Serie CompactPCI Serial, Teil 61

Gemischtes Doppel - CompactPCI Serial und CompactPCI 2.0

17.12.10 | Autor / Redakteur: Barbara Schmitz * / Holger Heller

Bild 1: Verbindung von CompactPCI Serial mit CompactPCI über PCI-Express-Kabel an der Frontplatte
Bild 1: Verbindung von CompactPCI Serial mit CompactPCI über PCI-Express-Kabel an der Frontplatte

Beim Thema Aufbau von Hybridsystemen denkt man zuerst an CompactPCI PlusIO (PICMG 2.30). Hier unterstützt die System-Slot-CPU sowohl den parallelen CompactPCI-Standard (PICMG 2.0) als auch den neuen CompactPCI-Serial-Standard (PICMG CPCI-S.0).

Hybrid-Backplanes verschiedener Hersteller erlauben die Konfiguration mit Peripherieslotkarten links und rechts der System-Slot-Karte. Dies können – ohne Bridge – bis zu sieben parallele und maximal vier serielle Karten sein. Auf diese Weise wird eine kostengünstige Migration ermöglicht, denn die Nutzung zukunftsorientierter und standardisierter Datenübertragung auf Basis von CompactPCI Serial ist auch unter Verwendung bereits integrierter CompactPCI-Komponenten gewährleistet.

Was aber, wenn keine der Standard-Hybridbackplanes für die neue Anwendung optimal passt und/oder mehr als vier serielle Peripheriekarten benötigt werden und die (anfänglichen) Stückzahlen auch zu gering sind, um an eine kundenspezifische Backplane-Entwicklung zu denken?

In diesem Fall gilt es, die beiden Welten – CompactPCI Serial und CompactPCI – anders zu verbinden. Hierfür wird ein Kartenpaar verwendet. Eine Karte bildet die Schnittstelle von CompactPCI Serial zu CompactPCI und steckt in einem Peripherieslot der CompactPCI-Serial-Backplane. Die zweite Schnittstellenkarte ersetzt die System-Slot-CPU auf der Com-pactPCI-Backplane und ist mittels Kabel an der Frontplatte mit der ersten Schnittstellenkarte im CompactPCI-Serial-System verbunden.

Unterbringung in einem Rack oder lose Kopplung zweier Gehäuse

Die neue System-Slot-Karte im CompactPCI-System ist mit einer PCI-Express-zu-PCI-Bridge ausgestattet, die Kommunikation über das Kabel basiert auf einem PCI-Express-Link x1. Da beide Standards zur 19“-Mechanik kompatibel sind, kann die Lösung in einem Rack untergebracht sein. Andererseits erlaubt PCI-Express Leitungslängen bis 7 m, so dass alternativ auch zwei Gehäuse lose gekoppelt werden können.

Bild 2: Nur als Paar zu haben; System-Slot-Karte für CompactPCI mit Peripherie-Slot-Karte für CompactPCI Serial
Bild 2: Nur als Paar zu haben; System-Slot-Karte für CompactPCI mit Peripherie-Slot-Karte für CompactPCI Serial

Lohnt sich für größere Stückzahlen die Entwicklung einer kundenspezifischen Backplane, kann die auf PCI Express basierende Verbindung von CompactPCI Serial mit CompactPCI über Rear-I/O erfolgen. Damit wird nur noch die zweite Schnittstellenkarte, die im System-Slot der CompactPCI-Seite steckt, weiterhin benötigt.

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, wie konsequent CompactPCI Serial an den parallelen Vorgänger anknüpft. CompactPCI Serial macht moderne Technik einfach, robust, flexibel und preisgünstig – und das bei vollständiger mechanischer Kompatibilität zu CompactPCI 2.0. // HH

* * Barbara Schmitz ... ist CMO bei MEN Mikro Elektronik, Nürnberg

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