente Stoffe produzieren, die von einer Fülle von Programmen verwendet werden können und so die Kostenvorteile großvolumiger Produktion ermöglichen. Aus diesen Stoffen können Kleidungsstücke hergestellt werden, die hinsichtlich Produktion, Eigenschaften, Aussehen und Preis nicht mehr von heutiger Standardkleidung zu unterschieden sind“, so Professor Paul Lukowicz, der Leiter des Forschungsbereichs Erweiterte Realität am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Konsortialführer von Simple Skin.

Die Grundidee des Projekts liegt darin, die Herstellung der Sensorinfrastruktur im Textil von der Applikation, die die gemessenen Werte auswertet, zu entkoppeln. Das heißt, die Steuerelektronik wird unabhängig vom Gewebe und vom Kleidungsstück hergestellt und arbeitet mit einer anwendungsspezifischen Software auf einem Mobilgerät zusammen – kurz, einer App.

Auf lange Sicht könnte sich diese funktionale Kleidung als Standard etablieren, vergleichbar mit sensorfähigen Mobiltelefonen, die heute bereits zur Alltagskultur gehören. Insbesondere wird es so möglich, das von Smartphones bekannte App-Konzept auf Kleidungsstücke zu erweitern und so eine Fülle neuer Anwendungen zu schaffen. „Die intelligenten Textilien haben ein großes Potenzial, neue Möglichkeiten und Märkte zu erschließen, wenn sie zukünftig in Massenproduktion gefertigt werden. Aus einer Nische könnte ein wichtiger neuer Wirtschaftszweig entstehen“, heißt es in einer Pressemitteilung des DFKI.

Das Verbundprojekt startete am 1. Juli 2013 und wird vom Forschungsbereich Eingebettete Intelligenz am DFKI koordiniert. Weitere Partner im Projekt sind die Universität Stuttgart, die Deutschen Institute für Textil und Faserforschung (DITF), die TU Eindhoven (Niederlande), die ETH Zürich (Schweiz), und die Sefar AG (Schweiz). Aus 210 Einreichungen wird SimpleSkin als eines von insgesamt acht ausgewählten Projekten von der Europäischen Union gefördert.

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