Serie CompactPCI Plus, Teil 37

CompactPCI Serial – eine Basisspezifikation

10.03.2010 | Autor / Redakteur: Manfred Schmitz, MEN Mikro Elektronik / Holger Heller

CPCI-S.0 ist die Basisspezifikation des Standards CompactPCI Serial

Alle Spezifikationen der PICMG sind einheitlich strukturiert: Auf eine Basisspezifikation setzen untergeordnete Standards auf. So trägt die Basisspezifikation des etablierten CompactPCI-Standards die Nummer PICMG 2.0. Die Null nach dem Punkt kennzeichnet eine Basisspezifikation.

Darauf aufbauende und ergänzende Normen tragen höhere Nummern bei gleichem Präfix. PICMG 2.16 beschreibt z.B. Ethernet über die Backplane für 6HE CompactPCI. PICMG 2.30 (CompactPCI PlusIO) beschreibt die Nutzung der User-IO-Signale des J2 für 3HE- und 6HE-Baugruppen, um moderne serielle Busse zusammen mit dem parallelen PCI-Bus nutzbar zu machen. PICMG 2.30 detailliert also PICMG 2.0 CompactPCI.

CPCI-S.0 ist die Basisspezifikation des neuen Standards CompactPCI Serial. Einerseits definiert man in einer Basisspezifikation so wenig wie möglich, um für späteren technologischen Wandel offen zu sein, andererseits muss diese Spezifikation aber vollständig genug sein, um problemlose Interoperabilität von Produkten verschiedener Hersteller zu garantieren – was ja gerade der Sinn eines Standards ist, oder zumindest sein sollte.

Ein Dokument enthält alle technisch relevanten Details

Gliederung der Basisspezifikation CPCI-S.0

CPCI-S.0 vergibt erstmals sehr klar „Requirement-Nummern“. Jedes einzelne Detail, jedes „shall“, ist mit einer eindeutigen Nummer versehen. Dies wirkt zunächst sehr bürokratisch, erleichtert aber die Überprüfung der Normenkonformität. So ist es möglich, die Spezifikation mit einem geeigneten Tool wie DOORS zu erfassen und den Erfüllungsgrad einer speziellen Implementierung exakt zu überprüfen. Dieses Requirement-Tracing ist Voraussetzung für den Aufbau sicherheitskritischer Systeme und wird beispielsweise in der Luftfahrt gefordert.

Die Basisspezifikation CPCI-S.0 deckt alle Bereiche (mechanisch und elektrisch) ab. Besonderen Raum nimmt ein Kapitel ein, in dem Anforderungen an die Interoperabilität zum parallelen CompactPCI spezifiziert werden. Diese ermöglichen eine einfache, normgerechte Migration von CompactPCI (PICMG 2.0) über CompactPCI PlusIO (PICMG 2.30) hin zu CompactPCI Serial (PICMG CPCI-S.0).

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