Breitbandstudie

Miese Datenraten verärgern die Kunden

02.05.13 | Redakteur: Peter Koller

Ärgernis Datenrate: Schon heute bekommen Nutzer bei vielen Providern oft nur einen Bruchteil der bezahlten Bandbreite
Ärgernis Datenrate: Schon heute bekommen Nutzer bei vielen Providern oft nur einen Bruchteil der bezahlten Bandbreite (Deutsche Telekom)

Die geplante Drosselung von Internet-Anschlüssen nach Überschreiten eines Datenvolumens durch die Deutsche Telekom könnte das Unternehmen viele Kunden kosten. Schon jetzt ist der Frust über unzureichende Datenraten groß. Das legt eine Studie von Steria Mummert Consulting nahe.

Internetanbieter können bis zu 40 Prozent ihrer Kunden verlieren, wenn sie nicht die versprochene Datenübertragungsrate liefern können. Eine Auswertung der Bundesnetzagentur zeigt, dass bereits heute die wenigsten Verbraucher mit der im Vertrag vereinbarten Geschwindigkeit im Netz unterwegs sind. Unternehmen müssen nun sicherstellen, dass ihnen die wechselwilligen Kunden nicht davonlaufen, so eine aktuelle Markteinschätzung von Steria Mummert Consulting.

Die Bundesnetzagentur macht den Verbrauchern die Geschwindigkeit ihres Internetanschlusses sichtbar. Mehr als eine halbe Million Nutzer haben den Breitbandtest im Rahmen der Initiative Netzqualität bereits gemacht. Das Ergebnis: Kaum ein Kunde surft mit der kompletten Übertragungsrate im Netz. Die Liefertreue der Anbieter ist jedoch einer der wichtigsten Parameter bei der Kundenzufriedenheit. Es gilt die einfache Formel: Je schlechter die Datenübertragung, desto unzufriedener der Verbraucher.

"Es ist marktentscheidend, die Abweichungen zwischen versprochener und verfügbarer Bandbreite möglichst gering zu halten", sagt Reinhold Weber von Steria Mummert Consulting. "40 Prozent der Kunden sind wechselwillig. Die Nichteinhaltung der vereinbarten Datenübertagungsraten, könnte sie letztendlich zu einem Wechsel treiben."

Durch Initiativen wie die der Bundesnetzagentur werden Verbraucher gegenüber den Internetanbietern zunehmend mündiger. Es muss darauf hingearbeitet werden diese kritische Kundengruppe von einem Wechsel abzuhalten. Die versprochene Datenübertragungsrate darf also nicht zu sehr von der tatsächlichen abweichen. Das weitverbreitete vertragliche Konzept der Bis-zu-Bandbreite garantiert dem Kunden zwar keine feste Datenübertragungsrate, jedoch darf diese nicht als Wunschvorstellungs-Bandbreite wahrgenommen werden.

Insbesondere beim Zukunftsmarkt LTE müssen Unternehmen sicherstellen, dass sie die maximale Datenübertragungsrate anbieten und stabil halten können. "Ein Imageschaden des neuen mobilen Highspeed-Internets wäre fatal", so Weber. Bei der Netzmessung kommt der Mobilfunkstandard der vierten Generation besonders schlecht weg: Lediglich 1,6 Prozent der Nutzer surfen mit den versprochenen 25 bis 50 Mbit pro Sekunde.

In den städtischen Ballungsräumen wird eine deutlich niedrigere prozentuale Datenübertragungsrate für das mobile Netz erreicht. In den ländlichen Gebieten gehen knapp ein Viertel der Nutzer mit der vermarkteten LTE-Geschwindigkeit ins Netz. In der Stadt sind es nur zwölf Prozent. Wer zukünftig in Ballungsräumen das stabilste Netz mit der höchsten Liefertreue anbieten kann, hat einen großen Marktvorteil und kann die Kunden an sich binden.

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Was wohl nichts anderes bedeutet das eine Mindestbandbreite wohl gesetzlich geregelt werden MUSS,...  lesen
posted am 13.05.2013 um 08:22 von Unregistriert


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