Energieeffizienz und Ökodesign, Teil 7

Die aktuellen Verordnungen der Ökodesign-Richtlinie für Elektromotoren und Umwälzpumpen

10.02.2010 | Autor / Redakteur: Norbert Reintjes* / Gerd Kucera

Zeitgleich hat die EU-Kommission die Verordnung (EG) Nr. 640/200 zu Elektromotoren sowie Nr. 641/2009 zu Umwälzpumpen erlassen

Als Umsetzung der Ökodesign-Richtlinie hat die EU-Kommission weitere Verordnungen erlassen. Diese sind verbindliches EU-weit geltendes Recht mit dem Ziel, Energie und weitere Ressourcen während der Herstellung, Nutzung und Entsorgung Energie verbrauchender Produkte einzusparen. Dieser Teil befasst sich mit Elektromotoren und Umwälzpumpen.

Die Verordnung (EG) Nr. 640/200 adressiert insbesondere häufig in Antriebssystemen der Industrie eingesetzte Elektromotoren. Sie betrifft (nur) eintourige Dreiphasen-50-Hz- oder -50/60-Hz-Käfigläufer-Induktionsmotoren, wenn diese 2- bis 6-polig sind, eine Nennspannung bis 1000 V und eine Nennausgangsleistung zwischen 0,75 und 375 kW haben sowie für den Dauerbetrieb ausgelegt sind. Als Käfigläufermotor definiert die Verordnung dabei einen Elektromotor ohne Bürsten, Kommutatoren, Schleifringe oder elektrische Verbindungen zum Rotor.

Von besonderer Bedeutung ist, dass auch solche Motoren betroffen sind, die in andere Produkte eingebaut sind. Ausgenommen sind diese allerdings, wenn sie vollständig in ein Produkt (z.B. ein Getriebe, eine Pumpe, einen Ventilator oder einen Kompressor) eingebaut sind und wenn ihre Energieeffizienz nicht unabhängig von diesem Produkt erfasst werden kann. Ferner sind Motoren von den Energieeffizienzanforderungen ausgenommen, die dafür ausgelegt sind, ganz in eine Flüssigkeit eingetaucht betrieben zu werden und solche, die speziell für die Anwendung unter bestimmten Außenbedingungen konzipiert sind. Ebenso ausgenommen sind Bremsmotoren (Motoren mit einer elektromechanischen Bremseinheit, die unmittelbar ohne Kupplungen auf die Antriebswelle einwirkt).

Die elektronische Drehzahlregelung wird honoriert

Tabelle 1: Status quo der verschiedenen Produktgruppen (Stand Oktober 2009)
Tabelle 1: Status quo der verschiedenen Produktgruppen (Stand Oktober 2009)

Die Verordnung stellt eine Reihe von Anforderungen an die Produktinformation, vor allem aber begrenzt sie den Energieverbrauch von Elektromotoren während der Nutzungsphase. Neu innerhalb der EU in Verkehr gebrachte Motoren müssen ab 16. Juni 2011 der Energieeffizienzklasse IE2 angehören. Ab 1. Januar 2015 gilt für die Motoren mit einer Nennausgangsleistung von 7,5 bis 375 kW und ab 1. Januar 2017 auch für die kleineren Motoren ab 0,75 kW die Energieeffizienzklasse IE3 als Zugangsvoraussetzung für den europäischen Markt.

Sind die Motoren jedoch mit einer Drehzahlregelung ausgestattet, genügt auch weiterhin IE2. Die Einführung dieses Bonus für die Drehzahlregelung trägt der Tatsache Rechnung, dass mit Hilfe der elektronischen Ansteuerung des Motors – je nach Antriebssystem – das wesentliche Energieeinsparpotenzial realisiert werden kann.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 335365 / Leistungselektronik)

Analog IC Suchtool

e-Paper kostenlos lesen

ELEKTRONIKPRAXIS 23/2016

ELEKTRONIKPRAXIS 23/2016

Prozessoren und Tools für kompakte Bildverarbeitung

Weitere Themen:

Oszillatoren für sichere Bordnetze
Redesign für Health Care

zum ePaper

zum Heftarchiv

Embedded Software Engineering

Embedded Software Engineering

Entwicklung und Zertifizierung deutlich vereinfacht

Weitere Themen:

User Experience Design und agile Methoden
IoT-Sicherheit muss auf Vertrauen basieren
So sieht zukunftsfähige Embedded- Entwicklung aus

zum ePaper

zum Heftarchiv