Standardisierung

Neues Konsortium für marktgerechte Embedded-Technologien

24.02.12 | Redakteur: Holger Heller

Die Repräsentanten der Gründungsmitglieder (v.l.n.r.): Wolfgang Eisenbarth (MSC), Christian Eder (congatec), Markus Mahl (Data Modul), Gianluca Venere (Seco), Josef Behammer (Kontron) und Carsten Rebmann (Advantech)
Die Repräsentanten der Gründungsmitglieder (v.l.n.r.): Wolfgang Eisenbarth (MSC), Christian Eder (congatec), Markus Mahl (Data Modul), Gianluca Venere (Seco), Josef Behammer (Kontron) und Carsten Rebmann (Advantech)

Mit der „Standardization Group for Embedded Technologies“ (SGET) wollen führende Embedded-Computer-Hersteller und Fachverlage weltweit gültige Embedded-Computing-Spezifikationen entwickeln und pflegen. Welche Ziele verfolgt das herstellerunabhängige Konsortium?

Zu den Gründungsmitgliedern der SGET zählen die Embedded-Anbieter Advantech, congatec, Data Modul, Kontron, MSC und Seco sowie unter anderem auch der Fachverlag Vogel Business Media mit seinem Fachmedium ELEKTRONIKPRAXIS.

Die in Gründung befindliche SGET kommt Anfang März 2012 zur konstituierenden Sitzung zusammen und wird sich in der Entwicklung und Pflege weltweit gültiger Embedded-Computing-Spezifikationen engagieren, um marktgerechte Standardisierungen der Embedded-Technologien voranzutreiben.

Mit der SGET wird ein global agierendes, herstellerunabhängiges Konsortium geschaffen, das in der Lage ist, auf den technologischen Fortschritt und veränderte Marktanforderungen schnell und flexibel zu reagieren. Die Gründungsmitglieder gehen davon aus, dass sich binnen Jahresfrist weltweit über hundert Firmen und Organisationen der Gruppe angeschlossen haben werden, da ein großer Bedarf nach einer besseren Marktausrichtung und schnelleren Umsetzung in Spezifikationen besteht.

Embedded-Spezifikationen schneller und flexibler umsetzen

Weitere Firmen und Institutionen, die sich mit dem Thema Embedded Computing beschäftigen, sind deshalb eingeladen, der SGET beizutreten. Hierzu zählen Embedded-Computer-Hersteller auf Board- und Systemebene, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Embedded-Systemintegratoren, OEM Solution Provider und industrielle Anwender.

„Durch unterschiedliche Herstellerinteressen auf Bauelemente-Ebene werden die Standardisierungsarbeiten für Module verlangsamt“, so Wolfgang Eisenbarth von MSC. „Das neue Board- und Modulhersteller-Konsortium schafft Regeln, die mehr Raum für Innovationen bieten und die Interessen von Anwendern in den Vordergrund stellt.“

„Ziel der SGET ist es, einen weltweit schlagkräftigen neuen Träger für Embedded-Computer-Spezifikationen zu schaffen, der schneller und unbürokratischer agiert, als vergleichbare Organisationen“, erklärte Dirk Fistel von Kontron. „Hierzu bietet die SGET vereinfachte Regeln und verkürzte Einspruchsfristen, um neue Spezifikationen schneller verabschieden zu können.“

Standardisierungsbedarf bei COMs, Motherboards und SBCs

„Angesichts des technologischen Fortschritts im Embedded-Markt ist es notwendig, dass auch konkurrierende Unternehmen zusammenarbeiten“, so Christian Eder von congatec. „Das kann allerdings nur funktionieren, wenn wir entsprechende Rahmenbedingungen schaffen. Ein schnell agierendes Gremium ermöglicht es uns, gemeinsam sofort auf sich ändernde Marktanforderungen reagieren zu können.“

„Wir erwarten von der SGET wesentliche Anstöße im Bereich der Small-Form-Factor-(SFF-)Prozessoren, denn bei Computer-on-Modules, Motherboards und SBCs, wie z.B. 3,5", oder bei den I/O-Baugruppen für Embedded-Systeme gibt es weiteren Standardisierungsbedarf“, fügte Carsten Rebmann von Advantech hinzu.

„Die neuen Prozessoren für Tablet-PCs und mobile Anwendungen in der Consumerelektronik haben auch auf den Embedded-Markt hohe Auswirkungen“, meint Gianluca Venere von Seco. Folglich sei es wichtig, dass hier von Anfang an mit vereinten Kräften gemeinsame Spezifikationen erarbeitet werden, die schnell weltweite Gültigkeit erlangten.

Auch individuelle Schnittstellen müssten standardisiert werden

„Es ist aber auch so, dass wir abseits der Formfaktoren auch über die Standardisierung von individuellen Interfaces nachdenken müssen, die beispielsweise über IP-Stacks implementiert werden“, fügte Markus Mahl von Data Modul hinzu. „Ich erwarte, dass die SGET hier eine Vorreiterrolle einnehmen kann. Schließlich bedarf auch dieses Thema einer Standardisierung.“

Erste Arbeitsgruppen wird die SGET, die nach deutschem Recht als eingetragener Verein gegründet wird, rund um die Computer-on-Module-Spezifikationen Qseven und eine dedizierte ARM-Modulspezifikation bilden. Weitere Gruppen sind zur Entwicklung von Spezifikationen jederzeit bei der SGET willkommen.

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