Digitalisierung

IBM eröffnet in München weltweiten Hauptsitz für die IoT-Sparte Watson

17.02.17 | Autor / Redakteur: dpa / Franz Graser

Das Hauptquartier der IBM-Sparte Watson IoT ist in den Münchner Highlight Towers untergebracht.
Das Hauptquartier der IBM-Sparte Watson IoT ist in den Münchner Highlight Towers untergebracht. (Bild: Matthias Balk/dpa)

Der Technologie-Standort München hat prominenten Zuwachs bekommen: Am Donnerstag hat IBM sein weltweites Watson-Forschungszentrum für das Internet der Dinge in München offiziell eröffnet.

Im Endausbau sollen 1000 Spezialisten des IT-Konzerns über Themen wie kognitive Intelligenz brüten und Zukunftstechnologien für die Vernetzung von Mensch und Maschine entwickeln. 200 Millionen Euro investiert IBM nach Angaben eines Unternehmenssprechers.

Im Prinzip geht es bei den Themen „Internet der Dinge“ und „Industrie 4.0“ um die Vernetzung von Maschinen mit dem Internet, etwa bei der Steuerung der Gebäudetechnik über das Smartphone handelt oder bei der Analyse riesiger Mengen an Produktions- und Geschäftsdaten. Bisher seien Forschung und Entwicklung in diesem Bereich bei IBM auf weltweit gut 20 Forschungsstandorte verteilt gewesen, sagt der Unternehmenssprecher.

Ein großes Forschungsgebiet ist die Digitalisierung von Autos, im Münchner Zentrum kooperiert BMW mit den IBM-Entwicklern. Kognitive Intelligenz in dieser Hinsicht bedeutet unter anderem, dass das Auto Gesundheitsprobleme seines Fahrers erkennen soll, die Rechnung an der Tankstelle automatisch bezahlen kann und bei einer Panne die Werkstatt verständigt.

Darüber hinaus hat der bedeutende Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler eine mehrjährige strategische Kooperation mit IBM vereinbart. Die kognitive Intelligenz von IBM Watson soll aus den Daten, die aus Milliarden von Sensoren generiert werden, Erkenntnisse gewinnen. Auch mit Bosch wurde eine Koooperation vereinbart.

Für München ist die Ansiedlung des IBM-Zentrums im innerdeutschen Wettbewerb um High-Tech-Unternehmen von Bedeutung, da derartige Ansiedlungen oft Sogwirkung entfalten. In der bayerischen Landeshauptstadt forschen bereits die heimischen Siemens-Entwickler, und auch der US-Konzern General Electric ist mit einem eigenen Entwicklungszentrum vertreten, ebenso der chinesische Telekommunikationsausrüster Huawei. Nun kommt IBM dazu.

„IBM hat sich ganz bewusst für Bayern, für München entschieden“, sagt Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). „Wir bieten eine breite Palette an interessanten Anwendungsindustrien, exzellente Forschungseinrichtungen, kompetente Fachkräfte und bestens ausgebaute Infrastrukturen.“

Ein großes Hindernis für das Internet der Dinge aber sind Hacker. In Fachkreisen erregte im vergangenen Jahr ein Angriff auf den US-Blogger Bryan Krebs großes Aufsehen. Denn nach Angaben von IT-Sicherheitsexperten kaperten der oder die Angreifer über Internet ferngesteuerte Geräte und Maschinen, die den Server mit millionenfachen Anfragen zum Stillstand brachten. Darunter soll sich beispielsweise eine Vielzahl von Überwachungskameras eines chinesischen Herstellers befunden haben, die alle mit dem gleichen Passwort gesichert waren.

Derlei Angriffe bergen Alptraumszenarien für Industriefirmen. Sollten Hacker eines Tages die Kontrolle über eine Chemiefabrik übernehmen oder vernetzte Autos kapern, wäre der Schaden gewaltig. Deswegen werden die IBM-Entwickler in München auch an der Hackerabwehr tüfteln. „Die Sicherheit ist ein Megathema“, sagt der IBM-Sprecher.

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