Obsoleszenz

Testspezialist HTV verleiht Zertifikat für Produkte ohne geplante Obsoleszenz

19.06.13 | Redakteur: Franz Graser

Das von HTV verliehene Gütesiegel bescheinigt den untersuchten Produkten, dass keine sogenannte geplante Obsoleszenz vorliegt.
Das von HTV verliehene Gütesiegel bescheinigt den untersuchten Produkten, dass keine sogenannte geplante Obsoleszenz vorliegt. (Bild: HTV)

Bei manchen Produkten, die schnell ihren Geist aufgeben, liegt der Verdacht nahe, dass sie absichtlich nur auf eine kurze Lebensdauer ausgelegt waren. Das Bensheimer Unternehmen HTV zertifiziert Produkte, die garantiert frei von geplanten Sollbruchstellen sind.

Ende Mai fand beim Testhaus HTV die erste Verleihung des HTV-Life-Gütesiegels gegen geplante Obsoleszenz statt. Das Siegel bescheinigt den untersuchten Produkten, frei von sogenannten geplanten Sollbruchstellen zu sein, die die Lebensdauer der Produkte von vornherein begrenzen.

Als erstes Unternehmen erhielt der Hersteller Technisat aus Daun/Eifel das Zertifikat für die beiden gründlich untersuchten Satellitenempfänger TechniStar S3 ISIO und TechniStar K2 ISIO. Bei beiden von HTV analysierten Gerätereihen konnten keiner geplanten Sollbruchstellen festgestellt werden. Im Gegenteil: HTV attestierte den Geräten eine sehr hohe Fertigungsqualität.

Durch dieses Gütesiegel haben Verbraucher somit erstmals die Möglichkeit, Geräte ohne geplante Obsoleszenz zu erkennen.

Als unabhängiges Testhaus für elektronische Komponenten mit rund 170 Mitarbeitern beschäftigt sich HTV schon seit längerer Zeit mit diesem Thema. Das Unternehmen hat eine Vielzahl von Untersuchungsmethoden definiert, um geplante Obsoleszenz feststellen zu können. Angefangen von der mechanischen Belastbarkeit der Bedienelemente über die negative Auswirkung von Wärmenestern in Netzteil und Empfangsgerät bis hin zu Lebensdauerprüfungen unter Extrembedingungen werden die zu zertifizierenden Produkte einer Vielzahl von Härtetests unterzogen, die geplante Schwachstellen sichtbar machen.

Mittels 3D-Röntgeninspektion, Rasterelektronenmikroskopie und Infrarotspektroskopie wird das Produkt zusätzlich auf mögliche absichtliche Sollbruchstellen hin untersucht.

Als wichtiger Punkt ist erforderlich, dass der Hersteller die Produktionsunterlagen zur Prüfung zur Verfügung stellt, um hier ebenfalls das Vorhandensein von geplanter Obsoleszenz prüfen zu können. Ergänzend erfolgen aufwendige Lebensdauerberechnungen.

Rückstellmuster werden zusätzlich als Beweis archiviert und mittels des HTV-TAB-Langzeitkonservierungsverfahrens dauerhaft haltbar gemacht. Der Hersteller muss außerdem eidesstattlich versichern, dass das Produkt frei von derartigen Sollbruchstellen und geplanter Obsoleszenz ist. Aktuell laufen weitere Zertifizierungsverfahren für namhafte Hersteller aus dem Consumer-Bereich.

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