Schutz gegen unbemannte Fluggeräte

Drohnenabwehr mit Laser, Richtfunk und Netz

19.06.17 | Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Peter Schmitz

Millionen Drohnen befinden sich heute schon in privater Hand. Deutsche Sicherheitsbehörden halten sogar Drohnenangriffe auf Fußballstadien und andere Massenveranstaltungen für möglich.
Millionen Drohnen befinden sich heute schon in privater Hand. Deutsche Sicherheitsbehörden halten sogar Drohnenangriffe auf Fußballstadien und andere Massenveranstaltungen für möglich. (Bild: Pixabay / CC0)

Unbemannte Flugkörper können nicht nur den Flugverkehr gefährden, sondern stellen auch eine Bedrohung für Großveranstaltungen oder Unternehmen dar. Es wundert daher kaum, dass inzwischen zahlreiche Abwehrsysteme entwickelt werden. Wir geben einen Überblick über aktuell verfügbare Lösungen.

Nach Daten von Gartner sollen 2017 weltweit drei Millionen Drohnen im Wert von 6 Milliarden Dollar über den Tresen gehen, was einem Umsatzanstieg von 34 Prozent und einem Anstieg der verkauften Geräte sogar um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Jahr 2020 soll der Markt schon auf 11,2 Milliarden Dollar weltweit angewachsen sein.

Dabei liegen die Modelle für die private Nutzung mit 2,8 Millionen Stück mengenmäßig vorn, in Hinblick auf den Umsatz aber mit 2,8 Milliarden Dollar hinter den 174.000 kommerziellen Drohnen zurück, mit denen 3,7 Milliarden umgesetzt wurden. In Deutschland wurden laut GFK im Jahr 2016 rund 300.000 Kameradrohnen für die private Anwendung verkauft, die Prognose fürs laufende Jahr liegt bei 500.000.

Wie oft deutsche Rechenzentren mit der Absicht, diese auszuspionieren oder anzugreifen, überflogen werden, weiß keiner. „Uns ist bisher kein solcher Fall bekannt“, sagt Jan Peter Schween, beim deutschen Drohnenabwehr-Spezialisten Dedrone für den Vertrieb zuständig.

Doch ist jede mit Kamera ausgestattete Drohne theoretisch dazu in der Lage, ein Forschungs- oder Rechenzentrum auszuspionieren – professionelle Drohnen können neben normalen Videos Geräusche, Infrarotbilder etc. einsammeln von Lasten, zum Beispiel explosives Material, auf ein Ziel abwerfen.

Kein Wunder also, dass mittlerweile auch eine Drohnenabwehrindustrie entsteht. In Deutschland am bekanntesten ist die Zusammenarbeit der Deutschen Telekom mit Dedrone. Die Telekom bastelt an einem „Drohnenschutzschild“ der über Magenta Security angeboten werden soll.

Dedrones Produkt dient in erster Linie dazu, Sender und Drohnen mit Hilfe intelligenter Software und eines Multisensors, der Bilder, Geräusche und Funkwellen im frequenzfreien Bereich aufzeichnet, zu finden, die Flugroute der Drohne zu verfolgen und am Bildschirm darzustellen.

Bei der Klassifikation der Drohnen hilft eine Bilddatenbank, in die laufend weltweit alle verfügbaren Bilder und die dazugehörigen Daten wie der Drohnentyp eingespeist werden, um jedes unbemannten Flugkörpers in der Nähe eines RZ so sicher wie möglich zu klassifizieren. Auch privat gebaute Drohnenvarianten können so erfasst werden.

Ein anderer Anbieter von Detektionslösungen ist Squarehead Technology aus Norwegen. Das Unternehmen liefert die Hard- und Software für das optoakustische Erkennungssystem von Norsonic, das zusammen mit einem dritten Unternehmen, der auf die Analyse optoakustischer Signale spezialisierte Orelia SAS, zu einem Drohnenerkennungs- und Abwehrsystem ausgebaut werden soll. Dabei greift Squarehead auf superschnelles Array-Computing zurück, um das Gesehene und Gehörte mehr oder weniger in Echtzeit auszuwerten.

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