Ersthelfer am Unfallort werden mit Datenbrillen unterstützt

| Redakteur: Hendrik Härter

Ersthelfer am Unfallort sollen über Datenbrillen mit medizinischen Informationen versorgt werden.
Ersthelfer am Unfallort sollen über Datenbrillen mit medizinischen Informationen versorgt werden. (Bild: pixabay / CC0)

Bei Unfällen leisten Ersthelfer wertvolle Arbeit. Um sie noch besser zu unterstützen, sollen sie künftig mit Datenbrillen arbeiten. Ziel: Die Opfer schneller medizinisch zu versorgen.

Mit einer Datenbrille können Experten aus Industrie und Medizin in Echtzeit Informationen austauschen. Ein Monteur einer Industrieanlage oder ein Rettungssanitäter erhält Anweisungen teilweise über viele hundert Kilometer entfernt aus einer Zentrale.

Auch bei medizinischen Notfällen helfen Datenbrillen bei der Erstversorgung: Forscher des Universitätsklinikums Aachen haben mit Partnern aus der Industrie im Rahmen des Forschungsprojektes „AUDIovisuelle Medizinische Informationstechnik bei komplexen Einsatzlagen“, kurz AUDIME, analysiert, wie bei Großunfällen die medizinische Erstversorgung schneller ermöglicht werden kann. Im Mittelpunkt steht ein einheitliches Informations- und Kommunikationssystem, in das alle vorhandenen Systeme integriert werden können.

Datenbrille entlastet Ersthelfer

Dazu gehört auch eine Datenbrille, um die Ersthelfer zu entlasten: Um die Funktionalität zu zeigen, wurde ein Unfallszenario simuliert. Bei einem Bahnunfall mit zwei Waggons trugen ein Teil der Helfer die Datenbrille, der andere Teil musste ohne Brille auskommen. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse wollen die Wissenschaftler die Vor- und Nachteile auswerten. Vor allem in Bezug auf Schnelligkeit und Fehlerquote, wie die Ersthelfer entschieden haben.

Doch warum ist der Einsatz von Datenbrillen gerade in Notfallsituationen sinnvoll? Über sie lassen sich Checklisten und Leitlinien darstellen, um den Sanitätern vor Ort effektiv zu helfen. Auch die dabei unterstützenden Ärzte können entscheiden, wie sich Opfer schneller helfen lassen.

Über die Brille ist es zudem möglich, einen sogenannten Telenotarzt zu konsultieren, der nicht direkt vor Ort ist. Mit der integrierten Kamera in der Brille sieht der Arzt all das, was auch der Ersthelfer am Unfallort sieht. Gerade in einer angespannten Situation, in der schnell Fehler gemacht werden, ist die besonnene Unterstützung eines Arztes hilfreich.

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