Internet der Dinge

Serviceorientierte IT-Architektur feiert ihr Comeback in der Industrie 4.0

02.05.13 | Redakteur: Franz Graser

Professor Thomas Bauernhansl, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA). Er propagiert serviceorientierte IT-Architekturen als Voraussetzung für Industrie 4.0
Professor Thomas Bauernhansl, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA). Er propagiert serviceorientierte IT-Architekturen als Voraussetzung für Industrie 4.0 (Bild: Fraunhofer IPA)

Im Rahmen des Fraunhofer-Forums zur „Zukunftsvision Industrie 4.0“ haben Forscher und Praktiker ihre Visionen für die Fabrik der Zukunft vorgestellt. Ziel ist eine effiziente, emissionsneutrale und ergonomische Fertigung.

Ob die viel zitierte Industrie 4.0 tatsächlich die vierte industrielle Revolution darstellt oder „nur“ ein evolutionärer Entwicklungsschritt sein wird, blieb nach dem Fraunhofer-Forum ungeklärt. Einig sind sich alle Beteiligten jedoch darin, dass der Industrie ein fundamentaler Wandel bevorsteht, der durch Entwicklungen wie den Klimawandel, das globale Bevölkerungswachstum sowie die damit einher gehende Ressourcenverknappung bedingt ist.

Zielstellung ist die sogenannte E3-Fabrik, also eine Fertigung, die effizient, emissionsneutral und ergonomisch sein müsse, sagte Professor Alfred Gossner, Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft für die Bereiche Finanzen, Controlling und IT, in seinem Eingangs-Statement. Als zentralen Baustein für die Fabrik der Zukunft sieht Frank Treppe vom Chemnitzer Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) die Cyberphysischen Systeme (CPS).

Cyber Physical Systems haben die Fähigkeit, sich untereinander und mit dem Internet zu vernetzen, nehmen ihre Umgebung über Sensoren wahr sowie teilen Informationen und treffen dezentrale Entscheidungen. Außerdem sind sie in der Lage, mit Menschen zu kommunizieren. Die sogenannte Smart Factory wird sich demnach aus Verbünden solcher Systeme zusammensetzen, die über eine Dateninfrastruktur wie etwa das Internet miteinander kommunizieren.

Daraus resultieren dann laut Treppe Produkte, die über ihren Bearbeitungsweg stets exakt identifizierbar und lokalisierbar sind und den Bearbeitungsweg zum Ziel-Zustand kennen sowie Wertschöpfungsnetzwerke, die firmenübergreifend sein können und in Echtzeit steuerbar sind. Daher wird die sogenannte Smart Factory durch eine bisher nicht gekannte drahtlose Vernetzung geprägt sein. Allerdings, so Treppe: „Der Weg dorthin ist schon noch weit.“

Ein Cyber-physisches Produktionssystem sieht Professor Thomas Bauernhansl, der Leiter des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) am Horizont.

Ausgangspunkt für dieses Konzept ist das Scheitern der Vision des Computer Integrated Manufacturing (CIM), das bis in die achtziger Jahre hinein propagiert wurde. „In CIM wurde der Mensch vergessen“, so das Verdikt des Stuttgarter Institutsleiters.

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