Serie CompactPCI Serial, Teil 64

Steckeranordnung und Kodierung mit CompactPCI Serial

10.02.11 | Autor / Redakteur: Manfred Schmitz * / Holger Heller

Bild 1: Beispiel einer Steckeranordnung auf einem kundenspezifischen I/O-Board
Bild 1: Beispiel einer Steckeranordnung auf einem kundenspezifischen I/O-Board

CompactPCI Serial, PICMG CPCI-S.0, benutzt AirMax-Steckverbinder, um die Einsteckkarte mit der Backplane zu verbinden.

Diese Stecker wurden ausgewählt, da sie sich durch hohe Pin-Dichte, ein sehr gutes Übertragungsverhalten bei hohen Signalfrequenzen und durch mechanische Robustheit auszeichnen. Sie sind vollständig kompatibel zum IEEE.1101-Standard, auf dem die Mechanik des parallelen CompactPCI und damit auch die Mechanik von CompactPCI Serial basiert.

Der Stecker ist segmentiert, d.h. je nach Funktion der Baugruppe sind nicht alle Teilstecker bestückt. Speziell die Stecker P2, P3, P4 und P5 sind auf Peripheriekarten für anwenderspezifische Ein-/Ausgabe vorgesehen und bieten zusammen 360 Pins, von denen normalerweise 120 Pins für GND vorgesehen sind. Steckt von hinten in der Backplane ein Rear-IO-Board, muss bei kundenspezifischer I/O die Pin-Belegung fest mit dem Frontboard korrespondieren. Steckt man ein Board mit kundenspezifischer Anschlussbelegung in einen falschen Slot, so könnte das Board Schaden nehmen.

Bild 2: Beispiele eines 6- und eines 8-reihigen Airmax-Steckers
Bild 2: Beispiele eines 6- und eines 8-reihigen Airmax-Steckers

Das Layout der Baugruppen und der Backplane fasst P2 und P3 sowie P4 und P5 zu einem Lochbild-Block zusammen. Solch ein Block kann deshalb mit beliebigen AirMax-Steckern bestückt werden, solange der Block vollständig bestückt wird. Airmax-Stecker gibt es mit sechs, acht und zehn Reihen. Die Stecker sind mechanisch kodiert. Ein Stecker mit acht Reihen kann beispielsweise nicht in eine Buchse mit nur sechs Reihen gesteckt werden.

Der Block P2-P3 kann dem Standard gemäß mit zwei 8-reihigen Steckern bestückt werden, aber eben auch mit einem 6- und einem 10-reihigen Stecker. So ergeben sich für P2-P3 folgende drei Möglichkeiten: 6-10, 8-8, 10-6. Den Block P4-P5 kann man mit 8-6 oder 6-8 bestücken. Insgesamt ergeben sich so sechs verschiedene Steckeranordnungen für kundenspezifische I/O-Boards. Die korrespondierende Backplane muss mit den zum I/O-Board passenden Buchsen bestückt sein, verwendet aber das Standard-Layout.

Tabelle 1: Kodierungstabelle für eine kundenspezifische Steckeranordnung mit CompactPCI Serial
Tabelle 1: Kodierungstabelle für eine kundenspezifische Steckeranordnung mit CompactPCI Serial

Diese Möglichkeit der Kodierung existiert zusätzlich zu den Alternativen, welche die IEEE 1101 vorsieht. Die Stecker werden bereits bei der Herstellung der Boards und der Backplane entsprechend bestückt, so dass der Anwender nichts falsch machen kann.

CompactPCI Serial basiert auf einer sorgfältig definierten Spezifikation, die nichts dem Zufall überlässt. Dennoch bietet sie dem Anwender mehr Optionen für kundenspezifische Signalführung als jeder andere Standard zuvor.

* * Manfred Schmitz ... ist CTO bei MEN Mikro Elektronik, Nürnberg.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)



Spamschutz 

Bitte geben Sie das Resultat dieser Rechenaufgabe (Addition) ein:
Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 25114990)

Meistgelesene Artikel

Die digitale Pappkamera von IKEA im ELEKTRONIKPRAXIS-Test

Digitalkamera KNÄPPA

Die digitale Pappkamera von IKEA im ELEKTRONIKPRAXIS-Test

09.05.12 - Als wir letzte Woche hier die digitale Pappkamera KNÄPPA von IKEA vorstellten, waren wir über die enorme Resonanz selbst überrascht. Deshalb haben wir uns ein Exemplar zukommen lassen und für unsere Leser genauer unter die Lupe genommen. lesen...

Info-Dienste für Elektronik-Professionals

Immer aktuell informiert: der EP Tagesspiegel mit aktuellen Branchen-Nachrichten der letzten 24 Stunden oder die wöchentlichen themenspezifischen Newsletter "Fachwissen für Elektronikprofis"  von elektronikpraxis.de. Jetzt kostenlos abonnieren!

Heftarchiv
Messtechnik, Sensorik und Test

Messtechnik, Sensorik und Test

Geringer Trigger-Jitter dank digitalem Triggersystem

Weitere Themen:

Fehlersuche in seriellen Bussen
Der Tastkopf und das Messsignal
Messtechnik und Echtzeit-Simulation

zum ePaper

zum Heftarchiv