Zukunftspläne für den Standort Villach

Infineon baut Pilotraum für Industrie 4.0

27.06.14 | Redakteur: Stefan Liebing

Infineon will in Villach einen hochmodernen Gebäudeverbund für Forschungs-, Produktions-, und Messtechnikarbeitsplätze errichten.
Infineon will in Villach einen hochmodernen Gebäudeverbund für Forschungs-, Produktions-, und Messtechnikarbeitsplätze errichten. (Bild: Infineon)

Die Infineon Technologies AG erweitert den österreichischen Standort Villach. Im Zentrum steht der Ausbau der Kompetenzen für die Produktion der Zukunft sowie Forschung und Entwicklung (F&E). Mit dem „Pilotraum Industrie 4.0“ wird ein neuartiges Konzept der vernetzten und wissensintensiven Produktion umgesetzt und getestet.

Außerdem wird die Forschung bei neuen Materialien und Technologien intensiviert. Infineon plant für die Erweiterung Investitionen und Forschungsaufwendungen in Höhe von insgesamt 290 Millionen Euro und die Schaffung von etwa 200 neuen Arbeitsplätzen vorrangig in F&E in den Jahren 2014 bis 2017.

Peter Schiefer, weltweit verantwortlich für Produktion und Fertigungsstandorte von Infineon.
Peter Schiefer, weltweit verantwortlich für Produktion und Fertigungsstandorte von Infineon. (Bild: Infineon)

Peter Schiefer, weltweit verantwortlich für Produktion und Fertigungsstandorte von Infineon, erläutert: „Die Weiterentwicklung Villachs ist Teil unserer konzernweiten Fertigungsstrategie. Am Standort werden wichtige Entwicklungen vorangetrieben und produktionsreife innovative Technologien an andere Standorte von Infineon transferiert. Komplementär umfasst unsere Strategie den Ausbau unserer Volumenfertigung auf 300-Millimeter-Dünnwafern in Dresden und auf 200-Millimeter-Wafern in Kulim in Malaysia.“

Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG, sagt: „Mit dem Erweiterungskonzept stärkt Villach seine wichtige Rolle als Innovationsfabrik und Kompetenzzentrum für Leistungselektronik im Konzern. Durch die Kopplung von Innovationsfabrik in Villach mit Volumenfertigung in Dresden am Beispiel der 300-Millimeter-Dünnwafer-Produktion für Leistungshalbleiter tragen wir zum Erfolg des Unternehmens bei.“ Dadurch entwickle Infineon einen einmaligen Fertigungscluster von europäischer Sichtbarkeit in Österreich und Deutschland, so Herlitschka weiter.

Pilotraum Industrie 4.0

Infineon will einen hochmodernen Gebäudeverbund für Forschungs-, Produktions-, und Messtechnikarbeitsplätze errichten. Außerdem werden die Logistik, sonstige Infrastrukturen und die Anlagenparks für die zukünftigen Anforderungen ausgebaut. Dies soll Infineon auch befähigen, die im internationalen Wettbewerb notwendigen Produktivitäts- und Automatisierungsschritte bei gleichzeitiger Erhöhung der Flexibilität zu tätigen.

Infineon engagierte sich von Anfang an in der Initiative für Industrie 4.0 und setzt mit dem Pilotraum in Villach einen weiteren Schritt zur Realisierung dieser Vision. Industrie 4.0 beschreibt einen Paradigmenwechsel in der Wertschöpfung und bietet der europäischen Industrie große Chancen. Mit diesem Projekt ill Infineon Austria einen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas leisten. In Villach soll der Pilotbetrieb einer Fertigung auf Basis eines cyber-physischen Systems mit modernsten Fertigungssteuerungs- und Automatisierungssystemen unter der Voraussetzung höchster Datensicherheit und -integrität entstehen, in dem auch die Interaktion von Mensch und Maschine eine neue Dimension erreichen soll. Darüber hinaus verfolgt Infineon auch das Ziel, die Energieeffizienz in der Produktion weiter zu steigern.

Neue Materialien und Technologien

Weiterhin soll ein breitflächiges Forschungsprogramm mit Innovationen bei Material, Prozessen, Technologie und Systemkompetenz die zweite Säule der Erweiterung des Standorts Villach sein und die Entwicklung der nächsten Generation energieeffizienter Produkte unterstützen. Die Schwerpunkte des Programms liegen hier in der Integration neuartiger Grundmaterialien wie Galliumnitrid oder Siliziumcarbid, in MEMS (Mikroelektromechanischer Systeme) und Sensor-Technologien wie auch in der Weiterentwicklung der 300-Millimeter-Dünnwafer-Technik.

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Regionale Kompetenz

Das langjährige Wachstum der Infineon Technologies Austria AG wird unterstützt durch ein enges Kooperationsnetzwerk zwischen dem Konzern, der Stadt Villach, dem Land Kärnten, der Republik Österreich sowie den europäischen Institutionen. So ist es gelungen, den Süden Österreichs zu einer Hightech-Region zu entwickeln und im Sinn der „Smart Specialization“ zur Profilbildung und Wettbewerbsstärkung der Region beizutragen. Mit dem Projekt „Pilotraum Industrie 4.0“ geht Infineon den nächsten Entwicklungsschritt und will dafür noch intensiver mit Forschungspartnern, Universitäten, Fachhochschulen und KMUs im Innovationssystem kooperieren.

Peter Kaiser, Landeshauptmann des Bundeslandes Kärnten, sagt: „Kärnten und Infineon passen hervorragend zusammen – durch Innovation, Investition und Internationalität. Dieses Tripple-I ist das Credo Kärntens im internationalen Wettbewerb und steht auch exakt für Infineon als einen der international erfolgreichen Leitbetriebe unseres Landes. Wir werden gemeinsam viele Erfolgskapitel wie den ‚ Pilotraum Industrie 4.0‘ schreiben. Solche Investitionen sind ein Beleg für das Vertrauen in die Reformen und Weiterentwicklungspläne für unseren attraktiven, zukunftsorientierten Wirtschaftsstandort Österreich.“

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