Google Project Loon

Wie Ballons das Internet zu allen Menschen bringen können

17.06.13 | Redakteur: Peter Koller

Testlauf des Project Loon in Neuseeland
Testlauf des Project Loon in Neuseeland (Google)

Mit einem ungewöhnlichen Konzept will Suchmaschinenriese Google auch abgelegene Regionen in Entwicklungsländern mit kostengünstigem Internet-Zugang versorgen: Durch Schwärme von vernetzten Gasballons.

Project Loon nennt sich das Vorhaben von Google. Laut einer offiziellen Mitteilung von Google sind derzeit noch zwei von drei Menschen auf der Erde ohne bezahlbaren Internetzugang, in vielen Ländern der südlichen Hemisphäre koste ein Internetzugang mehr als ein durchschnittliches Monatseinkommen. Um das zu ändern, tritt das Project Loon an. Es ist Teil der sogenannten Moonshot-Projekte des Entwicklungslabors Google [x].

Die Idee ist, den Internetzugang durch Ballons zu gewährleisten, die in 20 Kilometer Höhe in der Stratosphäre fliegen: Hoch über dem Wetter und Passagierflugzeugen. Die Positionierung in der Stratosphäre hat aber noch einen anderen Grund.

Die Idee, Ballons oder Luftschiffe als hochfliegende Internetplattformen zu nutzen, ist nicht neu. Einen Durchbruch dieses Konzepts verhindert haben aber meist die Schwierigkeiten, die Fluggeräte autonom und dauerhaft über einem bestimmten Gebiet zu halten.

Project Loon geht einen anderen Weg. Die Ballons sollen gar nicht an einem Ort bleiben, sondern in einem bestimmten Breitengrade-Bereich rund um die Erde fliegen. Dazu nutzen sie die Höhenwinde in der Stratosphäre. Durch einen Höhenveränderung können die solarbetriebenen Ballons in unterschiedlich ausgerichtete Jetstreams gebracht werden, so dass eine rudimentäre Steuerung möglich ist.

Komplexe Algorithmen und eine große Zahl von eingesetzten Ballons sollen dafür sorgen, dass immer genügend fliegende Internet-Access-Points über einer Region sind. Die Ballons können sich untereinandern und mit Internet-Providern am Boden vernetzten. Durch speziell konstruierte Empfangsantennen – die wie kleine rote Ballons aussehen - sollen sie an Geräte am Boden eine Internet-Bandbreite liefern, die mindestens dem 3G-Mobilfunkstandard entspricht.

Vergangene Woche haben in Neuseeland erste Tests mit diesen Ballonschwärmen stattgefunden. Insgesamt 30 der Ballons wurden in die Höhe geschickt, um insgesamt 50 Test-User mit Internetzugang zu versorgen.

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Überwachung total - jetzt auch in den letzten ecken der erde!  lesen
posted am 20.06.2013 um 08:15 von Unregistriert


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