Korruptionsvorwürfe

Samsung-Chef in Südkorea verhaftet

17.02.17 | Redakteur: Sebastian Gerstl

Südkoreanische Ermittler haben einen Haftbefehl für den De-facto-Chef von Samsung, Lee Jae-Yong. Gegen den Manager besteht dringender Korruptionsverdacht. Die Ermittlungen könnten die bestehende Regierung Südkoreas in eine schwere Krise stürzen.
Südkoreanische Ermittler haben einen Haftbefehl für den De-facto-Chef von Samsung, Lee Jae-Yong. Gegen den Manager besteht dringender Korruptionsverdacht. Die Ermittlungen könnten die bestehende Regierung Südkoreas in eine schwere Krise stürzen. (Bild: Kim Do-Hoon/Yonhap/dpa)

Samsungs De-facto-Chef Lee Jae-Yong wurde am Donnerstag Abend von der südkoreanischen Sonderermittlungsbehörde verhaftet. Der Manager des Smartphone-Marktführers steht im Zentrum von Korruptionsermittlungen um Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye.

Update 16. Februar, 22:50 Uhr

Der Central District Court in Seoul hat Haftbefehl gegen den inoffiziellen Chef des Mischkonzerns Samsung, Lee Jae Yong, wegen des Vorwurfs der Bestechung erlassen. Dies berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Lee wurde inzwischen von den südkoreanischen Behörden verhaftet.

Ursprünglicher Beitrag vom 15. Februar, 15:00 Uhr

Lee, der dem Elektronikkonzern Samsung in dritter Familiengeneration vorsteht und seit dem Tod seines Vaters de facto der Geschätfsführer des Konzenrs ist, wurde vergangenen Montag von den südkoreanischen Ermittlungsbehörden 15 Stunden lang vernommen. Auch für Samsung-Manager Park Sang-jin, Präsident für Corporate Relations, wurde ein Haftbefehl beantragt. Vergangenen Januar war ein Verhaftungsgesuch für Lee vom Central District Court in Seoul noch abgelehnt worden.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, werden die beiden Manager des weltgrößten Herstellers von Smartphones, Speicherchips und Flachbildfernseher unter anderem der Bestechung, Veruntreuung und das Verstecken von Vermögensanteilen in Übersee vorgeworfen. Gegenüber Lee besteht zusätzlich noch eine Anklage wegen Meineids, der unter anderem den Verhaftungsversuch im Januar vereitelt hätte.

Südkoreas größter Konzern soll als Gegenleistung für die Förderung von Unternehmen und Stiftungen von Choi Soon Sil, einer engen Vertrauten der südkoreanischen Regierungschefin Park Geun-hye politische Unterstützung für die Fusion zweier Firmentöchter erhalten haben. Die Freundin ist die Schlüsselfigur in einem Korruptionsskandal, der Park das Amt kosten könnte. Choi soll unter anderem dank ihrer Beziehungen zur Präsidentin Sponsorengelder für ihre Stiftungen eingetrieben und sich persönlich bereichert haben.

Park selbst wird verdächtigt, direkt oder indirekt auf den staatlichen Pensionsfonds eingewirkt zu haben, damit dieser die Übernahme des Bauunternehmens Samsung C&T durch Cheil Industries im Jahr 2015 bewilligt. Kritiker sahen in der Fusion eine Stärkung der Gründerfamilie des Konzerns. Gegen die 65-jährige Park läuft seit Dezember 2016 in der Affäre ein Amtsenthebungsverfahren. Sie verbleibt derzeit noch im Amt, wurde jedoch zwischenzeitlich ihrer politischen Mächte enthoben. Das südkoreanische Verfassungsgericht befasst sich derzeit noch mit dem Impeachment-Prozess.

Lee und der Samsung-Konzern weisen die Vorwürfe von sich. "Samsung hat absolut niemals die Präsidentin bestochen, um Gegenleistungen oder gesetzwidrige Gefallen zu erhalten", ließ der Konzern in einem Statement am Dienstag verlautbaren. Das Bekanntwerden des Verhaftungsgesuch ließ den Aktienkurs des Elektronikriesen dennoch um 1,3 Prozentpunkte abrutschen.

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