Big Data und Unmanned Aerial Vehicles

Drohnen über den Datenbergen

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Nico Litzel

Drohnen werden häufig militärisch genutzt. Die Anschaffung der europäischen Version EuroHawk der amerikanischen RQ-4B Global Hawk seitens der Bundeswehr ist jedoch gescheitert. Im Bild EuroHawk nach der Landung am 21.07.2011 in Manching b ei Ingolstadt nach einem 20-Stunden-Flug über den Atlantik.
Drohnen werden häufig militärisch genutzt. Die Anschaffung der europäischen Version EuroHawk der amerikanischen RQ-4B Global Hawk seitens der Bundeswehr ist jedoch gescheitert. Im Bild EuroHawk nach der Landung am 21.07.2011 in Manching b ei Ingolstadt nach einem 20-Stunden-Flug über den Atlantik. (Bild: Rekke (Mein Fotoapparat), gemeinfrei / CC0)

Unternehmen und Privatanwender setzen immer mehr Drohnen ein, manch ein Zeitgenosse spricht bereits von einer Seuche. Bevor man sich aber auf das fliegende Abenteuer einlässt, gilt es besonders für Unternehmen einiges zu beachten, nicht zuletzt rechtlicher Art.

Aktuell wird der Markt für Drohnen noch von militärischen Projekten dominiert. Nach einem Bericht des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) [PDF] soll er weltweit bis 2019 auf schätzungsweise 16 Milliarden US-Dollar jährlich anwachsen. Der Markt für nichtmilitärische Drohnen wird schnell auf 8,4 Milliarden US-Dollar ansteigen, so ABI Research.

Deren Practice Director Dan Kara geht aber davon aus, dass der zivile Drohnenabsatz mittel- und langfristig viel stärker wachsen wird als der militärische. Das klingt plausibel, besieht man sich die vielen damit verbundenen Möglichkeiten: Es können damit Brücken untersucht, Pipelines inspiziert, unzugänglicher Gebiete für der Wissenschaft erforscht oder Wasser-, Sturm und Brandschäden begutachtet werden.

Seit 2014 erfolgt der Transport von Medikamenten oder anderen dringend benötigten Gütern zur Nordseeinsel Juist per DHL Paketkopter.
Seit 2014 erfolgt der Transport von Medikamenten oder anderen dringend benötigten Gütern zur Nordseeinsel Juist per DHL Paketkopter. (Bild: DHL)

Wenn der Markt den Prognosen folgt, sollten sich Firmen schnellstmöglich auf den Einsatz von Drohnen vorbereiten – und auf die vielen Daten, die diese sammeln. Der Einsatz hängt natürlich von künftigen rechtlichen Regulierungen und dem Aussehen von Drohnen in wenigen Jahren ab. Unabhängig davon kann sich die IT gar nicht früh genug auf den Umgang mit den so gewonnenen Big-Data-Bergen vorbereiten.

Drohnen sammeln und verteilen

In Deutschland werden UAVs (Unmanned Aerial Vehicles, Unbemannte Luftfahrzeuge) bereits für kommerzielle Zwecke getestet, und nicht nur fürs Datensammeln: Seit 2013 schon transportiert der „DHL Paketkopter“ Medikamente aus der niedersächsischen Hafenstadt Norden zu einer Apotheke auf der Nordseeinsel Juist. Auch die Landwirtschaft stellt bereits heute eines der größten Einsatzgebiete für UAVs dar.

Aber auch hier ist der rechtliche Rahmen noch weit gesteckt, von Bundesland zu Bundesland gelten andere Vorschriften. Es gibt viele Sonderregeln, in Berlin etwa darf innerhalb des S-Bahn-Ringes nichts ohne Erlaubnis fliegen. Und Hamburg ist generell Flugverbotszone. In der Nähe des Münchner Flughafens sollten Sie sich nach einigen Zwischenfällen keinesfalls mehr mit einer Drohne blicken lassen.

Bundesminister Alexander Dobrindt hat einen Entwurf für die Neuregelung für Drohnenflüge vorgelegt.
Bundesminister Alexander Dobrindt hat einen Entwurf für die Neuregelung für Drohnenflüge vorgelegt. (Bild: BMVI)

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) arbeitet an einer bundesweit gültigen gesetzlichen Regelung, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat dazu erst kürzlich seinen Entwurf „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ vorgelegt. Die Broschüre „Kurzinformation über die Nutzung von unbemannten Luftfahrtsystemen“ gibt einsatzfreudigen Unternehmen und Privatpiloten wertvolle Tipps über den aktuellen Stand der rechtlichen Lage.

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