IAA – Live Engineering eines autonomen E-Autos

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Während der IAA-Messetage wird ein Fahrzeugkonzept live mit der Scrum-Methodik entwickelt und am Tag 12 als Weltpremiere präsentiert.
Während der IAA-Messetage wird ein Fahrzeugkonzept live mit der Scrum-Methodik entwickelt und am Tag 12 als Weltpremiere präsentiert. (Bild: EDAG)

Unter dem Motto „Engineering 2.0 – agiler, schneller und effizienter“ will der Engineering-Spezialist EDAG auf der IAA im September ein Live-Engineering-Projekt durchführen. In Zusammenarbeit mit Besuchern soll ein autonomes Elektrofahrzeug entwickelt werden, dass am letzten Messetag präsentiert wird.

Wenn auf der diesjährigen IAA Aussteller aus aller Welt ihre neuesten Modelle und Entwicklungen präsentieren, wird beim Engineering-Spezialisten EDAG der Stand vorerst leer bleiben. Kein Concept Car, keine neuen technischen Spielereien, nichts.

Nur eine Bühne, die als Entwicklungslabor für Deutschlands vermutlich erstes Live-Engineering-Projekt dient. Während der IAA-Messetage wird ein Fahrzeugkonzept live mit der Scrum-Methodik entwickelt und am Tag 12 als Weltpremiere präsentiert.

Engineering 2.0 - agiler, schneller und effizienter. Dabei können die Besucher die EDAG-Entwicklungsspezialisten nicht nur live beobachten, sondern direkt vor Ort oder über Social-Media Kanäle interaktiv bei der Konzeptphase selbst mitwirken. Am letzten Messetag wird als Ergebnis dieses Experiments ein Konzept für schwarmintelligente Roboterfahrzeuge präsentiert werden, die autonom, elektrisch und vernetzt die Mobilität um eine neue Perspektive bereichern.

Die Idee einer Live-Entwicklung unter Partizipation der Zuschauer vor Ort und im Internet ist eigentlich schon revolutionär genug. Doch EDAG will mit dem #collectivio genannten Projekt auch zeigen, dass das autonome Fahren weiter gedacht werden kann. Denn warum sollten Fahrzeuge nur autonom fahren, wenn sie doch im Kollektiv mehr leisten können?

Dass ein selbsttätiges Fahrzeug letztlich zum persönlichen Assistenten geeignet ist und sich neben dem Transport des Fahrgastes auch um die Organisation des Tagesablaufs und ähnliche Dinge kümmern kann, liegt im Zuge der Vernetzung nahe. Wenn aber Mobilität bald wichtiger als Besitz ist, könnte eine ganze Flotte an Fahrzeugen weitaus mehr für den mobilen Menschen leisten, als ein einzelnes Auto.

Ob punktgenauer, immer verfügbarer Transport durch intelligentes Car-Sharing, erweiterter Nutzen durch Aufgabenteilung beim Waren- und Personenverkehr oder garantierte Intermodalität, egal an welchem Ort: Die Vernetzung von Fahrzeugen zum Schwarm könnte all das ermöglichen, was wir uns von Mobilität der Zukunft wünschen und erwarten.

Nämlich die Entlastung des Verkehrs, die effizientere Nutzung von Ressourcen und den Gewinn von Raum, Zeit und Komfort für alle. Denn ein Verkehrsszenario, dass als Kollektiv für den Menschen rund um die Uhr im Dienst ist, schafft Raum - nicht nur in den heute noch vollgeparkten Städten.

Auch wenn die grobe Zielrichtung für das EDAG Projekt #collectivio bereits vorgegeben ist, darf man auf die konkrete Umsetzung gespannt sein. Wie eine Flotte schwarmintelligenter Fahrzeuge genau aussehen wird, werden die EDAG-Spezialisten aus sechs unterschiedlichen Fachbereichen an den 12 Messetagen gemeinsam erarbeiten.

Was dabei wirklich wichtig ist, entscheiden allerdings nicht die Ingenieure, sondern die Menschen, die bestenfalls in Zukunft mit #collectivio unterwegs sind. Über die EDAG-Social Media-Kanäle dürfen Interessierte während der 12-tätigen Konzeptphase ihre Anforderungen, Ideen und Wünsche an die Entwickler senden, und sich somit aktiv in die Entwicklung einbringen.

Der Hashtag #collectivio dient dabei als Ideenpool für die Ingenieure - alle Einreichungen, Kommentare und Beiträge werden live auf eine Social Media-Wall übertragen und von den Spezialisten bewertet und bestenfalls mit eingearbeitet.

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