„Jetzt lachen sie nicht mehr über Tesla“

| Autor / Redakteur: Sabrina Hoffmann, Business Insider* / Benjamin Kirchbeck

Der ehemalige FDP-Vizekanzler Philipp Rösler ist mittlerweile Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der Stiftung World Economic Forum.
Der ehemalige FDP-Vizekanzler Philipp Rösler ist mittlerweile Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der Stiftung World Economic Forum. (Bild: World Economic Forum)

Philipp Rösler, ehemaliger Vize-Bundeskanzler, hat der Politik den Rücken gekehrt und ist nun im Vorstand des World Economic Forums (WEF). Im Interview spricht er über die deutschen Autobauer und warum wir einen Anti-Trump-Plan brauchen.

Die Bühne ist erleuchtet wie ein Raumschiff. Beats wummern aus den Boxen, die Menge tobt. Der Mann, der sich hier feiern lässt, trägt zum Anzug T-Shirt und Turnschuhe. „Wow“, raunt er, als der Beifall abebbt.

Der Mann ist kein Popstar, auch kein Gründer aus dem Silicon Valley. Es ist Philipp Rösler, ehemaliger Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister. Sein Auftritt ist einer der Höhepunkte des Tech Open Air 2017 in Berlin. Bei dem Festival spricht Rösler vor jungen, technikbegeisterten Menschen über Themen, die ihm schon immer am Herzen lagen: Start-ups und digitale Innovation.

Das war es dann schon mit den Parallelen zu früher. Ansonsten erinnert nichts an die Zeit, als Rösler zur Symbolfigur einer gescheiterten FDP wurde. Man verunkte ihn als „kleinen Philipp“, als „Fipsi“. Überfordert sei er, hieß es. Fehl am Platz.

Seit 2014 gehört Rösler dem Vorstand des World Economic Forum (WEF) an — ein Netzwerk mächtiger Politiker und Unternehmer, die gemeinsam die Welt verbessern wollen. Seine neue Aufgabe hat ihn verändert. Er wirkt erlöst.

Im Interview erklärt er, was sich Angela Merkel von Frankreichs neuem Präsidenten Emmanuel Macron abschauen kann und warum deutsche Autohersteller den Anschluss verpasst haben. Nur über deutsche Politik und seine alte Partei, die FDP, könne er nicht reden. Als Funktionär des WEF sei er jetzt „absolut unparteiisch“.

BI: Herr Rösler, Sie sind kaum wiederzuerkennen. Haben Sie Ihre Berufung gefunden?

Philipp Rösler: Auf jeden Fall. Mir gefällt die Idee, eine Plattform für all diejenigen zu gestalten, die mit dazu beitragen wollen, die Welt ein wenig besser zu machen. Und auch der Ansatz des Weltwirtschaftsforums ist absolut unterstützenswert: wir bringen den öffentlichen Sektor, Unternehmen und die Zivilgesellschaft zusammen, um gemeinsam und erfolgreich etwas zu bewegen.

BI: Sie wollten auch als Bundeswirtschaftsminister etwas bewegen. Eines Ihrer großen Vorhaben war es, die Start-up-Szene und die Digitalisierung zu stärken. Ist das ein Thema, mit dem man einfach keine Wahlen gewinnt?

Rösler: Ich habe mit der Politik angefangen, weil ich eine Mission hatte. Die Frage ist nicht, ob man dadurch Wähler anlockt, sondern ob es wichtig ist für die Zukunft der Wirtschaft. Die Automobilindustrie hat sich lange auf alte Technologien konzentriert und gemerkt, dass andere sie überholt haben.

Als Tesla am Anfang stand, haben die meisten deutschen Autobauer nur gelacht. Jetzt lachen sie nicht mehr. Das hat gerade natürlich noch ganz andere Gründe, aber sie haben auch die Notwendigkeit neuer Technologien unterschätzt.

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Viel dringender als einen Anti-Trump-Plan brauchen wir einen Plan gegen scheinheilige Lobbyisten....  lesen
posted am 14.08.2017 um 17:18 von MOSFET

Auch, hat der Philip endlich eine Anschlussverwendung gefunden - ein paar tausend Schleckerfrauen...  lesen
posted am 08.08.2017 um 17:54 von Unregistriert


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