Es klappt nur mit Branchenwissen

ERP in der Elektronikfertigung

02.02.16 | Autor / Redakteur: Andreas Koch * / Franz Graser

Bild 1: In der Produktion von High Q. Das Unternehmen deckt ein großes Leistungsspektrum ab: SMD-Bestückung, THT-Bestückung, Rework, Temperatursimulation und Systemprüfung gehören ebenso zum Portfolio wie Kabelfertigung und der Gerätebau.
Bild 1: In der Produktion von High Q. Das Unternehmen deckt ein großes Leistungsspektrum ab: SMD-Bestückung, THT-Bestückung, Rework, Temperatursimulation und Systemprüfung gehören ebenso zum Portfolio wie Kabelfertigung und der Gerätebau. (Bild: High Q)

Für die Elektronikbranche sind komplexe Produktions- und Materialwirtschaftsprozesse und eine anspruchsvolle Einkaufssituation typisch. Herkömmliche ERP-Systeme stoßen hier schnell an Grenzen.

Es war der größte Auftrag der Firmengeschichte. Und bis dahin einer der komplexesten: Parallele Produktion von 40 verschieden Baugruppen in einem Projekt, kleine bis mittlere Stückzahlen, anspruchsvolle Beschaffungsaufgabe. Es war sowohl eine Riesenchance als auch eine knallharte Herausforderung.

Vor allem gab es einen sehr eng getakteten Zeitplan. Der Auftragseingang erfolgte zum 19. Dezember 2013 und schon Anfang Februar 2014 sollten die ersten Serien ausgeliefert werden.

„Es hat funktioniert“, erinnert sich Anton Hacklinger, einer der beiden Geschäftsführer des Elektronikfertigers High Q Electronic Service. „Vor allem, weil wir damals mit unserem neuen Produktionsplanungssystem schon in einem guten Stadium waren.“ „Ein Jahr früher“, ergänzt Markus Granzer, der zweite High-Q-Geschäftsführer, „hätten wir einen solchen Auftrag zumindest in Sachen Kapazitätsplanung noch nicht so hinbekommen.“

High Q ist ein in München ansässiger Dienstleister der Elektronikfertigung. Das Unternehmen deckt ein großes Leistungsspektrum ab: SMD-Bestückung, THT-Bestückung, Rework, Temperatursimulation und Systemprüfung gehören ebenso zum Portfolio wie Kabelfertigung und der Gerätebau.

Gefertigt wird ausschließlich in München. Und auch die Kunden stammen vorwiegend aus dem Münchner Raum. Diese räumliche Nähe garantiert den einfachen Austausch von Waren aber vor allem auch von Informationen. Diese direkte Kundenkommunikation ist den beiden Geschäftsführern äußerst wichtig: „Wir produzieren nicht nur Elektronik vom Prototypen bis zur Serie. Wir sind zugleich Technologiepartner unserer Kunden und begleiten sie auf dem Weg zum optimierten Serienprodukt. Wir konzentrierten uns dabei auf kleine und mittelständische Unternehmen, bei denen eine persönliche und vertrauensvolle Kunden-Lieferanten-Beziehung extrem wichtig ist, um Projekte erfolgreich umzusetzen.“

Wer wachsen will, muss auch intelligenter planen

Die dezidierte regionale Fokussierung erwies sich als Erfolgsmodell. Seit der Gründung im Jahre 2002 ist High Q vom Zwei-Mann-Unternehmen zu einem 40 Mitarbeiter starken Betrieb angewachsen. Der Maschinenpark wurde erweitert, ein eigenes, umfangreiches, MSL-konformes Lager mit aktiven, passiven und elektromechanischen Bauteilen wurde aufgebaut.

Mit wachsender Zahl und Komplexität der Aufträge stiegen auch die Ansprüche an die Organisation und Planung der innerbetrieblichen Prozesse und in der Produktion. Lange Zeit reichte es aus, Einkauf, Kapazitätsplanung und Produktionssteuerung mit Excel-Tabellen zu handeln. Doch diese gewachsenen, proprietären Werkzeuge erwiesen sich irgendwann als Engpass für die weitere Steigerung der Produktivität. In dieser Situation stieg man in die Arbeit mit ERP-Systemen ein.

Zur Verwaltung des Materialbestands wählte man mit Sage Office-Line eine Standard-ERP, die sich insbesondere in kleinen und mittelständischen Unternehmen in einer stattlichen Anzahl von Installation bewährt hat. Doch bald schon mussten die Verantwortlichen bei High Q feststellen, dass dieses Produkt die speziellen Bedürfnisse der Elektronikindustrie nicht abdeckt.

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