Serie CompactPCI Plus, Teil 30

Plus-Punkte für CompactPCI dank Spezifikationen für IO und Serial

04.12.2009 | Autor / Redakteur: Eelco van der Wal, PICMG Europe / Holger Heller

CompactPCI Plus ist CompactPCI um serielle Busse ergänzt und somit fitgemacht für die nächsten 15 Jahre. CompactPCI Plus umfasst sowohl die Spezifikation CompactPCI PlusIO (2.30) für die Erweiterung um serielles I/O als auch CompactPCI Serial (CPCI-S.0).

In den 15 Jahren, in denen es CompactPCI gibt, war der Standard für 6-HE- und 3-HE-Systeme enorm erfolgreich. Der Schritt von einem parallelen Bus hin zu einer rein seriellen Lösung wurde jedoch noch nicht unternommen. Die Spezifikation 2.16 schlug mit einer „Packet Switching Backplane“ für CompactPCI die erste Brücke zwischen parallelen und seriellen Bussen, kombiniert mit 2.17 (StarFabric), 2.18 (Serial RapidIO), 2.20 (Serial Mesh Backplane) oder EXP.0 (PCI Express).

Innerhalb des PICMG-Verbands beschränkten sich die seriellen Busse ursprünglich auf die Konzepte AdvancedTCA und das kompaktere microTCA, mit Ausrichtung auf Telekommunikation. Beide verwenden jedoch Switched Fabrics, die zusätzliche Kosten mit sich bringen, wenn die Funktionalität nicht benötigt wird.

Eine neue Technologie ergänzt CompactPCI nun um serielle Busse und macht so den Standard fit für die nächsten 15 Jahre. Sie heißt CompactPCI Plus und umfasst sowohl die Spezifikation CompactPCI PlusIO (2.30) für die Erweiterung um serielles I/O als auch CompactPCI Serial (CPCI-S.0). Diese beiden bilden den zukunftssicheren Ansatz, der alle modernen seriellen Schnittstellen kostengünstig direkt auf die Systemebene holt.

System-Slot um serielle Signale erweitert

CompactPCI PlusIO erweitert den System-Slot um serielle Signale am J2-Stecker. Diese I/O-Definition ist abwärtskompatibel zum 32-Bit-CompactPCI und soll mit bestehenden 32-Bit-Systemen zusammenarbeiten. Sie erlaubt auch den Aufbau von Hybrid-Systemen: CompactPCI mit CompactPCI-PlusIO-System-Slot und bis zu vier CompactPCI-Serial-Peripherie-Slots in Sternarchitektur.

CompactPCI Serial definiert neue System- und Peripherie-Slots mit Steckverbindern für mindestens 10 Gb Frequenz, und spezifiziert die Unterstützung von PCI Express, Ethernet, SATA/SAS und USB. Hier steuert der System-Slot bis zu acht Peripherie-Slots.

Spezifikationen zu schreiben ist nur der erste Schritt. Was folgen muss, ist die Umsetzung. Dazu ist ein breites Feld aus Herstellern von Steckern und Busplatinen, Gehäusen, Netzteilen, Rechnermodulen und I/O nötig. Die PICMG bildet mit ihren Mitgliedern Arbeitsgruppen, die die Akzeptanz der Spezifikationen und der zahlreichen Lieferanten fördern. Im Falle von CompactPCI PlusIO beteiligten sich nahezu 40 Firmen, die so die Voraussetzung für den Erfolg des Standards schaffen.

Mit verbesserter Technik, einem sanften Übergang und der breiten Unterstützung in der Branche wird CompactPCI Plus ganz sicher Zukunft haben, und vielleicht auch Ihre Zukunft verändern.

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