Assistenzsysteme

AviCoS setzt virtuellen Beifahrer ins Auto

04.08.11 | Redakteur: Franz Graser

Der virtuelle Beifahrer soll das Nachschlagen in der Bedienungsanleitung des Autos überflüssig machen (TU München)
Der virtuelle Beifahrer soll das Nachschlagen in der Bedienungsanleitung des Autos überflüssig machen (TU München)

Eine freundliche Stimme anstatt blinkender Warnleuchten, die den Autofahrer irritieren – das will das System AviCoS erreichen. Eine natürlichsprachige Benutzerschnittstelle informiert den Fahrer rechtzeitig, falls es Probleme gibt.

Das Akronym AviCoS steht für "Avatar-based Virtual Co-driver System". Die Lösung, die am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der TU München in Zusammenarbeit mit der Audi AG entwickelt wurde, benutzt einen Avatar für die Kommunikation zwischen dem Auto und seinem Fahrer.

Der virtuelle Assistent wird in der Multimediakonsole des Autos angezeigt und reagiert auf die gesprochene Sprache des Fahrers. Das System versteht vollständige Sätze, es interpretiert mit Hilfe künstlicher Intelligenz die Fragen der Autoinsassen und antwortet seinerseits ebenfalls mit gesprochener Sprache.

AviCoS soll vor allem das Nachschlagen in der Bedienungsanleitung des Autos überflüssig machen. Wenn der Fahrer zum Beispiel fragt, wo das Scheibenwaschwasser eingefüllt werden soll oder wo der Wagenheber zu finden ist, werden die passenden Informationen in Form von Bildern und Videos eingespielt.

"AviCoS bietet einen bequemen und interaktiven Zugriff auf multimedial aufbereitete Inhalte, die weit über den Informationsgehalt des gedruckten Benutzerhandbuchs hinausgehen", erläutert Michael Schermann, der Leiter der Forschungsgruppe Automotive Services am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der TU München. Zudem gebe es nahezu keinen Lernaufwand, um mit dem System umgehen zu können.

Das System ist aber intelligent genug, um festzustellen, wann das Einspielen visueller Informationen angebracht ist und wann es eher ablenkt. Mit steigender Geschwindigkeit werden zunächst die Animationen und dann die grafischen Einspielungen abgeschaltet. Der sprachbasierte Kommunikationskanal bleibt aber immer aktiv.

Auch eine weitere Ausbaustufe des Systems ist angedacht: Anhand des Tonfalls des Fahrers soll AviCoS erfassen können, wenn der Fahrzeuglenker gestresst ist. Auch dann könnte die grafische Informationsvermittlung reduziert werden.

Zudem böte sich die Möglichkeit, das Avatar-basierte System mit dem Navigationsgerät zu koppeln. Wird ein hoher Stressfaktor des Fahrers festgestellt, dann könnte das Navi einfach früher und häufiger auf die Fahrtrichtung hinweisen.

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