Fraunhofer IISB

Forschungsfabrik Mikroelektronik in Bayern eröffnet

17.07.17 | Redakteur: Sebastian Gerstl

Feierliche Enthüllung der Schilder, die Fraunhofer IIS, Fraunhofer IISB und Fraunhofer EMFT als Mitglieder der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) auszeichnen (v.r.n.l.): Prof. Dr. Christoph Kutter, Leiter der Fraunhofer EMFT, Prof. Dr. Lothar Frey, Leiter des Fraunhofer IISB, der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Stefan Müller, MdB, Josef Sauerer, Bereichsleiter Smart Sensing and Electronics am Fraunhofer IIS, Prof. Dr. Joachim Hornegger, Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Prof. Dr. Reinhard Lerch, Dekan der Technischen Fakultät der FAU. Bild: Kurt Fichs / Fraunhofer
Feierliche Enthüllung der Schilder, die Fraunhofer IIS, Fraunhofer IISB und Fraunhofer EMFT als Mitglieder der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) auszeichnen (v.r.n.l.): Prof. Dr. Christoph Kutter, Leiter der Fraunhofer EMFT, Prof. Dr. Lothar Frey, Leiter des Fraunhofer IISB, der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Stefan Müller, MdB, Josef Sauerer, Bereichsleiter Smart Sensing and Electronics am Fraunhofer IIS, Prof. Dr. Joachim Hornegger, Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Prof. Dr. Reinhard Lerch, Dekan der Technischen Fakultät der FAU. Bild: Kurt Fichs / Fraunhofer (Bild: Kurt Fuchs / Fraunhofer)

Am Fraunhofer IISB in Erlangen wurden offiziell die bayerischen Standorte der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) eröffnet. Ziel der Einrichtung ist es, die Zukunftsfähigkeit der deutschen Mikroelektronikforschung zu sichern, neue Gebiete zu erschließen und der Industrie den direkten Zugang zu einer großen, schlagkräftigen Forschungsplattform zu ermöglichen.

Die europäische Halbleiter- und Elektronikindustrie steht vor der Herausforderung, angesichts einer dynamischen Marktentwicklung, rasant steigender Innovationsgeschwindigkeiten und der technischen wie gesellschaftlichen Umwälzungen durch die Digitalisierung im globalen Wettbewerb zu bestehen und ihre in vielen Bereichen führende Position auszubauen.

Um dies zu unterstützen, bauen in einem deutschlandweiten Konsortium elf Institute des Fraunhofer-Verbunds Mikroelektronik zusammen mit zwei Instituten der Leibniz-Gemeinschaft eine standortübergreifende Forschungsfabrik für Mikro- und Nanoelektronik auf. Ziel ist es, den Kunden aus Großindustrie, kleinen und mittleren Unternehmen sowie den Universitäten die gesamte Wertschöpfungskette für Mikro- und Nanoelektronik aus einer Hand anzubieten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt bundesweit die dazu nötigen Investitionen in den nächsten vier Jahren mit rund 280 Millionen Euro für Fraunhofer sowie 70 Millionen Euro für Leibniz.

Die Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) wird die auf die einzelnen Institute verteilte Forschung und Entwicklung in einem gemeinsamen, standortübergreifenden Technologiepool zusammenführen. Damit werden Forschungsumgebungen in Form von zentral koordinierten, umfassenden Geräteparks und Laboren sowie technologie- und institutsübergreifenden Konzepte für eine effiziente Zusammenarbeit mit der Industrie bereitgestellt. Dabei bildet das eng kooperierende Konsortium der FMD mit rund 3900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Forschungseinheit von internationalem Rang.

BMBF-Staatsekretär Stefan Müller gab vergangenen Donnerstag am Fraunhofer IISB in Erlangen den offiziellen Startschuss für die bayerischen Vertreter in der FMD. Dazu gehören die Fraunhofer-Institute für Integrierte Schaltungen IIS sowie für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB in Erlangen, Nürnberg und Fürth und die Fraunhofer-Einrichtung für Mikrosysteme und Festkörper-Technologien EMFT in München. An die bayerischen Standorte der drei Institute mit insgesamt rund 1200 Mitarbeitern fließen zusammen 59,5 Millionen Euro aus der Gesamtfördersumme.

„Unsere Mikroelektronik-Forschung sorgt für zukunftsfeste Arbeitsplätze im digitalen Zeitalter: Die Mikroelektronik-Industrie investiert wieder in Deutschland. Damit das so bleibt, schaffen wir mit der Forschungsfabrik schon heute die Voraussetzungen für die Mikroelektronik-Technologien von morgen und übermorgen – hier in Bayern wie in ganz Deutschland“, so Stefan Müller, der nach Übergabe der Förderurkunden feierlich die Schilder enthüllte, die IIS, IISB und EMFT als Mitglieder der Forschungsfabrik Mikroelektronik auszeichnen.

Anlässlich der Eröffnungsveranstaltung in Erlangen stellten die drei Institute gemeinsam die Angebote und Möglichkeiten der FMD sowie ihre jeweiligen technologischen Schwerpunkte und Beiträge in der Forschungsfabrik vor. Dazu gehören insbesondere die Bereiche Informations- und Kommunikationstechnik, Leistungselektronik, Schaltungsdesign, Sensorik, Materialforschung und Zuverlässigkeitsuntersuchungen. Damit werden die wirtschaftlich bedeutsamen Anwendungsbereiche Energietechnik, Automotive, Aerospace, Industrie 4.0 und Digitalisierung adressiert.

Nach dem offiziellen Projektbeginn für die FMD Anfang April sind die Partner intensiv mit dem Aufbau der neuen Laboranlagen sowie mit der Umsetzung des einzigartigen Kooperationsnetzwerks beschäftigt. Ende 2020 sollen die umfangreichen Investitions-maßnahmen komplett abgeschlossen und die Infrastruktur der Forschungsfabrik vollständig betriebsfähig sein. „Durch die neuen Möglichkeiten der FMD können die Forschungs-einrichtungen ihre Profile durch Ausbau ihrer spezifischen Stärken weiter schärfen. Auch die Erschließung von Zukunftsthemen wie Quantentechnologie, die Verarbeitung extrem großer Datenmengen oder die FMD-Vision „Towards Zero Power“, einer Elektronik mit extrem geringer Leistungsaufnahme, wird dadurch intensiviert. Damit ist auch langfristig die Schlagkraft der deutschen Mikroelektronikforschung sichergestellt“, stellten die Leiter der drei Fraunhofer-Institute übereinstimmend fest.

Die Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

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