Angemerkt

Die neuen „Risiken“ grenzüberschreitender Deals

14.03.17 | Redakteur: Gerd Kucera

Gerd Kucera, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: "Laut CFIUS wäre der Kauf von Wolfspeed durch Infineon ein Risiko für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten von Amerika.“
Gerd Kucera, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: "Laut CFIUS wäre der Kauf von Wolfspeed durch Infineon ein Risiko für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten von Amerika.“ (Bild: VBM)

Mitte 2016 hatten Infineon und Cree Pläne zur Übernahme der Wolfspeed Power and RF (Wolfspeed) durch Infineon für 850 Mio. US-$ in bar bekanntgegeben. Wolfspeed ist einer der führenden Anbieter von SiC- und GaN-HF-Devices. Die Übernahme wäre für die Münchner ein plausibler Schritt angesichts der Wachstumsmärkte wie Elektromobilität, erneuerbare Energien und Mobilfunkinfrastruktur der nächsten Generation für das Internet der Dinge.

Nach einem Jahr der üblichen Analysen waren sämtliche Beteiligte rundum voll des Lobes für die Übernahme durch Infineon gewesen. Wolfspeed-CEO Frank Plastina etwa betonte: „Als Teil des Infineon-Teams kann Wolfspeed künftig die Vorteile eines globalen Unternehmens in unserer Branche nutzen.“ Es fehlte nur noch die Genehmigung der Behörden.

Aus dem grenzüberschreitenden Deal wird nun wohl nichts. Ende Februar vermeldete Infineon, dass das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) als Genehmigungsausschuss der US-Regierung informiert habe, dass der geplante Kauf von Wolfspeed ein Risiko für die nationale Sicherheit der USA darstelle.

Zudem, heißt es weiter, habe CFIUS keine geeigneten Maßnahmen identifizieren können, die in zufriedenstellender Weise bestimmte nationale Sicherheitsrisiken, die durch die Übernahme entstehen würden, entkräften könnten.

Infineon: „Vor diesem Hintergrund besteht nach Ansicht von Infineon ein substanzielles Risiko, dass die geplante Übernahme nicht in der vereinbarten Form vollzogen werden kann.“

Derweil unter den Augen des CFIUS die Übernahmen aus China florieren: Deren Investitionen in den USA betrugen laut PIIE (Peterson Institute for International Economics) alleine in den ersten sechs Monaten 2016 rund 18 Mrd. US-$, was eine Verdreifachung gegenüber dem gleichen Zeitraum in 2015 bedeutet und die zu 84% in die Übernahme von US-Unternehmen flossen.

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