Jahr der Wissenschaft 2014

Karlsruher KIT identifiziert 9 Megatrends für die digitale Gesellschaft

18.02.14 | Redakteur: Franz Graser

KIT – Universität des Landes Baden-Württemberg und nationales Forschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft
KIT – Universität des Landes Baden-Württemberg und nationales Forschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft (Bild: KIT)

Chancen und Risiken der digitalen Gesellschaft stehen im Mittelpunkt des Wissenschaftsjahres 2014, das Bundesforschungsministerin Johanna Wanka am Mittwoch ausrufen wird. Experten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben neun Themenfelder abgesteckt, die hierfür bedeutend sein werden.

Trend 1: IT-Sicherheit

IT-Systeme haben die Geschäftswelt und unseren Alltag stark verändert, aber auch neue Missbrauchsmöglichkeiten eröffnet. Deshalb erforscht Professor Jörn Müller-Quade am KIT Modelle und Methoden für sichere IT-Anwendungen, die persönliche Daten und Betriebsgeheimnisse intrinsisch schützen.

Ein Beispiel sind robuste Firewalls: Um sich vor Lücken in Firewall-Systemen zu schützen, entwickelte er mit seinem Team eine Methode, die verschiedene Firewalls kombiniert und über eine reine Reihenschaltung hinausgeht. „Diese Lösung ist auch dann noch sicher, wenn eine einzelne Firewall von einem Angreifer kontrolliert wird, da verschiedene Firewalls durch einen speziellen Hardwarebaustein parallel geschaltet werden“, so Müller-Quade.

Die wichtigste Neuerung ist aber die Herangehensweise: die Sicherheitseigenschaften sind in einem mathematischen Modell beweisbar. Das System entstand am Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie (KASTEL) und wird im März auf der Computermesse CeBIT in Hannover vorgestellt.

Trend 2: Kognitive Systeme

Weniger geräuschvolle Handy-Telefonate in der Straßenbahn? Vertrauliche Daten wie Passwörter und PINs unhörbar übermitteln? Anwendungsmöglichkeiten wie diese eröffnet die lautlose Sprachkommunikation.

Passende Technologien entwickelt Professorin Tanja Schultz: „Wir erfassen über Elektroden auf der Hautoberfläche die Muskelbewegungen beim Sprechen und schließen dann von diesen Signalen über Mustererkennungsverfahren zurück auf das lautlos Gesagte“, so die Informatikerin. Die Technologie kann auch Menschen unterstützen, die durch einen Unfall oder eine Krankheit ihre Stimme verloren haben, ältere Menschen könnten eine Stimmunterstützung erhalten.

Schultz und ihr Team haben außerdem das „Airwriting“ entwickelt, das sie heuer auf der CeBIT zeigen: ein System, das in die Luft Geschriebenes über Bewegungssensoren am Handgelenk aufzeichnen kann.

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