Mini-PC Udoo

Raspberry Pi trifft Arduino

17.04.13 | Redakteur: Franz Graser

(Bild: udoo.org)

Udoo ist die Antwort auf den Erfolg des britischen Raspberry Pi. Die Mini-PC-Platine enthält einen Cortex-A9-Prozessor von Freescale sowie einen Arduino-Due-Mikrocontroller. Die Platine soll 99 Dollar kosten.

Udoo steht für „you do“ und wurde von einem Team aus Italien, den USA, Kanada und Dänemark entwickelt. Der Scheckkartencomputer präsentiert sich derzeit auf der Crowdfunding-Seite Kickstarter.com und hat sein Finanzierungsziel schon deutlich übererfüllt: Statt der angestrebten 27.000 Dollar spendete die Internet-Gemeinde bereits über 135.000 Dollar für das Projekt – und das 53 Tage vor der Deadline.

Wie der bekannte Raspberry Pi ist auch der Udoo ein Single-Board-Computer, allerdings weist er neben der ARM-Cortex-A9-CPU einen Atmel-Mikrocontroller des Typs SAM3X8E auf, der auch als Arduino Due bekannt ist. Darüber hinaus weist die Platine dasselbe Pin-Layout wie der Arduino Due auf und ist damit mit den bekannten Mikrocontroller-Boards aus Italien voll kompatibel.

„Wir wollen die Eigenschaften von Arduino und Raspberry Pi in einem einzigen Board vereinen: Die Einfachheit von Arduino bei der Steuerung von Sensoren und die Flexibilität eines Mikrocomputers, der auf ARM basiert“, sagt Bruno Sinopoli, Professor an der Fakultät für Elektro- und Computertechnik der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania. „Damit erhalten wir ein mächtiges Prototyping-Board, das mit Linux oder Android betrieben werden kann.“

Die Rechenleistung des Udoo entspricht angeblich der von vier Raspberry Pi-Computern. In der Grundversion wird die Freescale-CPU (i.MX 6 ARM Cortex-A9) mit zwei Prozessorkernen geliefert, aber auch eine Vierkern-Variante wird erhältlich sein. Der Hauptprozessor ist mit einem Gigahertz getaktet, darüber hinaus wird der Scheckkartencomputer mit einem Gigabyte Hauptspeicher ausgestattet.

Neben dem Hauptprozessor und dem Arduino-Controller weist der Udoo eine Vielzahl von Anschlüssen auf: Zwei USB-Schnittstellen, ein Ethernet-Anschluss sowie eine HDMI-Schnittstelle, ein WiFi-Modul sowie analoge Audio-Ein- und Ausgänge sind nur einige Beispiele. Auch eine Anschluss für eine Kamera ist vorhanden. Als Festspeicher dient eine Micro-SD-Karte, die Quadcore-Variante enthält außerdem einen SATA-Anschluss für den Betrieb einer Festplatte.

Als Betriebssystemversionen stehen derzeit entweder Linaro, eine auf ARM-Umgebungen angepasste Ubuntu-Variante oder Android 4.0.4 (Ice Cream Sandwich) zur Auswahl. Sobald der Udoo lieferbar ist, werden auch aktuellere Betriebssystemversionen für das Gerät verfügbar sein.

Wie der Arduino soll Udoo die Elektronikbastler, Hobbyisten, Studierenden und auch die professionellen Entwickler und Lehrer ansprechen, die für ihre Experimente und Projekte eine einfache, preiswerte und robuste offene Hardwareplattform suchen. Mit Scratch4Arduino, einer vorinstallierten Programmierumgebung, können Interessierte zudem ihre ersten Gehversuche in der Computerprogrammierung machen.

Schemazeichnungen des Udoo: Oben der Hauptprozessor und der Arduino-Mikrocontroller, unten links die Arduino-kompatiblen In/Out-Schnittstellen, unten rechts die Peripherie-Anschlüsse.
Schemazeichnungen des Udoo: Oben der Hauptprozessor und der Arduino-Mikrocontroller, unten links die Arduino-kompatiblen In/Out-Schnittstellen, unten rechts die Peripherie-Anschlüsse. (Bild: Udoo)

Wer sich noch am Crowdfunding über Kickstarter beteiligt, kann zum Preis von 99 Dollar die Zweikern-Version erwerben; die Vierkern-Variante des Udoo wird 119 Dollar kosten. Wenn das Gerät im Handel erhältlich sein wird, soll der Preis für die Zweikern-Version bei 109 und für die Vierkern-Ausgabe bei 129 Dollar liegen. Die Geräte sollen ab September ausgeliefert werden.

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Mit dem fast 4-fachen Preis eines Pi ist dies keine echte Alternative zu diesem. Ein guter Teil...  lesen
posted am 17.04.2013 um 16:01 von HLP-ENS6

Es wäre natürlich schön, wenn diese ganzen Kleinstrechner, wie einst meine Generation der C64, ein...  lesen
posted am 17.04.2013 um 15:32 von Olaf Barheine


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