Leistungshalbleiter

Taiwan Semiconductor will sich im Auto und in der Industrie etablieren

22.08.14 | Redakteur: Franz Graser

Andy Chao ist Vice President für die Bereiche Vertrieb und Marketing bei Taiwan Semiconductor. Das Unternehmen spezialisiert sich auf Halbleiterbauteile wie Gleichrichter, MOSFETs und Power-Management-ICs.
Andy Chao ist Vice President für die Bereiche Vertrieb und Marketing bei Taiwan Semiconductor. Das Unternehmen spezialisiert sich auf Halbleiterbauteile wie Gleichrichter, MOSFETs und Power-Management-ICs. (Bild: VBM-Archiv)

Der Halbleiterhersteller Taiwan Semiconductor sieht sich als Spezialist für Power Management. Das Unternehmen, das unter anderem Gleichrichter, MOSFETs und Bausteine für die Leistungselektronik fertigt, ist in Europa zwar schon sehr aktiv, möchte aber noch bekannter werden.

„Wir wollen der Komplettanbieter für das Power-Management werden“, sagt Andy Chao, Vice President für Marketing und Vertrieb bei Taiwan Semiconductor. Das Unternehmen ist mit seinen Produkten bereits in vielen Bereichen präsent, in denen Power-Management von Bedeutung ist, zum Beispiel in Netzteilen für PCs und Smartphones, in Fahrzeugen und auch in der industriellen Automatisierung.

Zum Produktportfolio zählen Diodengleichrichter, MOSFETs (Metalloxid-Halbleiter-Feldeffekttransistoren) sowie Power-ICs. Gerade die ICs bezeichnet Chao als die „Seele des Power-Managements“. Taiwan Semiconductor zielt darauf, die Power-ICs künftig in einem breiteren Anwendungsspektrum anzubieten.

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Bis jetzt wird der Löwenanteil der Produkte von Taiwan Semi in der Konsumelektronik verbaut. „Das ist ein Markt, der sich sehr schnell wandelt und sehr volatil ist. Das merkt man ja bei Smartphones: Jedes Jahr kommt ein neues Modell“, merkt Marketier Chao im Gespräch an: „Der Preisdruck und die Konkurrenz sind sehr stark.“ Nicht zuletzt aus diesem Grund sucht Taiwan Semi, das Standbein im Automobil- und im Industriebereich zu verstärken. „Dann stehen wir stabiler da“, sagt Chao.

Allerdings weiß der Marketier, dass es nicht ganz einfach ist, sich in diesen Segmenten zu etablieren: „Der Weg dorthin ist ziemlich lang. Die Automobilbranche und die Industrieautomatisierer sind sehr konservative Industrien. Ein geschlossener Kreis, wenn man so will. Die Branchen sind nicht so offen für Zulieferer wie die Konsumelektronik. Der Vorteil: Die Entwicklungs- und Produktzyklen sind länger.“

Doch der 1979 gegründete Halbleiterhersteller ist bereit, den nötigen langen Atem aufzubringen. Die Zertifizierungskriterien für die internen Prozesse und die Qualitätskontrolle nach den Standards TS16949, ISO9001 und ISO14001, die im Automobilbereich gültig sind, werden bei Taiwan Semi bereits gelebt, erläutert Chao.

An der Qualität mangele es also nicht. Es gehe vielmehr darum, in der Industrie als Ansprechpartner für Power-Management richtig wahrgenommen zu werden, meint der Taiwan-Semi-Marketier. Und das könne fünf bis zehn Jahre dauern, denn den notwendigen Stallgeruch könne man sich nicht über Nacht aneignen. Darauf sei das Unternehmen aber vorbereitet.

Taiwan Semiconductor verfügt über vier Fertigungsstätten mit insgesamt rund 2000 Mitarbeitern. Zwei Fabriken befinden sich in Taiwan, die anderen beiden in der Volksrepublik China. Den stetig steigenden Personalkosten in China begegnet das Unternehmen mit einem höheren Grad der Automatisierung. Ein großer Teil der Forschung und Entwicklung gilt der Verbesserung und Automatisierung der Produktionsprozesse. Dies fördere die Produktivität und die Qualität, so Vice President Chao.

Ein zentrales Thema für den Halbleiterhersteller ist die Energieeffizienz. Initiativen in dieser Richtung wurden bereits vor fünf Jahren gestartet. Alle Produktreihen werden im Hinblick auf die Energieeffizienz optimiert. Chao verweist unter anderem auf den selbst entwickelten und patentierten Super-Junction-MOSFET sowie die Power-ICs.

Die größere Effizienz spiegelt sich auch bei den Ladegeräten für Handys und Smartphones. Der Konsument wünsche ein schnelles Aufladen seiner mobilen Geräte. Um dieses Ziel zu erreichen, brauche man ein effizientes Power-Management. Darüber hinaus sei die Größe der Ladegeräte limitiert. Da Taiwan Semiconductor die Größe der Leistungshalbleiter erfolgreich verringert habe, könne man die Leistung der Geräte erhöhen, ohne die Ladegeräte größer machen zu müssen.

In Europa ist Taiwan Semiconductor bereits präsent. „Die Niederlassung in München koordiniert unser Europa-Geschäft“, erläutert Vertriebschef Chao. „Darüber hinaus haben wir zwei Vertriebsbüros in Paris und in Manchester.“ In der Kommunikation mit den Kunden gebe es daher keine Reibungsverluste aufgrund der Zeitverschiebung zwischen Europa und Taiwan.

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