Assistenzsystem

Augmented Reality in der Fabrikhalle

| Autor / Redakteur: Daniel Röltgen, Dr. Frank-Peter Schiefelbein* / Johann Wiesböck

Vereinfachte Instandhaltung: Durch Augmented Reality können Mitarbeiter gezielt durch einzelne Arbeitsschritte geführt werden – ob von einem anderen Techniker oder von einer Software.
Vereinfachte Instandhaltung: Durch Augmented Reality können Mitarbeiter gezielt durch einzelne Arbeitsschritte geführt werden – ob von einem anderen Techniker oder von einer Software. (Bild: Fraunhofer IEM)

Augmented Reality ist vielen vor allem im Zusammenhang mit Pokémon Go bekannt und weniger als Assistenzsystem für die Industrie. Dementsprechend galten AR-Brillen lange als Accessoire für Digital-Nerds. Doch die Technologie kann weit mehr und das erkennen Unternehmen zunehmend.

Die digitale Transformation hat mittlerweile alle Bereiche der Wirtschaft erfasst: ob Großkonzern oder Kleinbetrieb, vom Automobilhersteller bis zur Traditionsbrauerei. Mit der Digitalisierung kommen auch digitale Technologien in die Fabrikhallen, die vorher eher in anderen Umgebungen heimisch waren. Und so wird es wohl schon in naher Zukunft an immer mehr Arbeitsplätzen zum Alltag gehören, dass Techniker mit AR-Brillen an Maschinen arbeiten.

Doch was kann Augmented Reality in Produktionsumgebungen und für die Arbeit mit Maschinen konkret leisten? Und wie wird die Technologie in die bestehenden Systeme integriert? Das sind einige der Fragen, die zurzeit in der Technologieentwicklung auf diesem Gebiet bearbeitet werden. Einsatzmöglichkeiten für Augmented Reality finden sich dabei branchenübergreifend entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Unternehmens: von der Produktentwicklung über die Produktion und Logistik bis hin zum After-Sales-Service.

Realität + virtuelle Zusatzinformationen = Augmented Reality

Zunächst eine kurze Definition: Unter Augmented Reality wird eine computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung verstanden. Anders als bei Virtual Reality wird dabei das tatsächliche Sichtfeld eines Betrachters abgebildet und lediglich durch virtuelle Elemente wie Grafiken, Text oder Videos erweitert – nicht komplett ersetzt. In der Vergangenheit wurde die Realität zum Teil abgefilmt und auf einem Bildschirm angezeigt.

Bei diesem Bildschirm kann es sich um ein Smartphone, ein Tablet oder um eine Datenbrille handeln. Vor allem in diesen Brillen liegt die Zukunft von Augmented Reality in Produktionsumgebungen: Denn smarte Datenbrillen haben das Potenzial, die momentan in vielen Industriezweigen genutzten Bedienelemente zu verdrängen.

Derzeit erfolgt die Eingabe von Informationen in technische Geräte zumeist noch klassisch über eine Tastatur oder eine Maus, per Schalter oder einen Touchscreen. Im Zusammenspiel mit AR-Anwendungen könnten solche Datenbrillen aktuelle Brückentechnologien wie Smartphones und Tablets ablösen.

Doch viele der bisher erhältlichen Datenbrillen sind für die private Nutzung vorgesehen und für industrielle Anwendungen nicht oder nur eingeschränkt geeignet. Sie verfügen meist über eine schlechte Ergonomie, geringe Akku-Laufzeit und einen kleinen Betrachtungswinkel. Zudem weist die verwendete Software zumeist Mängel bei Datenschutz und -sicherheit auf.

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