Studie von Porsche Consulting

Patienten würden sich auch von Dr. Roboter operieren lassen

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Ein Roboter als operierenden Arzt? Die Deutschen zeigen sich gegenüber der neuen Möglichkeit durchaus aufgeschlossen.
Ein Roboter als operierenden Arzt? Die Deutschen zeigen sich gegenüber der neuen Möglichkeit durchaus aufgeschlossen. (Bild: Porsche Consulting)

Drei von vier Bürgern in Deutschland hätten nichts dagegen, wenn bei einer Operation im Krankenhaus ein Roboter statt eines Chirurgen das Skalpell führen würde. Auch im Alter wäre die Mehrheit bereit, sich von einer Maschine pflegen zu lassen. Allerdings: Die Befürworter knüpfen ihr „Ja“ an Bedingungen.

Die Kliniken in Deutschland ächzen unter dem stetig zunehmenden Kostendruck und das gleiche Bild offenbart sich auch in den hiesigen Pflegeeinrichtungen: Zu wenig Personal und ein knapp bemessener Budgetrahmen verhindern immer öfter ein angemessenes Pflegeniveau. Abhilfe könnten fortan operierende Roboter und sogenannte Care-O-Bots leisten – doch wollen die Deutschen das überhaupt?

Grundsätzliche Bereitschaft, aber …

Die Managementberatung Porsche Consulting hat in einer repräsentativen Umfrage die Bereitschaft abgefragt, ob und wann sich die Deutschen unter das Robotermesser legen würden und ob ein Roboter als künstlich intelligenter Pfleger in Frage kommt. Das Ergebnis überrascht, denn in beiden Fällen zeigte sich jeweils mehr als die Hälfte grundsätzlich offen für die neuen Ansätze.

Laut der Porsche-Umfrage, an der 1.000 Personen teilnahmen, sind in Deutschland 74 Prozent bereit sich operieren zu lassen, wenn ein Roboter statt dem Chefarzt den Eingriff durchführen würde. Unter den Befragten knüpfen allerdings auch 41 Prozent ihr „Ja“ an die Bedingung, dass der Robotereinsatz weniger risikoreich wäre als die Behandlung durch einen Arzt. 23 Prozent der Bürger in Deutschland lehnen Medizinroboter kategorisch ab.

Doch sind Roboter schon heute feinfühlig genug, um Menschen behandeln und pflegen zu können? Porsche Consulting hat dazu Professor Dr.-Ing. Sami Haddadin befragt, der als Direktor des Instituts für Regelungstechnik an der Leibniz Universität Hannover tätig ist.

„Wir verfügen jetzt erstmalig über die Technologie, die eine sichere und feinfühlige Kooperation und Interaktion zwischen Mensch und Roboter möglich macht. Zu dieser Technologie gehören Echtzeit-3D-Bildverarbeitung zur Umwelt- und Personenerkennung sowie lernende Spracherkennung. Intelligente Verfahren erlauben synchronisierte und koordinierte Bewegungen mehrerer Akteure“, erläuterte Haddadin.

Doch nicht nur gegenüber einem Roboter-Arzt zeigen sich die Menschen in Deutschland aufgeschlossen, sondern auch wenn es um die Betreuung im Alter geht: Aus dem Bett heben, Medikamente geben, Speisen und Getränke reichen – typische Tätigkeiten von Pflegekräften könnten schon bald auch von computergesteuerten Robotern erledigt werden. 56 Prozent der Befragten würden sich von einer Maschine pflegen lassen.

Porsche Consulting untersuchte im Rahmen der Studie auch die Gründe für eine solche Entscheidung: Der Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal führt bei 37 Prozent zur Bereitschaft, einen Pflegeroboter zu akzeptieren. Und 36 Prozent würden den Roboter akzeptieren, wenn sie dadurch zu Hause wohnen bleiben und einen Umzug in ein Heim verhindern könnten.

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