Mobile Patientenakte

Elektronische Schwester soll Patientendaten betreuen

| Redakteur: Hendrik Härter

Mit der App agneszwei sollen sich Patientendaten bessser bereuen lassen
Mit der App agneszwei sollen sich Patientendaten bessser bereuen lassen (DAI-Labor)

Eine elektronische Schwester mit dem klangvollen Namen agneszwei soll künftig die Betreuung von Patienten organisieren und leichter gestalten. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem auch, den Blutdruck zu messen.

Wie lassen sich Tablets sinnvoll bei der Betreuung von Patienten einsetzen? Helfen soll die mobile elektronische Patientenakte, die als App auf mobile Geräte verwendet werden kann. Und um das ganze nicht allzu anonym zu gestalten, hat man der elektronischen Fachkraft den Name agneszwei gegeben. Ins Leben gerufen wurde das Projekt im Rahmen der IGiB (Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg) von der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, der AOK Nordost und der Barmer GEK.

Unterstützen soll die Applikation agneszwei im Fallmanagement, wie zum Beispiel bei der Kontrolle der verordneten Arznei-, Hilfs- oder Heilmittel sowie bei der Koordinierung von Arztterminen. Ebenso ist die App bei der Dokumentation anderer Tätigkeiten wie Blutdruckmessung, Blutentnahme und Wundkontrolle nützlich.

Der Umfang der Anwendung ist von großer Bedeutung. Neben einem Kalenderbuch, in dem Termine, Besuchsprotokolle sowie Tageszusammenfassungen für Arztgespräche dokumentiert werden können, gibt es die Kontaktverwaltung, in der Daten von Patienten, Ärzten, aber auch Apotheken, Angehörigen und Pflegestützpunkten dokumentiert und abgerufen werden können. Des Weiteren können notwendige Formulare ausgefüllt und ausgedruckt werden.

Feldtest der elektronischen Patientenakte

Um agneszwei bei der täglichen Arbeit einer Fallmanagerin zu testen und anschließend auswerten zu können, startet im August 2013 ein zweieinhalbmonatiger Feldtest mit sechs teilnehmenden Fachkräften in Brandenburg. Die Projektpartner DAI-Labor und AOK Nordost wollen dabei prüfen, inwiefern mit Hilfe der Applikation die Versorgung der Patienten verbessert und die Arbeit der eingesetzten Fachkraft erleichtert werden kann.

Die vollständige Offline-Fähigkeit der Anwendung sowie eine einfache Bedienung waren wichtige Voraussetzungen bei der Entwicklung der App. Auch eine Standardisierung des Dokumentationsprozesses, um die aufgenommenen Daten der verschiedenen Fachkräfte einheitlich auswerten zu können, gehörte dazu. Der Einsatz eines Tablets gewährleistet eine einfache und schnelle Bedienung der Applikation. Auch das Gewicht, die Größe und eine Nutzungsdauer von bis zu zehn Stunden machen es zu einem optimalen mobilen Arbeitsgerät.

Auch wenn das System den nett klingenden Namen agnes trägt, so steht das Akronym für „arztentlastende medizinische Fachangestellte zur Gewährleistung einer nachhaltig effizienten Patientenbetreuung mit Spezialausbildung im Fallmanagement“.

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