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Effizientere Fotozellen dank nanonstrukturierter Oberflächen

 

29.07.2010 | Redakteur: Hendrik Härter

 

Den Forschern der schweizer Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) ist es gelungen, aus winzigen Polystyrol-Kügelchen mit einem einfachen elektrochemischen Verfahren „Seeigel“ zu züchten, deren „Stacheln“ aus Zinkoxid-Nanodrähten bestehen. Die strukturierte Oberfläche soll Photovoltaikanwendungen effizienter werden lassen.


Effizientere Fotozellen dank nanonstrukturierter Oberflächen
Aus winzigen Polystyrol-Kügelchen werden durch ein einfaches elektrochemisches Verfahren „Seeigel“ mit „Stacheln“ aus Zinkoxid-Nanodrähten
In der Regel ist es kompliziert ein Verfahren zu entwickeln, die Werkstoffe mit neuen Eigenschaften „ausrüsten“ und daher schwierig zu reproduzieren. Umso erstaunlicher also, wenn Wissenschaftler von neuen Methoden berichten, die trotz preislich günstiger Ausgangsmaterialien und ohne teure Instrumente hervorragende Ergebnisse liefern.

Gerüst aus Polystyrol

Jamil Elias und Laetitia Philippe aus der Empa-Abteilung „Werkstoff- und Nanomechanik“ in Thun ist genau dies gelungen: Sie benutzen Polystyrol-Kügelchen als eine Art Gerüst, um dreidimensionale Strukturen von halbleitenden Zinkoxid-Nanodrähten auf Oberflächen zu erzeugen. Die Forscher sind überzeugt, dass sich die so entstandenen regelmäßig „rauen“ Oberflächen für viele elektronische und optoelektronische Anwendungen eignen, zum Beispiel für Solarzellen, aber auch für Kurzwellenlaser, Leuchtdioden und Feldemissionsdisplays.

Einfaches Prinzip

Die Fachwelt reagierte prompt: Das Paper, online veröffentlicht im Januar 2010 in der Fachzeitschrift „Advanced Materials“, zählte bereits im Erscheinungsmonat zu den am häufigsten heruntergeladenen Artikeln und wurde im April als Inside Front Cover ausgewählt.
Das Prinzip ist einfach: Kügelchen aus Polystyrol von wenigen Mikrometern Durchmesser werden auf eine leitfähige Schicht aufgebracht und ordnen sich dort in regelmäßigen Mustern. Polystyrol ist preisgünstig und allgegenwärtig; es taucht in Verpackungsmaterial wie Joghurtbechern auf oder – in geschäumter Variante – in Dämmstoffen wie Styropor oder Sagex.

„Stachlige“ Hohlkörper für die Photovoltaik

Die derart fixierten Polystyrol-Kügelchen bilden das Gerüst für die Nanodrähte. Jamil Elias ist es mit einer eigens entwickelten elektrochemischen Methode gelungen, Leitfähigkeit und elektrolytische Eigenschaften der Polystyrol-Kügelchen so zu variieren, dass sich Zinkoxid auf der Oberfläche der Kügelchen ablagert und mit der Zeit gleichmäßige Nanodrähte darauf wachsen.
Sobald die „Stacheln“ gezüchtet sind, wird das Polystyrol zerstört. Was bleibt, sind sphärische Gebilde, die aussehen wie Seeigel und innen hohl sind. Auf der Oberfläche dicht gepackt, verleihen die „Seeigel“ der Schicht eine dreidimensionale Struktur; ihre Fläche hat sich um ein Mehrfaches vergrößert.

Oberfläche absorbiert mehr Sonnenlicht

Die nanostrukturierte Oberfläche eignet sich vor allem für Photovoltaikanwendungen. Die Forscher erwarten, dass die Oberfläche ausgezeichnete Lichtstreuungseigenschaften besitzt, deshalb deutlich mehr Sonnenlicht absorbiert und Strahlungsenergie effizienter umwandeln kann.
Mit ihrem Team entwickelt Laetitia Philippe nun in einem vom Bundesamt für Energie (BFE) geförderten Projekt extrem dünne Absorber (Extreme Thin Absorber, ETA) für Solarzellen auf der Basis von Zinkoxid-Nanostrukturen.
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