UDOO

Die perfekte Verbindung von Linux und Arduino

16.10.14 | Autor / Redakteur: Ira Suko * / Peter Koller

UDOO: Kombination aus einem leistungsstarken Freescale-ARM-Cortex-A9-Prozessor mit einem SAM3X8E-Cortex-M3-Mikrocontroller von Atmel
UDOO: Kombination aus einem leistungsstarken Freescale-ARM-Cortex-A9-Prozessor mit einem SAM3X8E-Cortex-M3-Mikrocontroller von Atmel (Bild: Digi-Key)

Arduino und Raspberry Pi haben den Boden bereitet für den Erfolg der Einplatinencomputer im Bereich der Elektronikentwicklung. Nun ist mit dem UDOO ein neuer, hochinteressanter Player im Spiel.

Dank der beliebten Einplatinencomputer (Single Board Computer, SBC) wie dem Arduino, dem Raspberry Pi und dem BeagleBone Black begeistert sich eine steigende Zahl von Bastlern und Herstellern zunehmend für Elektronik-Projekte. Dieser Trend ist ungebrochen und wird verstärkt durch eine immer umfangreichere Palette an Zusatzkarten, die inzwischen für diese Einplatinencomputer erhältlich sind.

Die Liste der möglichen Anwendungen für diese Mini-Rechner ist nahezu endlos. Daneben hat ihr Erfolg auch eine Reihe von kompatiblen Boards hervorgebracht, wie ein kurzer Blick auf Crowdfunding-Websites wie KickStarter und Indiegogo zeigt.

Ein weiteres, mutmaßlich unerwartetes Ergebnis ist die Tatsache, dass die Module nun in kleiner und mittelgroßer Form daherkommen und damit in alle Arten von Endprodukten integriert werden können. Dank der Einplatinencomputer können die Hersteller bei der Fertigung eines geeigneten Moduls nun auf die kostspielige Konstruktionsphase im Zusammenhang mit der Integration von Bauteilen verzichten. Mit der Einführung gebrauchsfertiger und umfassend getesteter Konstruktionslösungen wird die Markteinführungszeit beschleunigt und ein Großteil der nicht umlegbaren Kosten einer Entwicklung eliminiert.

Bislang laufen die meisten erhältlichen Einplatinencomputer entweder mit Linux oder Arduino. Linux bietet dabei im Allgemeinen eine bessere Rechenleistung als die meisten Arduino-Boards und ähnliche kompatible Boards. Allerdings gibt es im Hinblick auf die Konnektivität in der Praxis keinen Zweifel daran, dass die Mehrzahl der Hersteller und Ingenieure Arduino bevorzugt – dank dessen einfachen Verbindungen und der umfangreichen Palette an Zusatzkarten (Shields).

Vor diesem Hintergrund war die Aufregung groß, als kürzlich ein neuer Einplatinencomputer vorgestellt wurde, der einen leistungsstarken Freescale-ARM-Cortex-A9-Prozessor mit einem SAM3X8E-Cortex-M3-Mikrocontroller von Atmel kombiniert: Der UDOO, sprich „You Do“, vereint die beiden Bauteile auf einer nur 11 x 8,5 cm (4,33 x 3,35 Zoll) großen Platine.

Das Gerät weist eine große Merkmalsvielfalt auf und ist in zwei Versionen erhältlich: entweder einem ARM Cortex-A9-Prozessor mit zwei oder einem mit vier Kernen der Baureihe i.MX6 (1 GHz) von Freescale. Darüber hinaus bietet die Platine 76-Pin-GPIO, kompatibel mit der Arduino-R3-1.0-Pinbelegung, ein Wi-Fi-Modul, HDMI- und LVDS-Display-Schnittstellen, Gigabit Ethernet und 1 GB DDR3 RAM.

Weitere Funktionsmerkmale sind Mini-USB und Mini-USB-OTG, USB-Standarddoppelbuchsen vom Typ A, analoger Audio-Ein- und Ausgang und eine MicroSD-RAM-Buchse zum Booten. Die Quad-Core-Version verfügt außerdem über einen SATA-Festplattenschnittstellenanschluss. Der Prozessor i.MX6 ist zur 2D/3D-Verarbeitung mit einem GPU-Beschleuniger ausgestattet und mit den Standards OpenGL, OpenVG und ES2.0 kompatibel. Neben dem i.MX6 wurde auf der Platine der mit dem Arduino Due pinkompatible Atmel-Cortex-M3 integriert.

Anleitungen und Beispielprojekte auf der Website

Selbst hinzugefügt werden müssen noch ein geeignetes Netzteil mit 12 VDC/2 A, eine Tastatur und eine Maus sowie ein auf eine 8-GB-MicroSD-Karte geschriebenes Boot-Image. Umfangreiche Anleitungen und Beispielprojekte, die den Einstieg erleichtern sollen, finden sich auf der UDOO-Website (www.udoo.org). UDOO läuft mit Linux oder Android.

Der Einplatinencomputer hat seine eigene Ubuntu-Distribution, kann alternativ aber auch mit der Linaro-Version betrieben werden. Daneben gibt es auch Links zu den Distributions-Images von Debian Wheezy und Yocto Project. Weiterhin steht ein Image von Android 4.3 Jelly Bean zur Verfügung.

Das Quad-Core-Board mit seiner SATA-Schnittstelle eignet sich perfekt als Medienserver für ein Netzwerk. Auf der Distributionsseite von UDOO (http://www.udoo.org/downloads/) finden sich auch Links zu den beliebten Open-Source-Medienservern Volumio, Open Media Vault und XMBC.

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