8K-Auflösung dank Stream-Kompression

VESA veröffentlicht DisplayPort 1.4

03.03.16 | Redakteur: Sebastian Gerstl

DisplayPort-Kabel: Mit Version 1.4 des DisplayPort-Standards möchte VESA dank Videokompression und 8K-Unterstützung die Konkurrenten HDMI und MHL ausstechen.
DisplayPort-Kabel: Mit Version 1.4 des DisplayPort-Standards möchte VESA dank Videokompression und 8K-Unterstützung die Konkurrenten HDMI und MHL ausstechen. (Bild: VESA)

Die Video Electronics Standards Association (VESA) hat Version 1.4 seines Schnittstellenstandards DisplayPort vorgestellt. Dieser verspricht einen Videostream mit 8K bei 60 Hz, selbst mit älteren Kabeln. Möglich wird dies durch ein Kompressionsverfahren bei hohen Auflösungen.

Das letzte mal hatte die VESA den DisplayPort-Standard im September 2014 aktualisiert. Version 1.3 konnte sich aber bis heute nicht gegen seinen schärfsten Konkurrenten auf dem Display-Markt, HDMI, durchsetzen. Mit der neuen Version 1.4 führt die Organisation, die sich mit der Standardisierung von Videostandards befasst, eine Reihe von Verbesserungen ein, die DisplayPort von der Konkurrenz absetzen soll.

Die größte Neuerung ist die umfassende Unterstützung von 8K-Auflösung (7680 x 4320 px) bei 60Hz selbst bei bestehenden Kabeln. Dabei bleibt die existierende maximale Bandbreite von 32,4 GBit/s für den Datendurchsatz bestehen.

Möglich wird dies über ein neues Kompressionsverfahren. Die so genannte Display Stream Compression (DSC) 1.2, die bei Auflösungen von mehr als 5120 x 2880 px bei 60 Hz zum Einsatz kommt, komprimiert die gestreamten Videodaten im Verhältnis 3:1. VESA betont, dass es hierbei zu keinen merklichen Einbußen in der visuellen Qualität komme. Bei geringeren Auflösungen werden die Bilddaten weiterhin unkomprimiert die DSC-Technologie wurde letztes Jahr bereits beim embedded DisplayPort (eDP) 1.4a eingeführt.

Darüber hinaus besitzt DisplayPort 1.4 eine eingebaute Forward Error Correction (FEC). Diese soll sicherstellen, dass es bei der Übertragung der komprimierten Daten nicht zu Fehlern kommt. Denn schon ein einzelner Bit-Fehler könnte bei der Übertragung im Komressionsverfahrun zu einem Ausfall des gesamten Bildes führen. Darüber hinaus besitzt das DSC einen weiteren Nachteil: Die Latenzzeit erhöht sich durch den Einsatz der Kompression um einige Mikrosekunden. Laut VESA soll dieser Unterschied aber im Vergleich zu Latenzen, wie sie gegenwärtige Fernsehgeräte oder Monitore gewöhnlich besitzen, nicht weiter auffallen.

Wie HDMI 2.0a unterstützt DisplayPort 1.4 nun auch Metadaten für High Dynamic Range (Hochkontrastbild) nach CTA-861.3-Standard. Auch die Audiofähigkeiten wurden verbessert. DisplayPort 1.4 unterstützt 32 Audiokanäle bei einer Sample Rate von 1.536 kHz, was insbesondere für Heimkinoanwendungen interessant sein dürfte.

Neben den bestehenden Kabeln unterstützt das DisplayPort-1.4-Protokoll auch USB-Typ-C, Micro-USB, HDMI Typ A sowie einige proprietäre Lösungen. Darüber hinaus ist die von Intel und Apple gemeinsam entwickelte Thunderbolt-Schnittstelle zu DisplayPort kompatibel.

Mit der Einführung des Kompressionsverfahrens und der Erweiterung der Audioeigenschaften will VESA bei DisplayPort 1.4 an dem im Heimbereich weit verbreiteten Konkurrenzstandard HDMI 2.0 vorbeitziehen. Kabellänge könnte hier ein entscheidender Faktor werden: HDMI erlaubt eine Kabellänge von bis zu 10m ohne Verlust, bei DisplayPort sind es weiterhin nur 3 Meter. Zudem existiert mit dem vom MHL-Konsortium entwickelten superMHL bereits ein konkurrierender 8K-Standard. Bei superMHL lassen sich maximal 8 Displays gleichzeitig ansteuern; bei DisplayPort 1.4 sind es maximal zwei 4K-UHD-Monitore.

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