Nachlese IoT-Kongress 2015

Praktische Lösungen fürs Internet der Dinge

27.10.15 | Redakteur: Franz Graser

Aufmerksam dabei: Die rund 70 Teilnehmer erhielten einen guten Überblick über die Lösungsvielfalt im Internet der Dinge.
Aufmerksam dabei: Die rund 70 Teilnehmer erhielten einen guten Überblick über die Lösungsvielfalt im Internet der Dinge. (Bild: Johann Wiesböck)

Das Internet der Dinge ist Realität – aber welche Lösungen und Geschäftsmodelle sind sinnvoll und bringen Unternehmen voran? Der IoT-Kongress der ELEKTRONIKPRAXIS in Zusammenarbeit mit der TU München widmete sich diesen Fragen.

Bereits zum zweiten Mal fand heuer der IoT-Kongress der ELEKTRONIKPRAXIS in Zusammenarbeit mit der TU München statt. Die Veranstaltung, die sich an Entwickler und Entscheider richtet, die nach Lösungen beziehungsweise Geschäftsmodellen im Umfeld des Internets der Dinge suchen, war mit rund 70 Teilnehmern gut besucht.

In den letzten Jahren ist um den Begriff des Internets der Dinge ein großer Hype entstanden: Marktbeobachter und Berater überbieten sich geradezu in Prognosen, wie viele Geräte 2020 oder 2025 mit dem Internet verbunden sein werden – und wie viel Umsatz in diesem Bereich erzielt werden kann.

Der diesjährige IoT-Kongress hatte sich dagegen wie im Vorjahr das Motto „Best Practices in the Internet of Things“ auf die Fahne geschrieben. Anders als viele andere Veranstaltungen zum Thema geht der IoT-Kongress von der Prämisse aus, dass das Internet der Dinge zumindest in Teilen bereits Realität ist. Demzufolge stehen nicht raumgreifende Zukunftsvisionen im Vordergrund, sondern konkrete Anwendungsbeispiele und Lösungen sowie deren Bausteine.

Smart Data in der Produktion

In ihrer Keynote „Herausforderungen und Lösungsansätze für Smart Data in der Produktion“ beschäftigte sich Professorin Birgit Vogel-Heuser von der TU München mit dem Potenzial der Datenanalyse im Umfeld der Industrie 4.0. Vogel-Heuser legte zunächst dar, dass es durch die Datenanalyse viel zu gewinnen gebe: Die Analyse von Prozessdaten und Alarmsequenzen erlaube es zum Beispiel, kritische Situationen für die Maschinenbediener vorherzusagen. Auf diese Weise lassen sich Handlungsempfehlungen für den Operator ableiten.

Eine weitere Anwendung für Smart Data ist die Qualitätsvorhersage. Professorin Vogel-Heuser brachte hier das Beispiel eines Faserplattenherstellers, der anhand der Prozessdaten schon während der Produktion einen guten Einblick in die zu erwartende Qualität der Platten bekommt und somit seinen Ausschuss reduzieren kann.

Darüber hinaus zeigte sie, dass Fertiger mit Hilfe eines Manufacturing Execution Systems (MES) in der Lage sind, den Energieverbrauch im Betrieb zu optimieren, indem stetig die Energiedaten erhoben und daraus relevante Kennzahlen berechnet werden. Anhand dieser Kennzahlen ließen sich Ansätze für Prozessoptimierungen ableiten, die wiederum eine Verringerung des Energiebedarfs erlauben.

Intelligente IoT-Plattform

Michele del Mondo, Business Development Manager beim Hauptsponsor PTC, stellte praktische Erfahrungen aus der Arbeit mit der Internet-of-Things-Plattform Thingworx vor. Dabei zeigte er, wie sich die Thingworx-Plattform in das Lösungs-Portfolio von PTC einfügt. Für PTC, von Haus aus Spezialist für Lösungen rund um die Produktentwicklung, ist dies durchaus folgerichtig, denn Produkte werden immer intelligenter, sie werden vernetzt, und so entstehen letztlich Systeme aus Produkten und Systeme aus Systemen. Die frühere Trennung zwischen realer und digitaler Welt ist somit nicht mehr gegeben.

del Mondo legte in seinem Vortrag neue Möglichkeiten der Wertschöpfung dar (operativer, strategischer und zuletzt revolutionärer Art) und nannte konkrete Beispiele. So erreichte zum Beispiel der amerikanische Automatenhersteller Diebold eine Reduktion der Ausfallzeiten seiner Geldautomaten um 15 Prozent. Der Medizintechnik-Hersteller Elekta konnte über 20 Prozent der Serviceanfragen ohne einen Besuch vor Ort lösen. Zuletzt betonte del Mondo, die unternehmensweite Vision sei entscheidend für den Erfolg einer IoT-Strategie.

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