Patentanmeldungen

Wie Apple der Tastatur endgültig den Rest geben will

26.07.11 | Redakteur: Peter Koller

Acoustic Pulse Recognition: Piezosensoren an den Rändern des Touchpads erfassen die Tippgeräusche (Patently Apple)
Acoustic Pulse Recognition: Piezosensoren an den Rändern des Touchpads erfassen die Tippgeräusche (Patently Apple)

Auf dem Telefon (iPhone) und dem Tablet-Computer (iPad) hat Apple die Tastatur schon abgeschafft. In Zukunft sollen auch die Notebooks und Desktop-PCs ohne Tasten im herkömmlichen Sinn auskommen. Darauf weisen jedenfalls Patentanmeldungen von Apple hin.

Laut der Online-Seite Patently Apple, die die Patenteinreichungen des Herstellers beobachtet, hat Apple in diesem Jahr bereits eine ganze Reihe von Patentanträgen gestellt, in denen es um tastenlose virtuelle Keyboards geht.

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Natürlich gibt es auch auf Geräten wie dem iPhone und dem iPad längst virtuelle Tastaturen, allerdings hat sich herausgestellt, dass die herkömmlichen kapazitiven oder resistiven Touchscreens für die Eingabe von Text eher schlecht geeignet sind. Ist der Screen zu empfindlich eingestellt, kommt ein Buchstabe mehrfach, ist er zu unempfindlich, sind oft mehrere Versuche für eine Eingabe nötig.

Akustische Erfassung der Tippgeräusche

Die im Apple-Patent alternativ vorgeschlagene Technik nennt sich Acoustic Pulse Recognition. Dabei wird das beim Tippen auf einer glatten Oberfläche erzeugt Geräusch zum Auslösen einer "Tastatur"-Eingabe verwendet. Durch die Verwendung von mehreren Sensoren soll über die Messung der Schall- oder Erschütterungs-Laufzeiten der Ort der Tippbewegung und damit der richtige Buchstabe präzise zu ermitteln sein.

Als mögliche Sensortechnologien nennt Apple neben Mikrofonen auch piezoelektrische Systeme sowie Seismometer und Beschleunigungssensoren.

Herkömmliche kapazitive Touch-Technologie könnte ergänzend eingesetzt werden, um zum Beispiel zu unterscheiden, ob eine Stelle auf der Tastatur wirklich "gedrückt" wurde oder der Finger versehentlich dort liegt.

Ein virtuelle Tastatur auf Glas oder Metall

Die Apple-Patenteinreichungen weisen darauf hin, dass Apple auf eine flache, glatte Oberfläche entweder aus Metall oder Glas als Tastaturersatz in künftigen Geräten abzielt. Die Metalloberfläche könnte mit mikrofeinen Löchern perforiert sein (ein anderes Apple-Patent), um im aktiven Zustand Buchstaben anzuzeigen, die sonst unsichtbar sind. Alternativ könnte Apple seine Glas-Trackpads auf Tastaturgröße aufblasen, und mit einem hinterlegten TFT-Display versehen.

Herkömmliche Tastaturen bieten durch den Tasten-Widerstand und Druckpunkt einen guten Feedback-Mechanismus, der in dieser Form bei virtuellen Tastaturen nicht vorhanden ist. Dort gibt es zwar eine Rückmeldung per Vibration, die aber unzureichend ist. Aber auch an diesem Problem wird, nicht nur bei Apple, gearbeitet.

Elektrische Felder liefern Feedback

Das Unternehmen Senseg hat beispielsweise eine Technologie namens E-Sense entwickelt. Über eine Beschichtung des Touchscreens werden an definierten Stellen elektrische Felder erzeugt. Über diese kann die Illusion unterschiedlich rauer Oberflächen und verschieden starker virtueller Widerstände für den Finger erzeugt werden.

Auch IBM forscht daran, virtuelle Tastaturen besser und komfortabler zu machen. Ein kürzlich eingereichtes Patent beschreibt ein System, das in einer Lernphase die Besonderheiten eines Anwenders beim Tippen auf einer virtuellen Tastatur erfasst und anschließend die virtuelle Tastatur den individuellen Gepflogenheiten anpasst, indem die "Tasten" unterschiedlich groß und versetzt angezeigt werden.

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Warum was ersetzen, was sich so gut bewährt hat, wie die Tastatur am Computer? Wahrscheinlich nur...  lesen
posted am 01.08.2011 um 10:08 von Unregistriert


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