"Wie in Star Trek"

Google baut den allwissenden und allgegenwärtigen Computer

18.05.17 | Autor / Redakteur: Christoph Dernbach und Andrej Sokolow, dpa / Sebastian Gerstl

Google-Chef Sundar Pichai spricht auf der Entwicklerkonferenz Google I/O am 17.5.2017 in Mountain View. Der Google-Konzern kündigte gestern seine Vision eiens selbstlernenden, allgegenwärtigen Computersystems dar, das Menschen bestimmte, großteils lästige Aufgaben des Alltags abnimmt. Es sei, so Pichai, der Übergang von einer "Mobile-First"-Welt, in der sich alles um das Smartphone drehte, zu einer, in der künstliche Intelligenz den Ton angibt.
Google-Chef Sundar Pichai spricht auf der Entwicklerkonferenz Google I/O am 17.5.2017 in Mountain View. Der Google-Konzern kündigte gestern seine Vision eiens selbstlernenden, allgegenwärtigen Computersystems dar, das Menschen bestimmte, großteils lästige Aufgaben des Alltags abnimmt. Es sei, so Pichai, der Übergang von einer "Mobile-First"-Welt, in der sich alles um das Smartphone drehte, zu einer, in der künstliche Intelligenz den Ton angibt. (Bild: Andrej Sokolow/dpa)

Die Maschinen werden immer schlauer. Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O präsentiert der Internet-Konzern eine Vision von einer allgegenwärtigen künstlichen Intelligenz, die das Leben der Anwender erleichtern soll. Dazu muss man aber viel von sich preisgeben.

Auf den ersten Blick sind es nur lauter kleine Funktionen, mit denen künstliche Intelligenz das Leben der Nutzer von Google-Diensten leichter machen soll. Viele Anwender können sich noch gut daran erinnern, wie nervig es ist, die lange Passwort-Zahlenreihe bei einem neuen WLAN-Router einzutippen. Jetzt braucht man den Aufkleber auf dem Gerät nur vor die Handy-Kamera zu halten - und die Software liest den Passcode nicht nur, sondern gibt ihn auch gleich in eine Anmelde-App ein. Das System erkennt auch, wo sich in einem Text relevante Adress-Informationen verstecken. Oder teilt Fotos automatisch mit den Familienmitgliedern, die darauf abgebildet sind.

Woher die Google-Software das weiß? Gesichtserkennung. Genauso wie der Google-Assistent im vernetzten Lautsprecher "Home" die Nutzer in einem Haushalt an der Stimme unterscheiden kann. Sagt man also, "Okay, Google, rufe meine Mutter an", weiß der smarte Lautsprecher ganz genau, wessen Mama hier gemeint ist. Die Vision: Der Google Assistant, diese künstliche Intelligenz, die irgendwo verteilt auf den Servern des Konzerns wohnt, soll überall sein, wo der Mensch ist. Soll für ihn jederzeit ansprechbar sein und jede Frage beantworten können. Auf dem Smartphone, der Armbanduhr, im Auto und in der Küche.

Es ist letztlich der Traum vom Computer aus "Star Trek", der nicht mehr Science Fiction ist, sondern auf einmal greifbar nahe erscheint. Mit der sprechenden Software könnte man schließlich auf ganz natürliche Weise mit einem Computer kommunizieren können. "Es sollte der einfachste Weg sein, etwas zu erledigen", sagte Forschungschef Scott Huffman auf der Entwicklerkonferenz Google I/O. Es sei der Übergang von einer "Mobile-First"-Welt, in der sich alles um das Smartphone drehte, zu einer, in der künstliche Intelligenz den Ton angibt, erklärte Google-Chef Sundar Pichai.

Nicht nur Google ist mit seinem Assistant auf dem Weg dorthin, sondern auch Apple mit Siri, Amazon mit Alexa, Microsoft mit Cortana. Google hofft aber, dass die gewaltige Datenmenge, die sich auch dank der vielen Milliarden Internet-Suchen angesammelt hat, zusammen mit der konsequenten Erfassung allen Wissens und einer gewaltigen Rechenleistung dem Konzern am Ende einen Vorteil vor der Konkurrenz verschaffen werden.

Mit der Kraft der allgegenwärtigen künstlichen Intelligenz macht sich Google auch für den Wettbewerb mit Facebook fit. Wenn die besten Fotos einer Party mit Hilfe von Google-Technologie wie von Geisterhand unter allen Anwesenden ausgetauscht werden, könnte daraus eine attraktive Alternative zu Facebook-Diensten wie Instagram oder WhatsApp entstehen. Und mit rund 500 Millionen aktiven Nutzern von Google Photos spielt der Suchmaschinen-Gigant ohnehin in einer Liga mit Instagram & Co.

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Ich freu mich schon drauf, wenn ich Google fragen kann, wo dich den schon wieder die verdammte...  lesen
posted am 23.05.2017 um 06:58 von Unregistriert

Allwissend --- das war doch die Domäne von Göttern aller Art....  lesen
posted am 19.05.2017 um 12:52 von Unregistriert

Schon mal sehr verdächtig: Leute, die da nicht mitmachen und das alles ganz toll finden. Die haben...  lesen
posted am 18.05.2017 um 15:39 von Olaf Barheine

Die Suche nach einem Autopiloten hat auch eine politische Dimension.  lesen
posted am 18.05.2017 um 13:18 von Unregistriert

Liest sich wie der real gewordene Alptraum. Wer will sowas ernsthaft in Zeiten von Despoten...  lesen
posted am 18.05.2017 um 12:02 von Unregistriert


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