Instandhaltung

Fernwartung 4.0: Was ist aus rechtlicher Sicht neu?

17.03.17 | Autor / Redakteur: Gunnar Helms / Beate Christmann

Instandhaltungskosten und Stillstandzeiten minimieren, Effizienz steigern – Industrie 4.0 soll auch auch die Fernwartung optimieren. Für Unternehmen gilt es sich in diesem Zusammenhang über ihre Pflichten und die rechtlichen Vorschriften im Bezug auf Datenschutz und -sicherheit zu informieren.
Instandhaltungskosten und Stillstandzeiten minimieren, Effizienz steigern – Industrie 4.0 soll auch auch die Fernwartung optimieren. Für Unternehmen gilt es sich in diesem Zusammenhang über ihre Pflichten und die rechtlichen Vorschriften im Bezug auf Datenschutz und -sicherheit zu informieren. (Bild: Pixabay, CC0 Public Domain)

Eine vorausschauende Instandhaltung kann durch eine vernetzte Fernwartung optimiert werden. Für Unternehmen gilt es dabei allerdings, einige rechtliche Aspekte im Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit zu beachten.

Die Fernwartung an sich ist funktional gesehen nicht neu: Aus der Ferne, das heißt per Datenfernübertragungsnetz und geeigneter Software, schaltet sich das Wartungspersonal auf die instandzuhaltende Maschine. Bisher geschah dies immer erst im Störungsfall mit dem Ziel, diesen zu analysieren und nach Möglichkeit ohne einen personellen Einsatz direkt vor Ort zu beheben.

Ununterbrochene Datenströme

Der wesentliche Unterschied der Variante 4.0 besteht inhaltlich darin, dass die Verbindung zur Maschine nicht erst bei Bedarf durch den Menschen, sondern von der Maschine bei einem definierten Ereignis selbstständig hergestellt wird. In vielen Fällen besteht die Verbindung per Internet sogar permanent und Daten werden ununterbrochen übermittelt – bei Bedarf auch zwischen mehreren Maschinen untereinander.

Bei entsprechend vorhandener Sensorik meldet die Maschine laufend bestimmte Betriebszustände an kritischen Baugruppen, beispielsweise Messtoleranzen, Füllstände, Temperaturentwicklungen oder Stromschwankungen. Die erzeugten Daten können jederzeit weiterverarbeitet und ausgelesen werden. Im optimalen Fall werten die Maschinen die entweder selbst- oder fremderhobenen Maschinendaten auch eigenständig aus und reagieren situationsbedingt, indem sie beispielsweise ein benötigtes Ersatzteil rechtzeitig und vollautomatisch bestellen.

Rechtliche Fragen

Dieses unter dem Begriff Predictive Maintenance (vorausschauende Instandhaltung) bekannte Verfahren perfektioniert die Ziele der klassischen Fernwartung, nämlich Stillstandszeiten zu minimieren, Instandhaltungskosten zu reduzieren und die Effizienz insgesamt zu steigern. Damit verbunden stellen sich jedoch auch zahlreiche rechtliche Fragen, die im Folgenden näher betrachtet werden sollen.

Besonders relevante Disziplinen sind dabei der Datenschutz und die Datensicherheit. Während die Datensicherheit darauf abzielt, Daten und Datenverkehr vor An- und Zugriffen sowie Missbrauch durch unberechtigte Dritte zu schützen, soll durch den Datenschutz primär der Schutz von personenbezogenen Daten gewährleistet werden.

Rechtmäßigen Datentransfer sicherstellen

Nach wie vor ist eine datenschutzrechtskonforme Ausgestaltung der Fernwartung zu beachten. In diesem Zusammenhang sollte meist zumindest eine Auftragsdatenverarbeitungs-Vereinbarung gemäß § 11 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) abgeschlossen werden. Dies gilt erst recht, wenn Daten in einer Cloud abgelegt werden. Damit verbunden stellt sich die Frage des rechtmäßigen Datentransfers insgesamt, vor allem bei einem Datentransfer in eine Cloud in Ländern außerhalb der EU.

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