Hauptversammlung

Infineon startet zuversichtlich ins Geschäftsjahr 2017

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Dr. Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG, bei seiner Rede auf der Hauptversammlung 2017. Trotz stagnierendem Halbleitermarkt konnte Infineon im vergangenen Geschäftsjahr um 8 Prozent zulegen. Auch für das kommende Jahr ist man positiv gestimmt: Auf der Hauptversammlung stellte das Halbleiterunternehmen einige Visionen für Trends wie Digitalisierung, Smart City oder Autonomes Fahren vor.
Dr. Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG, bei seiner Rede auf der Hauptversammlung 2017. Trotz stagnierendem Halbleitermarkt konnte Infineon im vergangenen Geschäftsjahr um 8 Prozent zulegen. Auch für das kommende Jahr ist man positiv gestimmt: Auf der Hauptversammlung stellte das Halbleiterunternehmen einige Visionen für Trends wie Digitalisierung, Smart City oder Autonomes Fahren vor. (Bild: Infineon)

Trotz eines stagnierenden Halbleitermarktes kann Infineon auf ein überaus erfolgreiches Jahr 2016 zurückblicken: Steigende Umsätze in allen Geschäftssegmenten, ein über dem Marktschnitt liegendes Wachstum und ein deutliches Aktienplus geben dem deutschen Halbleiterhersteller Aufwind für große Pläne.

Mehr Umsatz. Ein besseres Ergebnis. Eine höhere Dividende: 2016 war erneut ein erfolgreiches Geschäftsjahr für Infineon. Diese Ergebnisse präsentierte Vorstandsvorsitzender Dr. Reinhard Ploss auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung vor den versammelten Aktionären.

Der Umsatz des Konzerns stieg auf 6 Milliarden 473 Millionen Euro. Alle vier Geschäftsbereiche, Automotive, Industrial Power Control, Power Management sowie Chip Card & Security, haben zu diesem Umsatzwachstum beigetragen.

Damit konnte sich Infineon erfolgreich gegen den eigentlich stagnierenden Trend auf dem sich immer weiter konsolidierenden Halbleitermarkt entgegenstemmen. Während etwa der Industrieverband ZVEI für den deutschen Halbleitermarkt einen Rückgang von 4,4 Prozent im vergangenen Jahr feststellte und das weltweite Wachstum zwischen zwei und drei Prozentpunkten lag, legte Infineon um knapp 8 Prozent zu. Mehr als genug Grund, sich für 2017 zuversichtlich zu zeigen: Auch der ZVEI rechnet damit, dass im aktuellen Jahr alleine der Inlands-Markt um gut drei Prozent zulegen dürfte.

"Wir stehen also vor enormen Aufgaben," kündigte Dr. Reinhard Ploss an. "Wir wollen die wachsende Weltbevölkerung mit Energie und Nahrung versorgen. Wir wollen den Menschen einen höheren Lebensstandard bieten. Und wir wollen gleichzeitig die Auswirkungen des Wachstums auf die Umwelt deutlich verringern. Für diese Aufgaben brauchen wir neue Lösungen."

Um diese Aufgaben zu erfüllen plant Infineon, sich verstärkt auf Trendentwicklungen wie Digitalisierung und Elektrifizierung zu konzentrieren. Als Beispiel präsentierte Infineon den Prototypen einer intelligenten Straßenlaterne. Diese für Smart-City-Anwendungen beispielhafte Straßenlaterne ist mit dem Internet verbunden und mit Radarsensoren, Leistungshalbleitern, Sicherheitschips und Mikrocontrollern von Infineon ausgestattet. Die Laterne passt ihre Leistung dynamisch an und wird heller, wenn Fahrzeuge oder Menschen unterwegs sind, und könnte etwa feststellen, ob in der Nähe Parkplätze frei sind, um diese Informationen dann an Vernetzte Autofahrer weiterzugeben. Auch der Automotive-Bereich, insbesondere das Segment Autonomes Fahren, wird bei Infineon besonders im Fokus stehen.

Einziger Wermutstropfen war der Stand um die Verhandlungen zur Übernahme der Cree-Sparte Wolfspeed Power & RF: Nachdem die amerikanische Aufsichtsbehörde CIFUS wegen Bedenken bezüglich der nationalen Sicherheit vergangene Woche ein Veto gegen den Verkauf eingelegt hatte, schätzte Dr. Ploss die Wahrscheinlichkeit, dass der Verkauf noch über die Bühne gehen würde, als „extrem gering“ ein. Man sei aber auf diesen Fall bereits ausreichend vorbereitet, ein Platzen des Geschäfts würde keine „offene Flanke“ hinsichtlich des Wettbewerbs auf dem Markt schaffen.

Angesichts der positiven Ergebnisse beschlossen die Aktionäre auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat daher die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,22 Euro je Aktie. Gegenüber dem letzten Geschäftsjahr entspricht das einer Erhöhung um ca. 10 Prozent. Die Dividende stieg damit das dritte Jahr in Folge. Insgesamt fließen damit fast 248 Millionen Euro an die Aktionäre, die auf diesem Weg am Erfolg des Unternehmens beteiligt werden.

Ebenfalls auf der Hauptversammlung wurde Géraldine Picaud, Finanzvorstand des französischen Konzerns Essilor International, als neues Mitglied in den Infineon-Aufsichtsrat gewählt. Sie folgt auf Prof. Dr. Doris Schmitt-Landsiedel, die aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden ist. Picaud, die 1992 mit einem Master of Business Administration von der Reims Superior School of Commerce promovierte, gehört dem Executive Committee von Essilor seit 2011 an.

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