Informierte Kreise

Foxconn greift nach Elektronikkonzern Sharp

21.01.16 | Autor / Redakteur: Sebastian Gerstl, mit Materialien von dpa und Reuters / Sebastian Gerstl

Sharp-Hauptquartier in Abeno-ku im japanischen Osaka: Wie verschiedene Medien berichten ist der taiwanesische Fertigungsbetrieb Hon Hai Precision Industry, besser bekannt als Foxconn, bereit, bis zu 5,9 Milliarden US-$ für die Übernahme des angeschlagenen Elektronikriesen zu investieren.
Sharp-Hauptquartier in Abeno-ku im japanischen Osaka: Wie verschiedene Medien berichten ist der taiwanesische Fertigungsbetrieb Hon Hai Precision Industry, besser bekannt als Foxconn, bereit, bis zu 5,9 Milliarden US-$ für die Übernahme des angeschlagenen Elektronikriesen zu investieren. (Bild: Otsu4 / Wikipedia / CC BY-SA 3.0)

Der umstrittene taiwanische Apple-Auftragsfertiger Foxconn scheint ein Auge auf den angeschlagenen japanischen Elektronikkonzern Sharp geworfen zu haben.

Der taiwanesische Konzern Hon Hau Precision Industry, besser bekannt als Foxconn, habe ein Angebot über 625 Milliarden Yen (umgerechnet etwa 5,3 Milliarden US-$ unterbreitet, berichtete das Wall Street Journal. Am Donnerstag hatte der Mediendienst Bloomberg noch von einem Angebot von 500 Milliarden Yen (5,1 Milliarden US-$) gesprochen. Die japanische Zeitung Yomiuri Daily berichtet, das Hon Hai Precision Industry sogar bereit wäre, das Angebot auf bis zu 700 Milliarden Yen (5,9 Milliarden US-$) aufzustocken.

Eine Entscheidung, ob das Angebot angenommen oder abgelehnt werde, sei noch vor dem Ende des Monats zu erwarten. Die Offerte von Foxconn enthält zudem das Angebot, die Führungsspitze von Sharp unangetastet zu lassen, um den japanischen Behörden entgegenzukommen. 2012 war bereits einmal ein Einstiegsangebot von Foxconn bei Sharp daran gescheitert, dass das taiwanesische Unternehmen nach Ansicht japanischer Behörden zuviel Einfluss gewonnen hätte.

Laut vergangenen Meldungen möchte die japanische Regierung verhindern, dass das 1912 gegründete Traditionsunternehmen Sharp von ausländischen Investoren aufgekauft wird. Deswegen werde derzeit auch eine Rettung durch den japanischen Staatsfond INJC erwogen. Dieser halte demnach derzeit ein Rettungspaket in Höhe von 300 Milliarden Yen (etwa 2,6 Milliarden US-$) bereit, zuzüglich einer Teiltilgung von Sharps bestehenden Schulden. Bereits im Mai 2015 hatte der japanische Staat ein Rettungspaket in Höhe von 1,7 Milliarden US-$ in den taumelnden Elektronikkonzern gesteckt.

Sharp selbst erklärte zu den Übernahmegerüchten nur, man spreche mit verschiedenen Unternehmen über strukturelle Verbesserungen des LCD-Geschäfts. Investoren scheinen eine mögliche Übernahme durch Foxconn positiv aufzunehmen: Nach Bekanntwerden der Gerüchte stieg Sharps Aktienkurs zunächst schlagartig um 20% an und pendelte sich später bei einem Plus von 7,3% ein.

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