Technik-Trends des Jahres

Hypervisoren, Standards und Datensicherheit bestimmen 2017

| Redakteur: Franz Graser

Ausblick auf 2017: Drei Branchenvertreter blicken in die Glaskugel. Trotz Trump fallen die Erwartungen größtenteils positiv aus.
Ausblick auf 2017: Drei Branchenvertreter blicken in die Glaskugel. Trotz Trump fallen die Erwartungen größtenteils positiv aus. (Bild: gemeinfrei/Pixabay / CC0)

2017 bringt einige Herausforderungen mit sich – technisch wie wirtschaftlich. Doch die Unternehmen in der Branche sind dafür gerüstet. Hier die Trends und Erwartungen für das Jahr.

Nach der Brexit-Entscheidung und der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten steht fest, dass 2017 ein interessantes und spannendes, möglicherweise auch ungemütliches Jahr werden wird. Trump hat bereits protektionistische Maßnahmen angekündigt, und auch aus Großbritannien sind isolationistische Töne zu vernehmen.

Rainer Gerstner, Chief Marketing Officer des Electronic-Manufacturing-Dienstleisters TQ Group, sieht Parallelen zwischen dem Brexit und der neuen US-Regierung: „Trump möchte neue Zölle einführen, den Freihandel beschränken, und auch der Brexit erschwert den Marktzugang nach Großbritannien. Dieser Protektionismus könne die Exportnation Deutschland und andere EU-Länder schwächen.“ Dennoch betont der TQ-Marketingchef: „Trotz dieser Verunsicherung erwarten wir keine negativen Konsequenzen in der Geschäftsentwicklung der TQ-Group.“

Christian Eder, Director Marketing beim Embedded-Computing-Spezialisten congatec, erwartet keine Schwierigkeiten beim Marktzugang, da das Unternehmen sowohl in den USA als auch im Vereinigten Königreich eigene Niederlassungen betreibt. „Neben den Risiken in diesen Märkten eröffnen sich aber auch ständig neue Chancen. Hier ist es wichtig, die Augen und Ohren offen zu halten, um die richtigen Entscheidungen zu treffen“, sagt Eder.

In gewisser Weise wittert auch Marcus Jastroch, Director Marketing des Mainzer Embedded-Software-Herstellers SYSGO, Chancen aufgrund der politischen Großwetterlage: „Wenn das Motto "America first" umgesetzt wird“, so Jastroch, „dann kann es auch dazu führen, dass sich europäische und nicht-US-Unternehmen re-fokussieren. Zudem sind SYSGO-Produkte und -Lösungen ITAR-frei und unterliegen keinen Export-Restriktionen.“

Jastroch weiter: „Wir spüren den hohen Anspruch an sichere Lösungen "Made in Germany". Aktuell spiegelt sich dieser Anspruch in einer erhöhten Binnennachfrage wider. Auch wenn die USA bis dato kein Schwerpunktmarkt für uns sind, so pflegen wir aber viele gute Partnerschaften mit führenden Chip-, Board- oder Middleware-Anbietern. Stabile politische Rahmenbedingungen sind da sehr willkommen.“

Das Internet der Dinge muss erwachsen werden

Abseits von der politischen Bühne hofft congatec-Marketier Eder, „dass das Thema Sicherheit in der IT endlich den nötigen Stellenwert bekommt. In vielen Bereichen des Embedded Computing kommt dieses Thema leider immer noch zu kurz.“ Darüber hinaus erwartet er, dass die zahlreichen IoT-Projekte und -Konzepte „erwachsener“ werden: „Die schwächeren werden verschwinden, die starken werden Marktrelevanz erreichen.“

Große Bedeutung kommt laut Eder auch dem Thema Standardisierung im IoT zu: „Aus meiner Sicht werden sich nur Lösungen durchsetzen, die auf einheitlichen Standards basieren. Die congatec ist immer schon aktiv in der Standardisierung: Neben den bekannten Hardware-Standards werden IoT-Software-Standards in 2017 die Märkte beeinflussen.“

Auch für TQ-Manager Gerstner spielt das Internet der Dinge eine wichtige Rolle: „Die Schlagworte IoT und Industrie 4.0 finden eine immer breitere Realisierung. Diese Innovationsfelder verbinden die traditionellen Disziplinen in Ingenieurwesen und Maschinenbau mit digitaler Innovation und datengetriebenen Prozessen und Geschäftsmodellen. Der sichere Umgang mit Daten und Abschirmung gegen die ungewollte äußere Beeinflussung von Rechnersystemen ist das Thema der nächsten Jahre. Darin sehen wir für die nächsten 10 Jahre ein enormes Wertschöpfungspotenzial.“

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