Dossiers
Mediathek
Forum
Whitepaper

Serie CompactPCI Plus, Teil 6

Rear I/O bei CompactPCI PlusIO

 

20.03.2009 | Autor: Manfred Schmitz, MEN

 

PICMG 2.30 ist eine Erweiterung des CompactPCI-Standards PICMG 2.0 und liegt derzeit als Entwurf vor. Die CompactPCI-Spezifikation erlaubt es, für 3-HE-Karten am 32-Bit-System-Slot benutzerdefinierte Signale auf die Backplane zu führen. Diese Signale werden vielfach benutzt, um die modernen seriellen Busse wie PCI Express, SATA, USB und Ethernet zugänglich zu machen.


Anschlussbelegung für PICMG 2.30
Anschlussbelegung für PICMG 2.30
Bislang gab es hierfür keinen einheitlichen Standard, was zu Inkompatibilitäten zwischen einzelnen Herstellern geführt hat. Besonders ärgerlich ist dies, wenn die Rear-I/O-Signale wie PCI Express direkt dazu benutzt werden, um etwa Hybrid-Backplanes für CompactPCI Express aufzubauen.
CompactPCI Plus IO – PICMG 2.30 – schafft nun Abhilfe. Die Anschlussbelegung für vier PCI-Express-Links, vier USB-Schnittstellen, vier SATA-Interfaces sowie 2 × Ethernet ist definiert. Damit das Ganze auch elektrisch funktioniert, wurde für J2 ein neuer, aber vollständig kompatibler Stecker der Firma 3M eingeführt. Dieser verfügt über zusätzliche interne Schirmung und ist so in der Lage, die erforderlichen hohen Frequenzen auch ohne zusätzliche Masse-Pins zu unterstützen.

Ungenutzte Schnittstellen für User-I/Os

Die Anschlussbelegung wurde so gewählt, dass auch ein PICMG 2.30-Board mit 32 Bit in einer 64-Bit-Busplatine funktionstüchtig bleibt. Allerdings kann dort von den Rear-I/O-Pins kein Gebrauch gemacht werden, da die Pins für die 64-Bit-Erweiterung genutzt werden. 64-Bit-PCI-Übertragungen sind nicht möglich. Um in 32-Bit-Systemen nicht alle Freiheitsgrade zu verlieren, erlaubt PICMG 2.30 nach wie vor die Verwendung von ungenutzten Schnittstellen für benutzerdefinierte Ein-/Ausgabe.
Benötigt man z.B. nur 1 × Ethernet auf der Backplane und möchte man LVDS zur Ansteuerung eines Bildschirms nach hinten führen, so darf man hierfür die freien Pins des zweiten Ethernet-Interfaces nutzen. Die Belegung muss aber so gewählt werden, dass ein eventuell an LVDS angeschlossenes Ethernet-Gerät nicht beschädigt werden kann.
CompactPCI PlusIO – PICMG 2.30 – ist eine vollkommen kompatible Erweiterung von PICMG 2.0, die moderner Chip-Technologie gerecht wird und die Migration zu neuen Standards wie CompactPCI Plus ermöglicht. Man sollte in Zukunft darauf achten, dass CompactPCI-CPU-Boards auch kompatibel zu PICMG 2.30 sind. So ist die Austauschbarkeit der Boards verschiedener Herstellern garantiert und die Kompatibilität zu nachfolgenden Standards wie CompactPCI Plus gewährleistet.
Redakteur: Holger Heller
Social Networks:
Themenverwandte Beiträge
Serie CompactPCI Serial, Teil 4: Migration von CompactPCI nach CompactPCI Serial
20.02.2009 - Aktuelle PC-Chipsätze unterstützen neben PCI-Express auch Ethernet, SATA/SAS und USB zur Ansteuerung von Peripherie. Auch CompactPCI-CPU-Boards basieren heutzutage auf diesen modernen weiter
Serie CompactPCI Plus, Teil 25: Benutzerspezifische Ein-/Ausgabe bei CompactPCI PlusIO
Serie CompactPCI Plus, Teil 25: Benutzerspezifische Ein-/Ausgabe bei CompactPCI PlusIO
22.10.2009 - CompactPCI PlusIO (PICMG 2.30) bringt neben PCI auch die modernen seriellen Verbindungen eines Computers wie PCI-Express, SATA, USB und Ethernet auf die Backplane. Hierzu wird ein spezieller aber kompatibler Highspeed-Stecker benutzt. weiter
Serie CompactPCI Plus, Teil 43: CompactPCI PlusIO sorgt für standardisierte Rear-I/Os bei CompactPCI-Systemen
Serie CompactPCI Plus, Teil 43: CompactPCI PlusIO sorgt für standardisierte Rear-I/Os bei CompactPCI-Systemen
10.05.2010 - CompactPCI PlusIO (PICMG 2.30) ist eine zu 100% mechanisch und elektrisch kompatible Erweiterung von CompactPCI (PICMG 2.0). Dabei werden die bisher ausschließlich parallelen Schnittstellen um moderne serielle Busse ergänzt – CompactPCI wird zu CompactPCI PlusIO. weiter
Kommentare zu diesem Artikel
Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)
Spamschutz 

Bitte geben Sie das Resultat dieser Rechenaufgabe (Addition) ein:


Artikel Bewertung

Links und Downloads zu diesem Beitrag
VIDEO ZUM THEMA

Embedded Computing

PICMG-Spezifikation CompactPCI Serial jetzt offiziell

Die neue PICMG-Spezifikation CompactPCI Serial (CPCI-S.0) ebnet als Nachfolger des parallelen CompactPCI den Weg zu seriellen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen an der Backplane. Der Standard für 19"-Systeme soll damit die steigenden Anforderungen an die Bandbreite und Datenverarbeitungskapazität in Embedded-Anwendungen Rechnung tragen. weiter

Alle Videos >>
Firma zum Artikel
Firmen in diesem Themenumfeld

DSM Computer GmbH

München, Deutschland

Die DSM Computer GmbH steht für Innovationen und Qualität in den Bereichen robuste Industrierechner, Panel PC, flexible Embedded Systeme und ...

Arcotek Elektronik GmbH

München, Deutschland

Die Arcotek Elektronik GmbH in München ist eine Tochtergesellschaft der Arco Inc., mit Hauptsitz in Mahwah, New Jersey USA. Die Arco Inc. ist ein ...



Whitepaper und Webcasts zum Thema
Whitepaper
Dynamisches Laden von Rezepturen mit OPC
Eine einfache offene Architektur auf der Grundlage von OPC und ODBC ist ein guter Ausgangspunkt für ein dynamisches Rezeptur-Management.
Whitepaper
Das passende Bussystem
USB, PCI, PXI oder PXI Express - welches Bussystem ist für welche Digitizer / Oszilloskop-Anwendung am besten geeignet?
Whitepaper
Anwendungsmöglichkeiten von MicroTCA am Beispiel Physik
Durch leichte Änderungen der MicroTCA-Spezifikationen wurden für Physics-Anwendungen Lösungen gefunden.
Whitepaper
Hybridsysteme
Hybridsysteme - Integration von Testsystemen verschiedener Hersteller mit mehreren Plattformen