Kleiner und mehr: Tesla baut Netz an Stromtankstellen aus

| Autor / Redakteur: dpa-AFX / Michael Eckstein

Tesla forciert Ausbau: Mehr Supercharger-Ladestationen in Städten.
Tesla forciert Ausbau: Mehr Supercharger-Ladestationen in Städten. (Bild: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa)

Tesla-Fahrer in den USA beschweren sich vermehrt über Wartezeiten an stark frequentierten „Supercharger“-Stationen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Jetzt will der Elektroauto-Hersteller gegensteuern: Zur Markteinführung seines ersten günstigeren Wagens Model 3 forciert Tesla den Ausbau der Lade-Infrastruktur in den Innenstädten.

Dafür stellte die kalifornische Firma am Dienstag kleinere Versionen ihrer „Supercharger“-Säulen zum schnellen Aufladen der Fahrzeug-Akkus vor. Sie sollen zunächst in Chicago und Boston installiert werden. Tesla will die Anlagen an Supermärkten, in Einkaufszentren und auch an den Straßen der Innenstädte aufstellen. Wann die Technik nach Deutschland kommt, ist noch ungewiss.

Dabei wäre dies dringend nötig: In Deutschland gilt das bislang kaum existente Stromtankstellennetz als großes Hindernis beim Ausbau der Elektromobilität. Ein Henne-Ei-Problem: Noch sind zu wenige Elektromobile unterwegs, als dass sich der Ausbau des Ladestationsnetzes für die Versorger lohnen würde. Andererseits zögern Autokunden angesichts mickriger Reichweiten bei gleichzeitig wenig verfügbaren Stromspendern mit dem Kauf eines E-Autos.

Über 7.000 weitere Ladestationen nötig

Hinzu kommt die Kompatibilität: Nur wenn sich wie bei konventionellen Tankstellen sämtliche Elektroautos mit den Zapfsäulen betanken lassen, können die Stromer letztlich erfolgreich sein. Bis 2020, so schätzt die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE), müssten 7.100 Schnellladestationen sowie 35.000 Wechselstrom-Ladesäulen mit jeweils zwei Ladepunkten installiert sein, damit die bis dahin anvisierten eine Million Elektrofahrzeuge auch betankt werden können. Ein Blick auf die aktuelle Situation ist ernüchternd: Nach einer Erhebung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft gab es Ende 2016 deutschlandweit knapp über 7.400 öffentlich zugängliche Ladepunkte, von denen nicht einmal 300 schnellladefähig waren.

Nun naht Hilfe von unerwarteter Seite: Der Einzelhandel hat die E-Mobilität als zusätzliche Einnahmequelle entdeckt: Wie das Handelsblatt berichtet, wollen Handelsketten wie der schwedische Möbelfabrikant Ikea oder der Lebensmittelverkäufer Rewe auf ihren Terrains Stromtankstellen aufbauen. Noch im Jahr 2017 will die Energie-Handels-Gesellschaft (EHA) rund 200 Zapfsäulen aufstellen, überwiegend Schnellladestationen. Die Idee dahinter ist naheliegend: Während Kunden einkaufen, lädt des E-Mobil und beschert zusätzlichen Umsatz.

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... ich frage mich immer wieder, ob die Infrastruktur des Leitungsnetzes das alles hergibt....  lesen
posted am 13.09.2017 um 14:01 von Unregistriert


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