10.05.2010 | Redakteur: Holger Heller
CompactPCI PlusIO (PICMG 2.30) ist eine zu 100% mechanisch und elektrisch kompatible Erweiterung von CompactPCI (PICMG 2.0). Dabei werden die bisher ausschließlich parallelen Schnittstellen um moderne serielle Busse ergänzt – CompactPCI wird zu CompactPCI PlusIO.
Physikalisch gesehen spielt sich dies am Stecker J2 ab. CompactPCI PlusIO definiert dort eine feste Pinbelegung für je 4x PCI Express, SATA und USB sowie 2x Ethernet. Um die Signalfestigkeit zu gewährleisten wird ein neuer J2-Stecker mit zusätzlicher interner Schirmung verwendet, der die höheren Frequenzen auch ohne zusätzliche Masse-Pins unterstützt.
Ein SBC mit dieser Signalbelegung und dem neuen J2-Stecker entspricht damit der PICMG-2.30-Spezifikation und kann dennoch gleichzeitig wie ein PICMG-2.0-Board in einem herkömmlichen CompactPCI-System als System-Slot-Karte eingesetzt werden. Welche Vorteile bietet das dem Anwender?
Bisher wurde im Zusammenhang mit CompactPCI PlusIO immer über die Verfügbarkeit der schnellen seriellen Signale über die Backplane – also zu Peripherie-Slot-Karten mit entsprechenden Funktionen berichtet. Eine andere Möglichkeit besteht darin, diese Signale direkt auf ein Rear-I/O-Modul (Transition Module) zu leiten und im System bzw. auf der Rückseite zu nutzen.
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| Bild 1: Rear-I/O-Belegung des J2-Steckers bei CompactPCI PlusIO |
Dieses Vorgehen wird in CompactPCI-Systemen nach PICMG-2.0-Standard häufig praktiziert, allerdings gab es dafür bisher keinen einheitlichen Standard. Will heißen, dass sämtliche Rear-I/O-Lösungen aller Hersteller untereinander nicht kompatibel waren, weil PICMG 2.0 ja die Belegung des J2-Steckers offen gelassen hatte. Verwendet man dagegen ein PICMG-2.30-Board in einem PICMG-2.0-System, ist die Rear-I/O-Belegung einheitlich.
Selbst Anwendungen, für die CompactPCI auf absehbare Zeit völlig ausreichend ist, sollten als System-Slot-Karten CompactPCI PlusIO verwenden, um die Kompatibilität an der Rückwand sicherzustellen. Genau die ist nämlich durch die einheitliche Signalbelegung von J2 in der PICMG 2.30 festgelegt worden. Mit anderen Worten: CPU-Karten nach PICMG 2.30 sind immer austauschbar – unabhängig vom Hersteller.
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